Guten Tag zusammen,
„Feuer in Frechener Flüchtlingsheim. Gebäude Norkstraße ist unbewohnbar – 44 Bewohner untergebracht – Ursache unklar“. Unter dieser Überschrift berichteten Stadtanzeiger und Rundschau am vergangenen Samstag.
- Es betrifft wieder einmal die Ärmsten der Armen - meistens Menschen aus anderen Ländern auf tragische Weise! Das war mein erster Gedanke als ich das las.
Gefreut habe ich mich als ich dann hörte, dass einige Menschen – vorwiegend aus St. Severin - mit unserem Engagementförderer Markus Gehringer, der von der Stadt Frechen informiert wurde, spontan und effektiv geholfen haben und den Pfarrsaal als erste Anlaufstelle zur Verfügung gestellt haben!!!
- Danke! Danke! Danke! Auch das ist Kirche konkret. Für die Menschen! Wir können froh und ein wenig stolz sein, dass es in einer schlimmen Notlage solche Personen gibt!
In den Pfarrnachrichten können Sie dazu lesen:
„Am Freitagnachmittag, 16.01.26 wurde auf Grund eines Feuers die gesamte Flüchtlings- und Obdachlosen-Notunterkunft in der Norkstraße evakuiert. Aufgrund der dadurch entstandenen und noch nicht absehbaren Schäden, mussten alle 44 Bewohner kurzfristig in andere Notunterkünfte vermittelt werden. Damit die teils unter Schock stehenden Personen, vor allem Familien mit kleinen Kindern, die all ihr Hab und Gut zurücklassen mussten, sich im warmen und trockenen sammeln konnten, hat St. Severin der Stadt sofort den Pfarrsaal zur Verfügung gestellt. So konnte von hieraus die Unterbringung und Koordination der Bewohner ermöglicht werden. Die Kleiderkammer an St. Severin öffnete mit großem Engagement umgehend die Türe, sodass allen Bewohner fürs Erste ein paar Kleidungsstücke zur Verfügung haben. Neben Kleider, Raum und Toilette wurden alle in den Stunden der Ungewissheit von Engagierten mit Kaffee, Tee, Knabbereien und Pizza versorgt sowie Babynahrung, Pampers und Ladegeräte finanziert. Ein tolles Beispiel, wie Kirche vor Ort sich in Not für die Ärmsten der Stadt einbringt und hilft. Vielen Dank an alle Engagierten, die sich ohne zu zögern sofort eingebracht haben.“
- Auch Sie haben die Möglichkeit zu helfen: Die Stadt unter Leitung von Bürgermeister Uwe Tietz organisiert mit verschiedenen Vereinen und Initiativen (u.a. ev. und kath. Kirche, SKF, Miteinander-füreinander, Flüchtlingshilfe) für die Bewohner eine Spendenaktion, da diese keinen Zugang mehr zu ihren Sachen haben. Gesucht werden Kinderwagen, Kinderkleidung, Spielzeug für Kinder von 0–6 Jahren, Schwangerschaftskleidung, Pfannen, Töpfe und Geschirr sowie Baby- und Pflegeartikel.
- Bitte beachten Sie, dass nur die oben genannten Spenden angenommen werden!
- Die Termine für die zentrale Spendenannahme sind am Samstag, 24. Januar,00 bis 15.00 Uhr und Donnerstag, 29. Januar, 15.00 bis 17.00 Uhr in der Schützenstraße 7–9.
In den Medien wurde in dieser Woche berichtet, dass der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, nicht zur Wiederwahl antritt. Er schreibt: „Um im Vorfeld gute diesbezügliche Überlegungen zu ermöglichen, möchte ich Euch mitteilen, dass ich für eine erneute Wahl nicht zur Verfügung stehe. Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden.“
Bischof Bätzing empfindet es „als eine große Ehre und Freude, diesen Dienst in wahrlich anspruchsvollen Zeiten zu tun, die zugleich neue Gestaltungsspielräume eröffnen“. In seinem Brief spricht er einen vielfachen Dank aus und zwar an alle, „die mich in den zurückliegenden sechs Jahren wertschätzend und konstruktiv-kritisch unterstützt haben“.
Für die anstehende Wahl bete er um Gottes guten Geist und wünscht dem „Miteinander in der Konferenz weiterhin den Mut zum offenen Wort, zu konstruktivem Ringen und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen – um miteinander den Gläubigen in unserem Land und vielen mehr die Freude des Glaubens zu bezeugen“.
