Guten Tag zusammen,
wie geht es Ihnen in den bewegten Zeiten?
Ich habe eine anstrengende Woche mit wichtigen Gremien-Sitzungen, die die Zukunft unserer Pfarreiengemeinschaft, die zum 1.1.2027 zu einer Kirchengemeinde wird, gehabt (PGR, Personalausschuss, KGV). Gleichzeitig haben wir im Seelsorgeteam mehrere kranke bzw. arbeitsunfähige Personen…
Die Erstkommunionvorbereitung 2026/2027 beginnt: 130 Kinder haben sich in Frechen angemeldet. Die Kinder werden in 4 Gruppen vorbereitet, die sich in Königsdorf, Bachem, St. Audomar und St. Maria Königin an verschiedenen Terminen treffen - unabhängig vom Ort der Erstkommunionfeier! - An diesem Sonntag (20. September) werden in den Gottesdiensten in St. Maria Königin und in St. Antonius die Erstkommunionkinder vorgestellt, im Gottesdienst in St. Audomar die Kinder (gemeinsam mit denen aus Heilig Geist). - Die Erstkommunionkinder aus Königsdorf beginnen mit ihrer Vorbereitung am Wochenende 3./4. Oktober (mit Vorstellung in Hildebold zum Erntedank und Abschluss der „Woche des Gebetes“).
Das Credo-Wochenende als eine Möglichkeit der Firmvorbereitung findet von Freitag bis Sonntag in St. Severin statt. 31 Jugendliche beschäftigen sich intensiv mit ihrem Glauben. Höhepunkt ist der Versöhnungstag, an dem die Firmlinge die Möglichkeit haben, das Sakrament der Beichte zu empfangen und Gottes Barmherzigkeit neu zu erfahren.
- Wir laden Sie alle ein, die Erstkommunionkinder und die Firmlinge im Gebet zu begleiten!
Zum letzten Sonntagsgruß erreichte mich eine Nachricht eines Studienkollegen. Er zitiert den Priester und Religionsphilosophen Professor Eugen Biser (1918-2014), den wir in Studienzeiten in Bonn an einem Wochenende zu Gast hatten. Seine Aussage von 1993 ist wahrhaft prophetisch und geht nun in Erfüllung gegangen!
„Die Botschaft Nietzsches, dass Mitleid ein Zeichen der Schwäche sei, „ist in unsere Lebenswelt eingedrungen. So erleben wir, dass nach dem Aufwallen der Barmherzigkeit … und Solidarität nach den großen Ereignissen von 1989 das Mitleid in unserer Lebenswelt Zug um Zug erstorben und einer Atmosphäre der sozialen Kälte gewichen ist.
Wir können uns ausrechnen, was geschehen wird, wenn es in diesem Stil weitergeht: es wird zu einem harten Konkurrenzkampf kommen, zu einem Kampf aller gegen alle. Aus diesem Kampf der Individuen wird schließlich der Ungeist neuer Feindschaft und neuer Kriege erwachsen. Unvermeidlich wird sich dann unsere Welt eine Wüste neuerlicher Barbarei verwandeln.“
Leider wahr! Biblische Propheten sind keine Hellseher, sondern wache Zeitgenossen, die die Zeichen der Zeit richtig deuten und auf die Konsequenzen hinweisen, die sich aus dem Jetzt ergeben… Das gilt auch heute!
In der heutigen Lesung aus dem Propheten Jesaja (Jes 55,8-9) heißt es:
„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken / und eure Wege sind nicht meine Wege - / Spruch des HERRN. So hoch der Himmel über der Erde ist, / so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege / und meine Gedanken über eure Gedanken.“
Und dann schließt sich an (nicht mehr im Gottesdienst vorgetragen): „Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt / und nicht dorthin zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen, / dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, / das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, / ohne zu bewirken, was ich will, / und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.“ (Jes 55,10-11)
Das sind tröstliche Worte, die bei aller Anstrengung, Sorge und Not dieser Zeit vor Verzweiflung schützen können und ermutigend sind!
