Neuerung ab der zweiten Jahreshälfte:Touristische Besichtigungsgebühr für den Kölner Dom

Kölner Dom bleibt als Gotteshaus weiter offen für alle
Im Rahmen einer Pressekonferenz zur Neuordnung ihrer Finanzen hat die Hohe Domkirche ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgestellt. Kernpunkt ist die Einführung einer touristischen Besichtigungsgebühr für den Kölner Dom ab der zweiten Jahreshälfte. Für Gottesdienstbesucherinnen und -besucher, für Betende sowie für alle, die eine Kerze entzünden möchten, bleibt die Kathedrale weiterhin kostenfrei zugänglich.
Hintergrund der Entscheidung sind insbesondere die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Aufwendungen für Personal, Energie und Sicherheit, die den Unterhalt des Doms erheblich verteuert haben.
Haus Gottes und Haus für alle

Die vom Domkapitel geplante Gebühr betrifft ausschließlich den touristischen Besuch, nicht den geistlichen Zugang. Dies ist auch Kardinal Woelki ein besonderes Anliegen. Er betont: „Ich habe großen Respekt, dass sich das Domkapitel den wirtschaftlichen Herausforderungen am Dom stellt, auch wenn dies mit schwierigen Entscheidungen verbunden ist. Entscheidend für mich ist, dass der Dom für alle offen und frei zugänglich bleibt, die dort Gottesdienst feiern, beten oder eine Kerze entzünden möchten.“
Dies entspricht den Überlegungen des Domkapitels, dessen oberste Prämisse es ist, den Charakter des Domes als Gotteshaus zu erhalten. Deshalb betrifft die Besichtigungsgebühr auch nur touristische Besuche, aber nicht den geistlichen Zugang. Der Dom wird also auch künftig für alle mit einem geistlichen Anliegen 14 Stunden am Tag zwischen 6 Uhr morgens und 20 Uhr abends geöffnet sein.
Die Rolle des Erzbistums
Der Kölner Dom ist Bischofskirche und geistliches Zentrum des Erzbistums. Zugleich ist der Dom eine eigenständige Körperschaft öffentlichen Rechts und gehört gewissermaßen sich selbst. Über Verwaltungs-, Finanz- und Wirtschaftsfragen entscheidet allein das Metropolitankapitel (Domkapitel), weder das Erzbistum noch der Erzbischof haben darauf unmittelbaren Einfluss.
Gleichzeitig stehen Domkapitel und Erzbistum in einem engen und vertrauensvollen Austausch. Im Januar hat das Domkapitel das Erzbistum über die geplante Einführung einer touristischen Besichtigungsgebühr sowie die Hintergründe informiert. Der Erzbischof hat daraufhin Hilfe des Erzbistums angeboten, um die finanzielle Handlungsfähigkeit des Domes in der Umstellungsphase abzusichern.
Zugleich unterstützt das Erzbistum den Dom weiterhin mit erheblichen Zuschüssen und hat sich – anders als bei anderen Zuschussempfängern – verpflichtet, diese auf hohem Niveau stabil zu halten. Damit leistet das Erzbistum auch künftig einen wesentlichen Beitrag zum Unterhalt des Domes sowie zu seinem gottesdienstlichen und seelsorglichen Leben.
Wirtschaftlicher Hintergrund der Entscheidung
Die wirtschaftliche Lage des Kölner Doms, den jährlich rund 6 Millionen Menschen besuchen und in dem 1.800 bis 2.000 Gottesdienste stattfinden, ist seit einiger Zeit angespannt. Allgemeine Preissteigerungen sowie höhere Personal-, Energie- und Sicherheitskosten führen zu stetig wachsenden Ausgaben. Diese belaufen sich im laufenden Jahr auf rund 44.000 Euro pro Tag. Die Rücklagen, mit denen bisherige Jahresfehlbeträge ausgeglichen werden konnten, sind inzwischen weitgehend aufgebraucht.
Um die Einnahmesituation zu verbessern, hat das Domkapitel bereits erste Schritte unternommen. Dazu gehören personelle Anpassungen, Preiserhöhungen für die Turmbesteigung und den Besuch der Schatzkammer, Konzerteintritte und zusätzliche Opferstöcke. Diese Maßnahmen allein reichen aber nicht aus, die bestehende Finanzierungslücke zu schließen. Die geplante Besichtigungsgebühr soll dazu beitragen, den Dom langfristig zu sichern, damit er auch zukünftigen Generationen als Gotteshaus und Weltkulturerbe erhalten bleibt.
Transparente und verantwortungsbewusste Umsetzung
Das Domkapitel will in den kommenden Wochen tragfähige Lösungen für die Einführung der touristischen Besichtigungsgebühr erarbeiten und rechtzeitig über Preise, Buchung, Zahlung und Wegeführung informieren. Ziel ist ausdrücklich keine Ausgrenzung, sondern eine nachhaltige Finanzierung, damit der Dom dauerhaft ein Ort des Glaubens und der Begegnung bleiben kann. Geprüft werden daher auch Sonderkonditionen und mögliche Aktionstage mit freiem Eintritt für bestimmte Besuchergruppen.