Anlässlich des Briefes fügt Bischof Bätzing hinzu: „Es waren sechs intensive Jahre, in denen wir Bischöfe gemeinsam mit vielen anderen aus dem Volk Gottes einiges bewegen und für eine tragfähige Zukunftsgestalt von Kirche in unserem Land realisieren konnten. Jetzt ist es Zeit, diese für die Arbeit der Bischofskonferenz wichtige Aufgabe in andere Hände zu legen. Und ich bin mir sicher, es wird gut weitergehen.“
In einem Kommentar auf katholisch.de heißt es u.a.: „Als Bätzing 2020 die Nachfolge von Reinhard Marx antrat, befand sich die Kirche in Deutschland bereits in einer tiefen Vertrauenskrise. Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, rapide Mitgliederverluste und große Reformhoffnungen prägten die Lage. Besonders bestimmend wurde der vielbeachtete Synodale Weg. Dass dieser Reformprozess trotz massiver Widerstände und Vorbehalte aus dem Vatikan nun in Stuttgart zu Ende geführt wird, ist auch Bätzings Beharrlichkeit zuzuschreiben. Er sorgte dafür, dass Konflikte nicht vertagt, sondern offen ausgetragen wurden.
Ein Risiko, das er einging und für das er mehrfach einstecken musste. Vor allem wegen des aus Sicht mancher Kritiker zu engem Schulterschluss mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Dadurch, so der Vorwurf, habe er seine Rolle als Moderator geschwächt und sei nicht mehr als ausgleichende Stimme wahrgenommen worden. Auch im Vatikan schien dieser Kurs kritisch betrachtet worden zu sein. Doch wie glaubwürdig wäre jemand, der Dialog betont und von Macht- und Verantwortungsteilung spricht, am Ende doch nur im bischöflichen Alleingang weitermacht wie bisher?
Gleichzeitig reichten die Auseinandersetzungen bis nach Rom und führten zu gemeinsamen Treffen und Gesprächen mit der Römischen Kurie. Sichtbar wurde dabei auch, dass konstruktives Ringen möglich ist und der Mut zu offener Diskussion vorhanden sein kann. Und doch fehlte Bätzing gerade dort offenbar Rückhalt und eine stärkere Vernetzung. Kritische Mitbrüder wie Rudolf Voderholzer, Stefan Oster oder Rainer Maria Woelki galten in Rom als besser angebunden als der Vorsitzende selbst.
Nun der Rückzug Bätzings, gut einen Monat vor der Vollversammlung vom 23. bis 26. Februar in Würzburg. Er wirkt nicht wie ein Schlussstrich, noch weniger wie eine Niederlage oder ein nüchternes Resümee. Vielmehr wie die bewusste Übergabe in neue, frische Kräfte. Mit dem bevorstehenden Abgang des Apostolischen Nuntius Nikola Eterović aus Berlin könnten sich zudem neue Konstellationen ergeben – und möglicherweise auch neue Wege zu mehr Rückhalt aus Rom.“
- Wer sich für kritische und gleichzeitig ausgleichende Haltung von Bischof Bätzing interessiert, dem sei das Buch empfohlen „Rom ist kein Gegner. Warum die Kirche Reformen braucht“. - Hier wird dargelegt, dass es beim Synodalen Weg um Erneuerung der Kirche geht und nicht um Spaltung mit einem angeblich nicht mehr katholischen deutschen Sonderweg…
Persönlich bedauere ich, dass Bischof Bätzing nicht mehr Vorsitzender der Bischofskonferenz ist. Ich kann seinen Entschluss aber gut nachvollziehen und hoffe, dass mit seinem Nachfolger der Reformkurs fortgeführt wird, um die Kirche in Deutschland als Teil der Weltkirche mit der Lebenswirklichkeit der Menschen in einer pluralen Gesellschaft in der globalen Welt anschlussfähig zu machen! - Beten wir darum!
Dass die Kirche heilig, also göttlich ist, aber eben nicht perfekt – und gleichzeitig sehr menschelt, also auch sündig ist, erfahren wir an diesen Sonntagen in den 2. Lesungen des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth.
Nachdem wir am vergangenen Sonntag die Verse 1,1-3 gehört haben…
„Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sosthenes an die Kirche Gottes, die in Korinth ist - die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen -, mit allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus überall anrufen, bei ihnen und bei uns. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“
… bekommen wir heute mahnende Worte mit deutlicher Kritik zu hören (1,10-17).
„Ich ermahne euch aber, Brüder und Schwestern, im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid vielmehr eines Sinnes und einer Meinung! Es wurde mir nämlich, meine Brüder und Schwestern, von den Leuten der Chloë berichtet, dass es Streitigkeiten unter euch gibt. Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus - ich zu Apollos - ich zu Kephas - ich zu Christus. Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden? Ich danke Gott, dass ich niemanden von euch getauft habe, außer Krispus und Gaius, sodass keiner sagen kann, ihr seiet auf meinen Namen getauft worden. Ich habe allerdings auch das Haus des Stephanas getauft. Ob ich sonst noch jemanden getauft habe, weiß ich nicht mehr. Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird.“
- Ersetzen Sie die genannten Namen durch heutige Vertreter der Kirche(n) und das Ganze ist sehr aktuell!
