Guten Tag zusammen,
puh, ist das heiß! Vor 14 Tagen haben wir allerdings noch gejammert, es sei zu kalt. Und wieder einen Pullover herausgeholt oder die Jacke angezogen…
Ja, es ist zu heiß. Hitzerekord! Aber meckern tun wir immer! Über fast alles und jedes.
Nicht nur beim Wetter! Bevor die Rentenpläne (offiziell) vorgestellt wurden, wurde schon kritisiert, kommentiert, gemeckert. Wie soll da eine Lösung kommen - weil sie aufgrund der demografischen Entwicklung kommen MUSS! Wir werden alle lernen (müssen), dass es so nicht weitergehen kann. Und uns, denen es besser geht als dem Durchschnitt werden auch mehr zu einer Lösung beitragen, uns neu ausrichten und verzichten müssen!
- Oder haben Sie eine andere Idee? Nur die anderen sollen sparen, funktioniert nicht!
Immer wieder stellen sich grundlegende Fragen. Was zählt im Leben? Was ist wichtig? Ist es nur Geld und Besitz? Das heutige Evangelium ist eine Provokation, gibt aber auch eine Denkrichtung an: „Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf,
und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“ Gutes Tun bedeutet Gott aufnehmen: Was ihr für einen Menschen getan habt, habt ich mir getan! Das zählt!
- Corona hat uns brutal gezwungen anders zu leben! Könnte ein anderer Lebensstil hervorkommen aus Einsicht in die Notwendigkeit der Veränderung unseres Lebensstils? Weiter so geht schlicht und ergreifend nicht!
- Welchen Beitrag kann der Glaube / können die Religionen und die Gemeinschaft der „Menschen guten Willens“ (wie Päpste gerne formulieren) beisteuern?
In dieser Woche (25./26. Juni) durfte ich meine Weihetage begehen: 40 Jahre Diakonenweihe in St. Marien, Köln-Nippes (1986) und 39 Jahre Priesterweihe im Kölner Dom (1987). Wie die Zeit vergeht! Ich bin Gott dankbar diesen seelsorglichen Dienst mit und für viele Menschen ausüben zu dürfen! Vieles konnte ich in den Jahren erfahren und lernen und so meine Sicht durch Erfahrungen im Leben und Glauben weiterentwickeln und erden, was auch manch kritische Stellungnahme hervorgebracht hat!
2 „Weihetags-Erfahrungen“: am Donnerstagabend (25.6.) war ein Referent des Erzbistums in Frechen um zu erklären, wie die sehr umfangreiche „Pastorale Schwerpunktanalyse“ erstellt werden kann /sollte!? Da bleiben für die Teilnehmenden aus Pfarrgemeinderat und Ortsauschüssen, die alle Gemeinden vertreten haben, noch Fragen offen um zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen. U.a. auch die Frage: wer soll das alles machen? - Ich kann noch nicht erkennen, dass die kirchliche Behörde eine „Service Agentur“ für die Gemeinden ist, wie sie stets behauptet. Für mich sieht es mehr nach Arbeitsbeschaffungshaus für Ehrenamtliche und Hauptamtliche aus. Die Analyse ist auf jeden Fall ein Thema in der nächsten PGR-Sitzung. Das ist die eine Erfahrung…
…und die andere: am Freitagabend (26.6.) konnte ich im St. Elisabeth-Heim die Euchariste nicht nur mit den Ordensschwestern feiern, sondern auch aus Anlass von 30 Jahre „Franziska-Schervier-Altenhilfe gGmbH“, die Träger von mehreren Altenheimen ist. Ich konnte in der Rede des Geschäftsführers beim anschließenden Mitarbeitenden-Fest hören, wie klug die Ordensschwestern damals gehandelt haben: nach dem sich in den 90er Jahren abzeichnete, dass der Orden dauerhaft mangels Nachwuchses die Aufgabe nicht mehr erfüllen kann, haben sie sich Verantwortliche gesucht und mit ihnen die gGmbH gegründet. So wird im christlichen Geist der Gründerin Franziska Schervier das Werk in „modernen Gewand“ fortgeführt und den gestiegenen Anforderungen an moderne Senioreneinrichtungen Rechnung getragen. Neben den Immobilien sind vor allem Investitionen in die qualifizierten Mitarbeitenden von besonderer Bedeutung, schreibt die Gesellschaft. Ich durfte dabei in glückliche Gesichter der damals maßgeblich beteiligten Ordensfrauen – „unseren“ (!) Königsdorfer Ordensfrauen - schauen! Danke für den Mut und das großartige Engagement gemeinsam die eigene Sache weiterzuentwickeln, zukunftsfähig zu machen und nicht von oben überzustülpen…
- Beim nächsten Thema blicken über den konfessionellen Tellerrand hinaus und gehen in die gelebte Ökumene.
