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Bericht aus dem Pfarrgemeinderat:Geh fort … Aufbruch ins Ungewisse?

Ende März traf sich der Pfarrgemeinderat mit Mitgliedern der verschiedenen Ortsausschüsse zu einer ersten gemeinsamen Sitzung nach den Wahlen im vergangenen Jahr.
Weg in Ungewisse
Datum:
15. Apr. 2026

Schwerpunkte: Fusion, zukünftige Gottesdienstangebote, zurückgehende finanzielle Mittel …

Passend dazu beschäftigte sich der Einstiegsimpuls mit Parallelen in den biblischen Texten. Auch diese erzählen von meistens sehr plötzlichen und einschneidenden Ereignissen und Anforderungen, die das Leben des Einzelnen oder auch eines ganzen Volkes fundamental umkrempeln. Im Alten Testament erhält z.B. Abraham von Gott die Aufforderung „geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde…“ (Gen 12, 1). Was für eine Zumutung! Abraham soll alles Vertraute und alles, was Sicherheit für ihn bedeutet – Familie, Heimat – verlassen, um irgendwohin zu kommen, wo weder das Ziel noch die Lebensbedingungen auch nur im Ansatz bekannt sind. Von Abraham wird dann noch berichtet: „Da ging Abram, wie der Herr ihm gesagt hatte… Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er von Haran auszog.“ (Gen 12, 4)

Wir müssen zum Glück nicht eine derart herausfordernde Entscheidung treffen – wir dürfen bleiben, wo wir sind und uns gemütlich eingerichtet haben. Aber das, was für manche von uns teilweise seit Jahrzehnten im Gemeindeleben, im kirchlichen Umfeld, an Gewohnheiten vertraut war, das kann nicht bleiben, wie es immer war. Etliches ist schon anders geworden und wir schauen lieber klagend in die Vergangenheit („früher war mehr Lametta“), als dass wir versuchen, die Chancen zu sehen und zu ergreifen, die sich durch die Veränderungen der tatsächlichen Grundlagen ergeben. Sicher ist manches für uns ungewiss und beängstigend, aber wir können uns auch aktiv gestaltend einbringen. Abraham hat uns ein Beispiel gegeben: Im Vertrauen auf die Zusage Gottes – wenn sie auch hinsichtlich der Details ziemlich unklar scheint – macht er sich mit seiner Frau auf den Weg, und das auch noch im hohen Alter. 

Auch wir sind auf dem Weg. Unsere Herausforderungen bestehen darin, die Zukunft der Kirche in Frechen so zu gestalten, dass sie unter den gegebenen Voraussetzungen Heimat für alle Menschen in Frechen bieten kann. Wie das bei uns im Einzelnen gehen kann, das werden die zukünftigen Treffen sowohl in den Ortsausschüssen und im Pfarrgemeinderat als auch im Zusammenwirken dieser Gremien untereinander erarbeiten. 

Helga Pöttinger