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St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zum 3. Fastensonntag

Guten Tag zusammen,

in seiner monatlichen Gebetsmeinung für März bittet Papst Leo XIV. um Frieden allgemein – wie aktuell und bitter notwendig dies ist, zeigen die vergangenen Tage:   

  • „Wir beten, dass alle Nationen in einer wirksamen Abrüstung vorankommen, besonders in der nuklearen Abrüstung, und dass die Verantwortlichen in der Welt den Weg des Dialogs und der Diplomatie wählen statt der Gewalt.“

Das klingt fast irreal angesichts der Weltlage – oder es ist Ausdruck eines unerschütterlichen Glaubens an den Gott, der stärker ist als der Tod!

Der Staatssekretär des Papstes, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, stellte die Begründungen für den Krieg infrage und hat im Namen des Vatikans die Luftangriffe Israels und der USA gegen den Iran umfassend kritisiert. Gemäß der UN-Charta sei ein Angriff nur erlaubt, nachdem alle Instrumente des politischen und diplomatischen Dialogs ausgeschöpft worden seien. Dies gelte im Übrigen nur im Rahmen einer multilateralen Ordnung: „Würde den Staaten das Recht auf einen 'Präventivkrieg' nach eigenen Kriterien und ohne einen überstaatlichen Rechtsrahmen zuerkannt, könnte die ganze Welt in Flammen stehen." Derzeit sei an die Stelle der Kraft des Rechts das Recht des Stärkeren getreten.

Auch die Unterdrückung der Menschenrechte durch das Mullah-Regime ist aus der Sicht von Kardinal Parolin kein hinreichender Kriegsgrund. Er betonte, die Menschen im Iran hätten ein Recht, in einer Gesellschaft zu leben, die allen garantiert, ihre Ideen frei und öffentlich zum Ausdruck zu bringen. Doch müsse man fragen, ob wirklich geglaubt werde, dass die Lösung durch den Beschuss mit Raketen und Bomben kommen könne. Mit Nachdruck forderte Parolin eine Rückkehr zu einer multinationalen Ordnung und erinnerte an das 20. Jahrhundert:

„Nach dem Zweiten Weltkrieg, der etwa 60 Millionen Tote gefordert hat, wollten die Gründerväter mit der Schaffung der UNO ihren Kindern die Schrecken ersparen, die sie selbst erlebt hatten. Deshalb wollten sie in der Charta der UNO präzise Vorgaben zur Regelung von Konflikten festhalten." Leider würden Prinzipien wie das Selbstbestimmungsrecht der Völker, die territoriale Souveränität und die Regeln des Kriegsrechts infrage gestellt. Die Einhaltung des internationalen humanitären Rechts dürfe nicht von strategischen Interessen abhängen.

Ähnlich beurteilt der deutsche Militärbischof Franz-Josef Overbeck den Angriff der USA und Israels. „Aus meiner Sicht handelt es sich hier um einen Verstoß gegen das Völkerrecht, der die ohnehin schon geschwächte regelbasierte Ordnung weiter aushöhlt", erklärte der Essener Bischof auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Natürlich sei die Herrschaft der Ajatollahs ein brutales Unterdrückungsregime. Dem Regime aber mit Waffengewalt entgegenzutreten, hält Overbeck für problematisch. Er erinnerte daran, dass Bedrohungsprognosen in der Vergangenheit oft fehlerhaft gewesen sind.

Das Völkerrecht müsse gelten, denn: „Wird es ausgehöhlt, droht ganz offen das Recht des Stärkeren, an die Stelle der Stärke des Rechts zu treten – und das führt in eine gefährliche Sackgasse." Overbeck bezeichnete die Bewertung des Angriffs als Dilemma, da auch das iranische Regime das Völkerrecht mit Füßen trete und schwerste Menschenrechtsverletzungen begehe. „Auf der einen Seite bin ich erschüttert über die schrecklichen Taten dieses Unrechtsregimes, und auf der anderen Seite steht die Einsicht, dass Rechtsbindung gerade im Konfliktfall entscheidend ist."

