Erzbistum Köln:Jährlich gehen im Schnitt 15.000 Kinder zur Ersten Heiligen Kommunion

Erstkommunion: Eingeladen an den Tisch des Herrn
„Du rufst uns, Herr, an deinen Tisch und schenkst uns selber ein“, heißt es in einem Lied, das in der Vorbereitung auf die Erstkommunion häufig gesungen wird. Etwa mit acht oder neun Jahren, meist im 3. Schuljahr, sind katholische Kinder erstmals zum Mahl in der Kirche eingeladen.
Haben sie vorher an der Hand ihrer Eltern „nur“ ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet bekommen, dürfen sie bei der Erstkommunion zum ersten Mal selbst die Hostie essen. Das katholische Kirchenrecht geht davon aus, dass Kinder ab dem 7. Lebensjahr dazu in der Lage sind, zu erfassen, dass es sich dabei nicht nur um ein kleines Stück Brot handelt, sondern um mehr: Nach katholischem Glauben haben sich Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi verwandelt. Damit verbunden ist der Glaube, dass in dem Sakrament der Eucharistie Christus wirklich in der Gemeinschaft anwesend ist.
Kommunionkurs vermittelt Botschaften des christlichen Glaubens
Im Erzbistum Köln gehen durchschnittlich etwa 15.000 Kinder pro Jahr zur Ersten Heiligen Kommunion. Auf dieses Ereignis werden sie meist einige Monate vorbereitet. In besonders auf sie zugeschnittenen Materialien erfahren sie mehr zu Geschichten aus der Bibel und dem Leben Jesu. So sollen die Kinder die wichtigen Inhalte und Botschaften des christlichen Glaubens vermittelt bekommen. Oft geschieht das anhand eines bestimmten Mottos wie „Mit Jesus in einem Boot“ oder „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“.
Zur Vorbereitung besuchen die Kinder entweder wöchentliche Gruppenstunden oder nehmen an Projekten teil, dazu kommen die Erstbeichte, verschiedene Gottesdienste und Messen sowie Gemeinschaftsaktionen.
Besuch in der „Gläsernen Hostienbäckerei“ Kevelaer
Einen besonderen Ausflug zur Vorbereitung haben die Kommunionkinder der Kirchengemeinde Heilig-Geist aus Ratingen im März 2023 gemacht. Sie besuchten die "Gläserne Hostienbäckerei" in Kevelaer am Niederrhein. Dort haben sie nicht nur theoretisch erfahren, wie eine Hostie hergestellt wird, sondern konnten auch miterleben, wie die Hostien für ihre eigene heilige Erstkommunion hergestellt werden.
Wann findet die Erstkommunion statt?

Die Erstkommunion selbst findet in den Gemeinden zum Teil am traditionellen "Weißen Sonntag" statt, dem 1. Sonntag nach dem Osterfest. Der Name des Tages stammt schon aus dem frühen Christentum: der wichtigste Tauftermin war im Rahmen der Feier der Osternacht. Die (damals erwachsenen) Neugetauften trugen ihre langen weiße Gewänder – das Taufkleid – dann eine Woche lang zu den täglichen Gottesdiensten.
In vielen Seelsorgebereichen gibt es mehrere Erstkommunionmessen, die in der Osterzeit zwischen Ostermontag und Christi Himmelfahrt stattfinden.
Festliche Kleidung oder einfache einheitliche Gewänder
Auch heute tragen noch viele Mädchen weiße lange Kleider zur Erstkommunion und die Jungen festliche Anzüge. An manchen Orten tragen aber auch alle Kinder weiße Alben, also einfache Gewänder, was stark an die frühchristliche Tradition erinnert.
Wie die Kommunionmessen gestaltet sind, ist in den einzelnen Gemeinden sehr unterschiedlich. Die meisten Kinder feiern anschließend mit ihren Familien, Freunden und Verwandten ein Fest.