Der Abschied von Almuth Koch-Torjuul beschäftigt mich, weil wir lange vertrauensvoll, konstruktiv und unkompliziert zusammengearbeitet haben. Die evangelische Pfarrerin geht nach 26 Jahre Tätigkeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Frechen in den wohlverdienten Ruhestand. Der Gottesdienst mit ihrer Entpflichtung durch Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger findet statt am Sonntag, 5. Juli 2026 um 10.30 Uhr in der Evangelischen Kirchen, Hauptstraße 209. Anschließend lädt das Presbyterium zum Empfang ein. Ungezählte ökumenische Schulgottesdienste mit der Grefrather Grundschule haben wir beide – als eingespieltes Team gemeinsam mit den Lehrerinnen - in all den Jahren in St. Mariä Himmelfahrt gefeiert. Die Gottesdienste zur Einschulung und zum Schulabschluss, im Advent und vor Ostern sind besonders zur erwähnen. Hinzu kamen Gottesdienste mit der Lindenschule in St. Severin und zu anderen Anlässen. Konstruktiv und freundschaftlich war das Miteinander im Ökumenischen Seelsorgeteam, das sich halbjährlich trifft. Absprachen und Austausch waren immer auf „kurzem Dienstweg“ möglich. Dafür und für viele andere gemeinsame Aktivitäten mit den katholischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern und den Gemeinden möchte ich von Herzen „Danke“ sagen und Almuth Koch-Torjuul für den neuen Lebensabschnitt Gottes Segen wünschen. Ich freue mich beim Entpflichtungsgottesdienst dabei sein zu dürfen und blicke gleichzeitig mit Wehmut auf dieses Abschiednehmen-müssen.
Am kommenden Sonntag nimmt auch Thomas Wolff, von 2004 bis 2014 Pfarrer von St. Sebastianus/St. Ulrich bzw. Pfarrvikar der Pfarreiengemeinschaft Frechen und seitdem Leitender Pfarrer im Kölner Norden, Abschied von seinem bisherigen Wirkungskreis. Um 15.00 Uhr beginnt in St. Pankratius in Köln-Worringen die Heilige Messe. Zum 1. September 2026 wird er Leitender Pfarrer in der Pastoralen Einheit Alfter/Bornheim (im ‚Vürjebirje‘).