  • Damit sind wir wieder bei der Gebetsbitte von Papst Leo: „…und dass die Verantwortlichen in der Welt den Weg des Dialogs und der Diplomatie wählen statt der Gewalt.“
  • Die letzte Bitte des Vaterunsers „Erlöse uns von dem Bösen“ ist leider aktuell wie selten! Zig Millionen leiden unter so viel Bösem, Gewalt, Terror, Flucht, Angst…
  • „Nebenbei“ verdienen die (US-amerikanischen) Ölkonzerte Millionen durch die drastischen Preiserhöhungen mit dem Benzin, das sie viel günstiger eingekauft haben. „Ein guter Deal“ für die Aktionäre – zulasten des Volkes!!!

Von der Weltlage zum Sonntags-Evangelium: Unter dem Gedanken „Vom Glauben, der den Durst nach Leben stillt“ hat unsere Gemeindereferentin Elke Wittemann das „Wort für die Woche“ gestellt: „Die Frau aus Samarien, die uns das Evangelium (Joh 4,5-42) am Sonntag vor Augen stellt, hat in der Begegnung mit Jesus geschenkt bekommen:

  1. Sie darf in der Begegnung mit Jesus wahrhaftig sein und fühlt sich ehrlich angenommen. 2. Sie erfährt eine unbedingte Verbundenheit mit der Quelle und dem göttlichen, tragenden Urgrund des Lebens.

Wie gut, dass sie ihrer Sehnsucht und ihrem Lebensdurst selbst in der größten Mittagshitze noch gefolgt ist! Wie heilbringend, dass sie sich auf die unerwartete Begegnung mit Jesus, dem Christus, ehrlich einlassen konnte! Welche Bedeutung spielte da am Ende noch die Frage nach ihrer religiösen oder sozialen Zugehörigkeit?  Einen wahrhaftigen Glauben, der lebendig macht und zur Quelle des Lebens führt“ wünscht sie uns allen.

  • Und was das mit ihrer Arbeit als Krankenhausseelsorgerin zu tun hat, können Sie in den Pfarrnachrichten herausfinden!

Aufschlussreiche und lesenswerte Gedanken zum Evangelium finden Sie wiederum bei Annette Jantzen. Sie beschreibt darin, welche wichtigen Passagen in der Leseordnung ausgelassen werden und wie dies die Jesus-Botschaft und das Frauen-Bild beeinflusst. https://gotteswort-weiblich.annette-jantzen.de/kategorie/f-zum-evangelium.  

Die Mitteilung, das zukünftig für die Besichtigung des Kölner Doms Eintrittsgeld verlangt wird, hat Deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Es zeigt, wie ernst die finanzielle Lage im Erzbistum Köln ist. Unter „Zeitenwende in Köln“ in der Rundschau heißt es im Kommentar: „Der Eintritt für den Dom mag unter dem Kostendruck nicht mehr prallgefüllter Kassen bei den Geldgebern und den schwindenden Steuerweinnahmen der Kirche ein logischer Schritt sein, für die kölsche Seele ist es dennoch ein tiefer Einschnitt.“  Der Stadtanzeiger meint: „Ein Eintrittsgeld rückt das Gebäude aus der Sphäre des Religiös-Spirituellen weg, schiebt es ins Museale – und schafft zugleich ein Stück Distanz zu den Menschen. Wer künftig – auch als Kölnerin und Kölner – für einen Moment des Innehaltens, für eine kurze Auszeit vom Alltag in den Dom gehen möchte, wird sich erklären müssen!“

Der Dom ist eben der Dom!! Und nicht irgendeine Kirche…

  • Die bange Frage schließt sich an: Was kommt mit der angekündigten stark reduzierten Geldzuweisung an die Gemeinden – auf uns - zu? Wir werden unser persönliches Verhältnis zu den Kirchen(-gebäuden) und zur Kirche (als Glaubensgemeinschaft) bei den anstehenden Veränderungen neu ausloten müssen…!!!

