Umgehen mit „weniger“ von allem:Achim Fink: „Wir bereiten uns vor“

Weniger Priester, Küster, Kirchenmusiker...
Es beschäftigt uns die Frage, wie unsere Gottesdienste in Zukunft aussehen können. Wir müssen damit rechnen, dass uns perspektivisch weniger Priester, weniger Küster sowie weniger Kirchenmusiker zur Verfügung stehen werden. Gleichzeitig erleben wir, dass manche Gottesdienste am Wochenende von immer weniger Menschen besucht werden. Daher müssen wir uns fragen, wie wir unter veränderten Bedingungen auch in Zukunft lebendige Gottesdienste ermöglichen können. Dabei geht es nicht darum, heute schon fertige Antworten zu präsentieren oder vorschnell etwas abzuschaffen. Wir wollen vielmehr hinschauen, miteinander sprechen und uns vorbereiten. Oder, kurz gesagt: Wir beraten – wir bereiten uns vor.
Frechener Gemeinden unter der Lupe
Ein Thema in diesem Jahr ist die sogenannte Pastorale Potentialanalyse. Zu Beginn des Jahres wurden wir vom Erzbistum Köln gebeten, einen umfangreichen Fragenkatalog auszufüllen. Im Juni haben wir uns dazu gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Ortsausschüsse, des Koordinierungsteams und des Erzbistums zusammengesetzt. Wir wollten vor allem verstehen: Was genau soll mit dieser Analyse erreicht werden? Was bedeuten die Kriterien „häufig“, „wenig“, „kaum“ und „gar nicht“ eigentlich konkret? Und vor allem: Was bringt uns diese Analyse hier in Frechen? Um es offen zu sagen: Ganz überzeugt hat uns das Instrument bisher nicht. Auch vonseiten des Erzbistums wurde deutlich, dass einige Kriterien noch nicht präzise genug formuliert sind. Meine anfängliche Haltung – „Das wird schon, da hat man sich sicher etwas dabei gedacht“ – ist dadurch zumindest ein Stück weit ins Wanken geraten. Mit einem Augenzwinkern könnte man in Anlehnung an die Softwarebranche sagen: „Ein Bananenprodukt“ – es reift beim Kunden. Wir warten nun auf eine überarbeitete Fassung und werden den weiteren Prozess aufmerksam begleiten und Sie natürlich über die Entwicklungen informieren.
Gemeinde sind wir alle
Ein weiterer Schritt, den wir im Pfarrgemeinderat gegangen sind, betrifft unsere Zusammenarbeit und Beteiligung. Wir haben damit begonnen, unsere Sitzungen für zwei Vertreter der indischen Gemeinde sowie für jeweils ein entsandtes Mitglied der Ortsausschüsse zu öffnen, die bislang nicht durch gewählte Mitglieder im Pfarrgemeinderat vertreten waren. Das ist für mich mehr als eine formale Beteiligung. Wir werden die Zukunft unserer Gemeinden nur dann gut gestalten können, wenn wir unterschiedliche Erfahrungen, Wünsche und auch Sorgen miteinander teilen. Denn Gemeinde ist nicht das Pfarrbüro. Gemeinde ist nicht der Pfarrgemeinderat. Gemeinde sind wir alle.
Fusion: Was verändert sich?
Mit dem Jahr 2026 sind wir nun im Jahr vor der geplanten Fusion angekommen. Es fühlt sich tatsächlich wie ein Wendepunkt an. Vieles von dem, was uns vertraut ist, wird sich verändern. Gleichzeitig entsteht die Chance, Neues aufzubauen. Die finanziellen Spielräume werden kleiner, die Belastungen für Haupt- und Ehrenamtliche größer und viele Fragen rund um die zukünftigen Strukturen sind noch offen. Aber Veränderung muss nicht automatisch Verlust bedeuten. Vielleicht kann sie auch eine Gelegenheit sein, neu darüber nachzudenken, was uns als Gemeinde im Kern wichtig ist und was wir brauchen und daher unbedingt bewahren möchten.
Und wenn Sie sich jetzt fragen: Was bedeutet die Fusion konkret? Was wird sich verändern? Was bleibt? Und wo kann ich mich einbringen?
Auf diese Fragen möchten wir bei der Gemeindeversammlung am Sonntag, dem 15. November, nach der Messe in St. Audomar eingehen. Wir möchten informieren, Fragen beantworten und gemeinsam mit Ihnen auf die nächsten Schritte schauen.
Mut, um Zukunft mitzugestalten
Mir persönlich ist dabei eines besonders wichtig: Wir sollten die Veränderungen nicht nur als etwas betrachten, das „von oben“ kommt und über das andere entscheiden. Wir haben auch selbst die Möglichkeit, unsere Zukunft mitzugestalten. Dazu braucht es manchmal Mut. Es braucht die Bereitschaft, Neues auszuprobieren. Es braucht aber auch den Mut, Dinge kritisch zu hinterfragen und zu sagen, wenn etwas aus unserer Sicht nicht funktioniert. Und vor allem braucht es Menschen wie Sie, die sich einbringen.
Wenn ich auf die vergangenen Monate zurückblicke, dann sehe ich sehr viel, was Mut macht: Menschen, die Wortgottesfeiern leiten. Menschen, die sich künftig in der Begleitung von Trauernden engagieren möchten. Menschen, die in Ortsausschüssen, Gruppen und Gremien Verantwortung übernehmen. Menschen, die sonntags zum Gottesdienst kommen und damit zeigen: Unsere Gemeinde in Frechen ist uns nicht egal.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen schönen und gesegneten Festtag, viel Freude beim anschließenden Pfarrfest und vor allem Zuversicht für unseren gemeinsamen Weg. Wenn Sie Fragen, persönliche Anliegen oder Ideen haben, sprechen Sie mich gerne an. Meine Kontaktdaten sind im Pfarrbüro für Sie hinterlegt.
Ich freue mich auf das Gespräch mit Ihnen – und auf unseren gemeinsamen Weg.
Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meine Gedanken zu lesen.
Ihr und Euer Achim Fink