Sonntagsgruss des Pfarrers

Sonntagsgruß zum 4. Oktober 2026 (Erntedank) - für 2 Wochen!

Guten Tag zusammen, 

an diesem Sonntag feiern wir Erntedank. Wie jedes Jahr. Mit Früchten, Gemüse und Blumen vor dem Altar liebevoll gestaltet. „The same procedure as every year.” So könnte man mit dem Silvester-Klassiker „Dinner for one” sagen: Dasselbe wie jedes Jahr!

Wir feiern Erntedank als Familienmesse in den vier Gottesdiensten 

um 9.30 Uhr in St. Maria Königin und St. Antonius Habbelrath und

um 11.00 Uhr in Heilig Geist Bachem und in der Hildeboldkirche.

Der 4. Oktober ist dieses Jahr der 800. Todestag des Heiligen Franziskus von Assisi. Er hat mit seinem Sonnengesang ein Loblied auf die Schöpfung geschrieben, das aktueller ist denn je. 

Zu diesem Anlass passt das Evangelium von der Heilung von 10 Aussätzigen, von denen nur einer umkehrt um Jesus zu danken (Lk 17,11-19). Ihm spricht Jesus zu: „Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet.“

Wie ist das mit uns? Danken wir für das, was wir haben? Die meisten mehr als genug! Oder stimmen wir in das allgemeine Nörgeln und Jammern ein, das durch die Medien noch verstärkt wird...

Freuen wir uns über das Schöne (in der Natur – an der Blume am Wegrand oder dem Blick in den Sternenhimmel mit Vollmond)? Nehmen wir die Begegnung mit netten Menschen wahr, die uns wenigstens für einen Moment froh machen?

Erntedank, Franziskus und die Fragen Jesu („Wo sind die neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?) können Motivation zur kritischen Betrachtung unserer Haltung, unseres Denkens und Handelns sein. Und zur Dankbarkeit führen! Nicht aus Gewohnheit, weil es im Herbst im Kalender steht. Sondern aus Überzeugung. Immer wieder. Jeden Tag! 

Ich persönlich möchte an diesem Wochenende (mit dem Tag der deutschen Einheit) Gott und vielen Menschen herzlich danke sagen. Für so vieles ganz allgemein – und für genau 30 Jahre, die ich nun in Frechen sein darf. Beginnend 1996 als Pastor in Habbelrath und Grefrath! DANKE!

  • Wofür können wir heute danke sagen? Wir haben so viel, wofür andere uns beneiden. Wir haben trotz Problemen und Herausforderungen mehr als genug! 
  • „Was nährt mich?“ Dieser Frage sind wir u.a. in der Woche des Gebetes nachgegangen. Die Wörter können wir auch umdrehen: „Nährt mich was?“ oder: „Mich nährt was!“ Verkosten Sie diese Worte mal…
  • Franziskus hat mit dem bekannten Sonnengesang ein intensives Verhältnis zur Natur, zur Umwelt, zu den anderen Geschöpfen zum Ausdruck gebracht. 
  • Zur Meditation eignet sich der Sonnengesang, den Sie auch im Gotteslob 19,2 finden. 
  • Wie sehe ich die Welt?
  • Wer sich für das Leben des Heiligen Franziskus interessiert, dem empfehle ich das Buch von Markus Hofer, Franz von Assisi. Ein radikales Leben neuerzählt. (180 Seiten) Der Autor differenziert die Quellen und regt so zum Nachdenken über diesen großen Heiligen an: was sind mehr fromme Legenden und was kommt der Wirklichkeit seines Lebens näher?   
  • Wir leben in einer Anspruchsgesellschaft und erwarten, dass der Staat alles regelt. Und bezahlt! Siehe Tankrabatt! Das Geld, so sagen Ökonomen, könnte sinnvoller ausgegeben werden als den Reichen ihre großen Autos mit hohem Spritverbrauch zu subventionieren… Und warum ist eine Zuckersteuer plötzlich kein Beitrag mehr für die Gesundheit, nur weil Süßigkeits-Lobbyisten aufschreien…? 
  • Kein Staat kann alle Wünsche erfüllen, wie sich in den aktuellen politischen Auseinandersetzungen zeigt. Und auch die DDR ist 1989 daran grandios gescheitert! Auch daran erinnert der „Tag der deutschen Einheit“, für den wir dankbar sein dürfen!
  • Danken und denken unterscheidet nicht nur ein Buchstabe, auch inhaltlich gehört beides eng zusammen. Dazu folgende Nachricht: 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Heiner Willmer, hat sich angesichts der sichtbaren Folgen des Klimawandels für eine neue Definition von Wohlstand ausgesprochen. „Die Zielsetzung eines permanenten Wirtschaftswachstums, die lange politische Entscheidungen bestimmte, muss vorbei sein", schrieb Wilmer in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Rheinische Post“: „Unser bisheriges westliches Wohlstandsmodell ist am Ende." Wohlstand dürfe nicht länger ökonomisch definiert werden. „Wir brauchen eine sozial-ökologische Definition von Wohlstand", folgerte der DBK-Vorsitzende, der Bischof von Münster ist. „Eine solche Definition orientiert sich am christlichen Glauben und Menschenbild. Wohlstand in diesem Sinn bedeutet: In Solidarität und geleitet von der Überzeugung, dass die Würde jedes Menschen gleich unantastbar ist, schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass möglichst alle Menschen ein gutes, friedvolles Leben innerhalb der Belastungsgrenzen unserer Erde führen können." 