Damit sind wir bei den Pfarrgemeinden - und damit auch in Frechen - angekommen. Im Bericht aus dem Pfarrgemeinderat, der am 25. Februar getagt hat, lesen wir in den Pfarrnachrichten:

„Viele fragen sich: Wie soll das gehen angesichts fehlender Hilfestellungen und zahlreicher, scheinbar planloser Vorgaben, was bis wann zu geschehen hat. Da passt es gut, dass unsere Überlegungen am Beginn der Fastenzeit stattfanden. Es hilft – nicht nur vor großen Aufgaben und Veränderungen, sondern auch im Alltag – mal einen Schritt zurückzutreten, raus aus der Hektik und Unübersichtlichkeit, hinein in eine besinnliche Ruhe.

Kardinal Woelki schlägt hierfür in seinem Fastenhirtenwort vor, sich wenigstens 8 Minuten am Tag Zeit für einen solchen Rückzug zu nehmen, achtsam zu sein auf die Menschen um uns herum, auf uns selbst. So gestärkt kann man Schritt für Schritt vorangehen. Man muss nicht den kompletten Weg von Anfang an im Blick haben und planen. Beppo Straßenkehrer aus dem Buch „Momo“ von Michael Ende hat dazu einen passenden Rat, den ich hier zitiere: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.” Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: “Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.” 

Eine Person wird im ECHO (Originaltöne von Mitgliedern) mit ihrer Verwunderung zitiert: „Immer wieder bin ich überrascht, welche Entschlüsse bzw. Vorgaben aus Köln kommen. Wir lassen uns nicht abschrecken! Wir gehen gemeinsam in die Zukunft.“

Dieser realistischen und trotzdem gleichzeitig hoffnungsfrohen Einstellung möchte ich mich gerne anschließen und Ihnen und euch einen erholsamen 3. Fastensonntag und eine gute Woche in der Vorbereitung auf das Fest des Lebens wünschen!

  • Schöpfen wir dabei aus der Quelle des Glaubens, die von Jesus gespeist wird: „Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt.“

Ihr und euer Christof Dürig

 

Johannes 4,1-42 (hier: Kurzfassung):

Das Wasser, das ich gebe,

wird zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt

4 1 Jesus erfuhr, dass die Pharisäer gehört hatten,

er gewinne und taufe mehr Jünger als Johannes -

2 allerdings taufte nicht Jesus selbst, sondern seine Jünger -;

3 daraufhin verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa.

4 Er musste aber den Weg durch Samarien nehmen.

5 So kam er zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte.

6 Dort befand sich der Jakobsbrunnen.

Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen;

es war um die sechste Stunde.

7 Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen.

Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!

8 Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen.

9 Die Samariterin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.

10 Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!,

dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

11 Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief;

woher hast du also das lebendige Wasser?

12 Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben

und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?

13 Jesus antwortete ihr:

Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen;

14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde,

wird niemals mehr Durst haben;

vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden,

deren Wasser ins ewige Leben fließt.
15 Da sagte die Frau zu ihm:

Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen!

19b Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.

20 Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet;

ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.

21 Jesus sprach zu ihr:

Glaube mir, Frau, die Stunde kommt,

zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.

22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen;

denn das Heil kommt von den Juden.

23 Aber die Stunde kommt und sie ist schon da,

zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit;

denn so will der Vater angebetet werden.

24 Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.

25 Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt.

Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.

26 Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht.

39a Aus jener Stadt kamen viele Samariter zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin.

40 Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben;

und er blieb dort zwei Tage.

41 Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte.

42 Und zu der Frau sagten sie:

Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.