„‘Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.‘ Unser Tun ist das Tun Jesu, das Tun Gottes! ‚Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. – Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.‘ Meine lieben Mitchristen, ist das nicht ein bisschen viel verlangt?“ fragt Diakon Hartmut Engbroks in seinen „Gedanken“ zum heutigen Sonntag und fügt folgende Fragen hinzu: „Sind wir dazu von Gott geschaffen worden, dass wir unser Leben nicht gewinnen wollen dürfen und Kreuze auf uns nehmen müssen? Passt dieser Auftrag Jesu mit dem natürlichen Drang des Menschen nach Selbstverwirklichung zusammen?“
Weiter schreibt er: „Der Schlüssel zur Auflösung dieser Fragen liegt in dem Begriff „Selbstverwirklichung“. Was ist das eigentlich? Es gibt viele Mitmenschen, die verstehen unter Selbstverwirklichung, nur das zu tun, wozu sie gerade Lust haben, und möglichst viel zu erreichen, von dem sie bei anderen gesehen haben, dass es das Leben schönmacht. Viel erleben, viel besitzen, das Leben auskosten, sich auf der Welt bemerkbar machen, Ansehen genießen, von anderen möglichst nicht belästigt werden, eben sich selber leben. Das ist offenbar heutzutage ein sehr verbreitetes Lebensziel. - Doch dieser Lebensentwurf hat Schwächen. Es kommt ja nicht selten vor, dass eine kurzfristige Steigerung der Lebenslust schon bald zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führt. Dem übertriebenen Feiern folgt oft genug der Katzenjammer. Der ungezügelte Gebrauch von Genussmitteln oder gar von Rauschgiften richtet einen Menschen schnell zugrunde. Dabei zeichnet es doch gerade den Menschen vor dem Tier aus, dass er die Fähigkeit hat, sein Übermaß an Bedürfnissen und Befähigungen zu beherrschen und so die Kontrolle über sich zu bewahren. Eine Selbstverwirklichung, die jedem momentanen Antrieb nachgibt, führt zu einem Leben, das genau diese Qualität aufgibt. Dann wird der Mensch zum Unmenschen, abhängig und hemmungslos, zügellos und unfrei, er verliert seine Würde. Leider gibt es auch hierfür täglich auf den Straßen und in den Medien Beispiele.“
Den Wortlaut sowie eine Meditation und ein selbst gemaltes Bild von Diakon Engbroks finden Sie jede Woche auf unserer Internetseite.
- Über den Weg zur Fusion habe ich in den letzten beiden Ausgaben geschrieben. Heute können Sie übrigens zum Thema einen gut recherchierten Artikel in Stadtanzeiger/Rundschau lesen: „Acht Pfarreien fusionieren zu ‚St. Audomar‘“.
- Heute „verrate“ ich Ihnen was in den Dekreten zitierten Canones (Paragrafen) steht!
Canon 528 CIC: „Der Pfarrer ist verpflichtet, dafür zu sorgen, dass denen, die sich in der Pfarrei aufhalten, das Wort Gottes unverfälscht verkündet wird, er hat deshalb dafür zu sorgen, dass die Laien in den Glaubenswahrheiten unterrichtet werden, besonders durch die Homilie an den Sonntagen und den gebotenen Feiertagen und durch die katechetische Unterweisung. (…) Er hat sich darum zu bemühen, dass die Botschaft des Evangeliums auch zu jenen gelangt, die die religiös abständig geworden sind oder sich nicht zum wahren Glauben bekennen.“
- Was ist „der wahre Glaube“? Katechismus-Wissen kann es nicht (alleine) sein. Es geht um gelebten Glauben, und den kann ich nur dann teilen mit den Menschen, wenn wir uns regelmäßig begegnen. Das ist aber in diesen Groß-Pfarreien nicht möglich. Und Frechen ist da mittlerweile eine kleine Einheit (im Vergleich zu anderen z.B. in Köln).
- Welcher Pfarrer soll das alles leisten in immer größeren „Pastoralen Einheiten“ (mit zig „Kirchorten“)?
Und der nächste im Dekret erwähnte Paragraf (canon 529 CIC) lautet so:
„Um die Hirtensorge sorgfältig wahrzunehmen, hat der Pfarrer darum bemüht zu sein, die seiner Sorge anvertrauten Gläubigen zu kennen;
- deshalb soll er die Familien besuchen, an den Sorgen, den Ängsten und vor allem an der Trauer der Gläubigen Anteil zunehmen und sie im Herrn bestärken,
- und wenn sie es irgendwelchen Dingen fehlen lassen,
- soll sie in kluger Weise wieder auf den rechten Weg bringen, mit hingebungsvoller Liebe soll er den Kranken, vor allem den Sterbenden zur Seite stehen.
- Und er sie sorgsam durch die Sakramente stärkt und ihre Seele Gott anempfiehlt;
- er soll sich in besonderer Aufmerksamkeit den Armen, Bedrängten, Einsamen den aus ihrer Heimat Verbannten und ebenso denen zu wenden, die in besondere Schwierigkeiten geraten sind,
- auch soll er seine Aufgabe darin sehen, die Gatten und Eltern bei der Erfüllung der ihnen obliegenden Pflichten zu stützen und die Vertiefung eines christlichen Lebens und der Familie zu fördern.“
Ja, das sind die Aufgaben des Pfarrers, aber auch aller anderen Priester, Diakone und Seelsorgerinnen und Seelsorger, die allerdings nicht in jedem Bistum so genannt werden (dürfen). Die Begründung für die Fusion ist teilweise ziemlich abgehoben, theoretisch, formaljuristisch kirchenrechtlich.
