St. Antonius von Padua
St. Antonius von Padua

Pfarrei St. Antonius von Padua, Frechen-Habbelrath

Seit knapp 100 Jahren (1912) ist die katholische Kirchengemeinde Habbelrath selbstständig. In dieser Zeit erlebten die Pfarreimitglieder gleich drei Grundsteinlegungen für neue Kirchen: 1904 für die erste eigene Kirche und 1937 für den Neubau der Kirche, weil die alte zu klein geworden war. Direkt neben dem ehemaligen Tagebau Frechen, dem heutigen Marienfeld, gelegen, ist der Ort selbst vom Tagebau betroffen gewesen: In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der Ort umgesiedelt. Geplant war der Ort, der erst seit 1975 zu Frechen gehört, als „Musterstädtchen aus der Retorte für etwa 6000 Menschen“ – so eine Überschrift aus einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1958. 1971 wurde dann – bedingt durch die Umsiedlung ‒ mit dem Bau der heutigen Kirche St. Antonius von Padua begonnen. Der Entwurf der Kirche stammt vom Frechener Architekt Josef Schmitz-Helbig (1921–2008).

Hoch richtet sich die Eingangswand mit dem Kreuz dem Marktplatz entgegen, darunter das große Doppelportal, hinter dem zwei gangartige Wege in den breiten Kirchenraum führen, der beschlossen wird von der hohen Altarwand, die ihr Licht aus verdeckten Fenstern erhält.

Die lebensgroße Kreuzigungsgruppe aus der Rokokozeit. Sie stammt vermutlich aus der Stiftskirche Kerpen und entstand wohl um 1730 im Umkreis des Kurkölnischen Hofbildhauers Johann Franz van Helmont (1715–1755/1756). Ihre bewegte und bewegende Gestaltung lenkt den Blick auf den Altar als das Zentrum.

An der linken Seitenwand hängen die 14 geschnitzten Kreuzwegstationen. Eine lebensgroße Figur des Kirchenpatrons Antonius von Padua mit dem Jesuskind steht im Übergang zur Werktagskapelle.  Sie ist das Werk des Kölners Paul Gisbert Rautzenberg (1899‒1969), von dem man in Frechener Kirchen Figuren finden kann (St. Audomar, Heilig Geist und St. Severin). Auf der rechten Seite nahe des Eingangs hängt eine Marienikone der „Immerwährenden Hilfe“ und regt dazu an, Maria um Fürsprache zu bitten.

Die farbigen Fenster zeigen geometrische Kompositionen und wurden 1972 gestaltet von Dieter Hartmann.

Der ursprünglich geplante Kirchturm auf dem Kirchplatz wurde nie gebaut; so lädt ein Geläut vom Tonband zur Feier des Gottesdienstes ein.