Wir haben in der Kirche von Frechen große Veränderungen vor uns, mit denen sich die Gremien und Hauptamtliche seit geraumer Zeit beschäftigen. 

Über den Stand der Lage informieren wir Sie – und alle Interessierten - auf einer Gemeindeversammlung!  

Wer sich über die anstehende Fusion zu einer (Stadt-)Kirchengemeinde 

und die anstehenden Veränderungen in Frechen informieren möchte, 

der kommt am Sonntag, 15. November um 12.00 Uhr 

in die Kirche St. Audomar im Anschluss an die 11.00 Uhr-Messe. 

Achtung: die Gemeindeversammlung ist für alle (!) acht Frechener Gemeinden!

Die Hl. Messe an dem Sonntag in der Hildeboldkirche fällt deshalb aus!!

Gerne schauen Sie jederzeit auf die Internetseite, in der Sie viele Informationen dazu schon 

heute finden, die immer wieder aktualisiert werden.

Es lohnt sich immer wieder über den Tellerrand unseres Erzbistums hinauszuschauen. Einfach, weil damit auch andere Themen betrachtet werden…

Heute greife ich dies auf: Der Vatikan hat kürzlich verboten, dass Laien in der Eucharistiefeier predigen dürfen. Auf die Frage „Wie handhaben Sie es in Ihrem Bistum mit diesem Laienpredigtverbot?“ hat der aus Köln stammende Bischof von Mainz, Dr. Peter Kohlgraf, geantwortet: „Diese Antwort aus Rom ist nicht neu. Es ist eine Regelung, die in allen Diözesen gilt, nicht nur in Deutschland. In Deutschland gab es in den 1970er Jahren schon einmal ein Indult, also eine Ausnahmeregelung. Da war es zum Beispiel bei Schulmessen möglich, dass theologisch ausgebildete Laien predigen konnten. Das wurde nie problematisiert. Später wurde diese Ausnahmeregelung aber wieder zurückgenommen. Über so ein Indult könnte man heute wieder nachdenken. Ich kann das aber nicht allein entscheiden. Die Argumentation des Vatikans ist in manchen Punkten, was das Laienpredigtverbot betrifft, aus meiner Sicht jedoch nicht ganz stimmig!  

In dem Schreiben des Liturgiepräfekten heißt es, dass nur der Priester, der die Messe feiert, derjenige ist, der dort predigt. Aber ein Priester, der konzelebriert, oder ein Diakon, der mitfeiert, dürfte dann konsequenterweise ebenso nicht in dieser Messe predigen. Jedenfalls halten wir uns in der Diözese Mainz an die kirchliche Anordnung, dass Laien in einer Messe keine Predigt halten. In der Praxis hat es sich aber eingebürgert, dass das schon hin und wieder trotzdem vorkommt. Dort werde ich es aber nicht ändern. (… ) Das Kirchenrecht erlaubt es nicht und das ist weiterhin unsere Grundlage. Trotzdem ist es so, dass es in mancher Kirchengemeinde bei uns üblich ist, dass Laien predigen. Wenn ich davon erfahre, werde ich nicht disziplinarisch eingreifen oder das kirchenrechtlich sanktionieren. Ich werbe dafür aber auch nicht und ich kann es nicht erlauben. Ich nehme es nur zur Kenntnis, dass es in manchen Kirchengemeinden so eine eingebürgerte Praxis gibt. Ich plädiere aber dafür, alle anderen Formen der Verkündigung zu nutzen, die das Kirchenrecht ermöglicht. Vielleicht müsste man all diese Möglichkeiten der Verkündigung für Laien in der Liturgie seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) sammeln. 