Im Deket heißt es zusammenfassend: „Es besteht die berechtigte Erwartung und der rechtliche Anspruch der Gläubigen, dass in der eigenen Pfarrei weiterhin alles geleistet wird, was Inhalt einer umfassenden pfarrlichen Seelsorge ist.“
- Was dürfen die Gläubigen - in Frechen oder anderswo – berechtigt erwarten? Was erwarten sie tatsächlich? Was erwarten Sie persönlich?
Aus meiner Erfahrung sind die Erwartungen genauso wie der gelebte Glauben in den Gemeinden sehr unterschiedlich…
Die positiven Erfahrungen der Zusammenarbeit und des Miteinanders werden dankenswerter Weise genannt, wie im letzten Sonntagsgruß zitiert – aber dann kommt die letzte Schlussfolgerung: „Nichtsdestotrotz – und bei allem Positiven, die Kräfte auf diese Weise auf die Verwirklichung der Sendung der Kirche zu konzentrieren – können diese Formen lediglich als Mittel zum Zusammenwachsen der Pfarreien … innerhalb einer solchen Einheit verstanden werden.“
Allerdings: auch Großpfarreien brauchen Untergliederungen, damit die Menschen vor Ort – an den sog. „Kirchorten“ – den bisherigen Gemeinden – den Glauben leben können. Das haben wir in den Arbeitsgruppen der Kirchenvorstände, die die Fusion vorbereiten, erfahren und zum größten Teil „durchbuchstabiert“.
Anders ausgedrückt: bisher gibt es acht Kirchenvorständen, die die gemeinsamen Aufgaben im Kirchengemeindeverband und den Ausschüssen wie Personal, Immobilien und Finanzen wahrnehmen. - Ab 2027 gibt es einen Kirchenvorstand, der Unterstützung von Sachausschüssen und Ortsverantwortlichen (Arbeitstitel „Gemeindeausschüsse“) braucht, die beispielsweise verantwortlich für den Erhalt der Gebäude sind.
- Lesen Sie auf dem Hintergrund der anstehenden Herausforderungen das heutige Evangelium und versuchen Sie dabei Verbindungen herzustellen!
Zusammenfassend: so einfach wie das auf geduldigem Bischofspapier klingt, ist es nicht!
- Aber, und dann ein entscheidendes Aber: bei aller Kritik bleibt uns nichts anderes übrig, als heute die Kirche-in-Frechen für morgen und übermorgen zu gestalten!
- Packen wir es gemeinsam an! Machen auch Sie, fragen Sie nach … und manchen wir uns auf den Weg! Viele Schritte zur Vorbereitung sind von Kirchenvorständen, PGR, Verwaltungsleitung u.a. bereits gemacht. Wir fangen nicht bei Null an!
Sonntag, den 5. Juli, habe ich mit den Verabschiedungen schon erwähnt. Wie jedes Jahr ist vor und nach den Schulsommerferien viel los.
Die Kirche St. Ulrich feiert ihr Patrozinium um 8.30 Uhr mit der Hl. Messe, die vom Kapellenchor mitgestaltet wird, und anschließendem Beisammensein.
Im Hildeboldzentrum in Königsdorf ist „Tag der offenen Tür der Bücherei St. Sebastianus“ mit verschieden Angeboten.
Passen Sie auf sich auf! Sommerliche Grüße
Ihr und euer Christof Dürig
Matthäus 10,37-42: Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, ist meiner nicht wert. -
Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf!
In jener Zeit sprach Jesus zu den Aposteln:
37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert,
und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.
38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert.
39 Wer das Leben findet, wird es verlieren;
wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.
40 Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf,
und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
41 Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist,
wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt,
weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten.
42 Und wer einem von diesen Kleinen
auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist –
Amen, ich sage euch:
Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.