Und dennoch bleibt die eingangs von Paulus erwähnte Heiligkeit bestehen! Weil Gott der Heilige ist, und der ewig Liebende und Barmherzige!
- Was bedeutet für Sie „heilig“ zu sein – geheiligt durch Gottes Heiligem Geist in Taufe (und Firmung)?
Heute ruft Jesus uns auf, umzukehren, weil das Himmelreich nahe ist!
Das Himmelreich ist nahe bei allen Herausforderungen in der Kirche! – Das zu Beginn genannte Beispiel der spontanen Hilfsbereitschaft ist ein Beispiel dafür:
„Ich war hungrig, nackt, obdachlos und ihr habt mir geholfen!“ fällt mir dazu ein (Mt 25).
Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Achim Fink hat in seinem Grußwort zum Patrozinium von St. Sebastianus vergangene Woche Wegweisendes für das Jahr 2026 geschrieben: „Das ist das Jahr vor der Fusion. Wir stehen vor einem Wendepunkt in Frechen, etwas „Neues“ entsteht auf dem Fundament von etwas „Bekannten“. Wenn etwas „Neues“ entsteht, wird meist etwas Altes aufgegeben. Das erzeugt Ängste und Unsicherheit und führt letztendlich zu Frust und / oder Enttäuschung. Das spüren wir zum Teil schon heute, vieles ist für unsere Zukunft in Frechen noch nicht endgültig ausformuliert, wir wissen nur das Geld wird irgendwie weniger und wir als Ehrenamtliche dürfen (müssen) mehr Verantwortung übernehmen. Diese vielen „Unbekannten“ fordern uns als Gremium PGR genauso wie die weiteren Gremien unsere Kirche in Frechen.
- Ich bin zuversichtlich, dass wir den Weg der Fusion über die Vernetzung der Gremien meistern werden – denn es geht nur gemeinsam.“ Soweit Achim Fink.
Gerne schließe ich mich den Worten an: Wir dürfen nicht verzagen! Unterstützen wir uns gegenseitig. Miteinander! Füreinander!
Packen wir die Aufgaben an im Vertrauen, dass Gott mitgeht! Die Aufgaben sind groß, ja. Sehr groß sogar!
Aber wir haben viele engagierte und fähige Menschen in den Gremien und darüber hinaus in Frechen! Es sind die Ressourcen, die Gott uns in dieser Zeit schenkt! Gnadengaben, Charismen nennt sie Paulus. Packen wir die Aufgaben an, dann können wir manches schaffen!
- Machen auch Sie mit und motivieren Sie noch jemand! Dann sind wir schon wieder zwei mehr!
Mit diesem zuversichtlichen Gedanken wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!
Ihr und euer Christof Dürig
- Vergessen wir bei unglaublichen, aber leider wahren Trumpschen Eskapaden, die viel mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen und unheimliche politische Kräfte beanspruchen, nicht die Menschen in der Ukraine, die bei zweistelligen Minusgraden und täglich-nächtlichem Bombenhagel in eisigen Wohnungen ausharren müssen! - Von wegen Friedensnobelpreis verdient!
- Seit 1954 begehen die Erzbistümer Köln und Tokio Ende Januar den „Tokyo-bzw. Köln-Sonntag“. (25.01.2206) Die gemeinsame „Gebets- und Hilfsgemeinschaft“ richtet ihren Blick auf Myanmar, wo die Menschen seit dem Militärputsch vor fünf Jahren weiterhin unter den gravierenden Folgen von Gewalt, Vertreibung und politischer Instabilität leiden. - Die beiden Erzbistümer blicken gemeinsam mit Sorge auf die angespannte Situation in dem südostasiatischen Land und ermutigen dazu, durch die Kollekte und Gebete Solidarität zu zeigen.
Matthäus 4,12-23:
Es sollte sich erfüllen, was durch Jesaja gesagt worden ist:
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!
12 Als Jesus hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war, kehrte er nach Galiläa zurück.
13 Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt,
im Gebiet von Sebulon und Naftali.
14 Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:
15 Das Land Sebulon und das Land Naftali, /
die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, / das heidnische Galiläa:
16 Das Volk, das im Dunkel saß, / hat ein helles Licht gesehen; /
denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, / ist ein Licht erschienen.
17 Von da an begann Jesus zu verkünden:
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.
18 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder,
Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas;
sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer.
19 Da sagte er zu ihnen:
Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
20 Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
21 Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder,
Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie
22 und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus nach.
23 Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen,
verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.