„Wünschen Sie sich denn, dass Laien predigen dürften?“  - Antwort Kohlgrafs: „Wenn es einen Indult geben würde, dann wäre mir das recht und lieb. Ich allein kann das nicht entscheiden. Wenn es eines Tages kommen sollte, dann werden wir damit umgehen. Ich halte es mit Blick auf die pastoralen Mitarbeitenden, die theologisch zum Predigen qualifiziert sind, für einen Reichtum der Kirche.“

  • Manchmal frage ich mich, warum „die katholische Kirche“ so viele Talente einfach liegen lässt – und sich dann wundert, dass ihr manche den Rücken kehren. Oder geht das an manchen Kirchenoberen und Bistumsleitungen vorbei? 

Dann ist es immer erfreulich auf unsere Pfarreiengemeinschaft zu schauen - und Positives zu entdecken, zum Beispiel: 11 ist die jecke Zahl – und das mal 5 ergibt 55! Dann wissen wir wie lange der Altenclub St. Sebastianus in Königsdorf besteht! Mit 55 Jahren wird nun nachgeholt, was zu Corona-Zeiten nicht möglich war!  Ein herzliches Dankeschön an die langjährige Leiterin, Karin Litzinger und allen, die im Team mitgearbeitet haben! 

„Feste soll man schließlich feiern, wenn sie fallen.“ Genau - am 6. Oktober um 15.00 Uhr im Hildeboldzentrum.

Die zu Ende gehende Woche des Gebetes ist eine solche Erfahrung für mich! Morgengebet mit einer anschließenden Tasse Kaffee und kurzen Gesprächen, die Werktags-Messen, an denen ich auch mal in der Bank sitzen konnte, weil ein anderer zelebriert hat und die Bibelgespräche mit vielen Anregungen. Das geht (anfanghaft und ausbaufähig) auch in der Abendmesse, wo wir in St. Severin über das Emmaus-Evangelium nachgedacht haben!  Es war eine geistige Bereicherung, die die Seele satt macht, wie es im besprochenen Psalm 42 heißt. - Danke sage ich allen, die teilgenommen haben!

Beten gehört zum Christsein dazu. So gibt es auch im Oktober weitere Angebote:  

  • Taizé-Gebet: Freitag, 9. Oktober, 20.15 Uhr in St. Maria Königin unter dem Thema „Danket dem Herrn“. Danken, für so vieles in unserem Leben, auch in schweren Zeiten. Danken mit Gesang, Gebet und Stille.
  • Rosenkranzandachten im Oktober:

dienstags nach der 18.00 Uhr Messe in St. Audomar (außer am 27.10.)

mittwochs um 17.30 Uhr in St. Ulrich

Donnerstag, 15. Oktober, um 17.30 Uhr in der Hildeboldkirche 

freitags um 17.00 Uhr in St. Mariä Himmelfahrt und um 17.30 Uhr in Hl. Geist.

Freuen Sie sich über den Sonntag als Tag des Dankes. Und dann eine gute Woche (des Alltags)!

Ihr und euer Pastor Christof Dürig

 

  • Der nächste Sonntagsgruß erscheint übrigens in zwei Wochen am 18. Oktober 2027.

 

Lukas 17,11-19: Der dankbare Samariter

11 Und es geschah auf dem Weg nach Jerusalem: 

Jesus zog durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa.

12 Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. 

Sie blieben in der Ferne stehen

13 und riefen:

Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!

14 Als er sie sah, sagte er zu ihnen: 

Geht, zeigt euch den Priestern! Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie rein.

15 Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; 

und er lobte Gott mit lauter Stimme.

16 Er warf sich vor den Füßen Jesu auf das Angesicht und dankte ihm. 

Dieser Mann war ein Samariter.

17 Da sagte Jesus: Sind nicht zehn rein geworden? 

Wo sind die neun?

18 Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?

19 Und er sagte zu ihm: 

Steh auf und geh! Dein Glaube hat di