Das Gottes Wort anders ist, provoziert und „irdisches Denken“ korrigiert, kommt auch im Evangelium zum Ausdruck, im Gleichnis vom Weinberg (Mt 21,28-32).
Den damaligen Zuhörern war klar, dass Jesus dabei von Gott spricht (und auch sein eignes Handeln damit zum Ausdruck bringt.) Gott ist der gütige Gutsbesitzer, der großzügig allen Arbeitern genug gibt. Und dennoch erscheint es in den Augen der Welt, der auch in der Mittagshitze arbeitenden Tagelöhner, ungerecht!
Alle bekommen gleich viel, egal, ob sie um 6.00 Uhr, 9.00 Uhr, 12.00 Uhr 15.00 Uhr oder gar erst um 17.00 Uhr mit der Arbeit begonnen haben. Alle bekommen einen Denar, also das was sie für sich und ihre Familie brauchen!
Der biblische Text wirft für mich auch Fragen auf, die darüber hinaus gehen und das Arbeitsleben, das gesellschaftliche Miteinander heute berühren.
- Wie viel brauchen wir wirklich, um auskommend zu leben? und auch den anderen genügend lassen?
- Wo sind wir neidisch, das andere mehr haben oder bekommen? Wann empfinden wir das als ungerecht? Ich denke dabei auch an Menschen, die zu uns kommen – und (noch) nicht in die Sozialkassen eingezahlt haben…
- Sind wir bereit zu verzichten und nicht immer nur nach dem Staat zu rufen, er solle alle Wohlfühlbedürfnisse erfüllen? Wir leben in herausfordernden Zeiten: Klimawandel, ein unberechenbarer selbstbezogener US-Präsident, ein menschenverachtender Kriegsherr im Kreml, globale Konzerne, die nur den Aktiengewinn im Blick haben oder ihre Macht der Medien, Ölkonzerne, die die Gunst der Stunde schamlos ausnutzen usw. usw.
- Welcher Kanzler oder welche Regierung kann hier alles abfedern und alle Lobbyisten zufrieden stellen? Bei gleichzeitig dringend notwendigen Struktur-Investitionen?
- Welche Fragen haben Sie? Welche Gedanken kommen Ihnen?
Markus Gehringer, unser quirliger und ideenreicher Engagementförderer, der nicht nur durch die APE und zunehmende auch die Rikscha bekannt ist, hat das „Wort für die Woche“ in den Pfarrnachrichten geschrieben.
„In diesen Tagen findet die bundesweite Woche des bürgerschaftlichen Engagements unter dem Motto: „Engagement macht stark!“ statt.
Ein Motto, das treffender kaum sein könnte. Denn überall dort, wo Menschen ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihre Ideen für andere einsetzen, wird unsere Gesellschaft und Pfarreiengemeinschaft ein Stück menschlicher, lebendiger und stärker.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle vor allem Danke sagen: Danke an alle, die sich ehrenamtlich engagieren! Oft geschieht ehrenamtliches Engagement leise und selbstverständlich, ohne großes Lob und ohne Gegenleistung. Und gerade deshalb ist es so wertvoll.
Auch das Evangelium dieses Sonntags (Mt 20,1–16) erzählt von Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten im Weinberg des Gutsherrn arbeiten. Jesus macht deutlich: Jeder Mensch ist wichtig und jeder Beitrag hat seinen Wert.
Es geht nicht darum, wer am längsten dabei ist, am meisten leistet oder die größte Anerkennung bekommt. Entscheidend ist, dass Menschen bereit sind, sich einzubringen und Verantwortung übernehmen.
Jeder Mensch hat seine ganz eigenen Begabungen und Möglichkeiten. Diese zu entdecken und einzubringen macht unsere Pfarreiengemeinschaft vielfältig und kreativ.
„Engagement macht stark!“ – weil Engagement Gemeinschaft schafft. Weil es Menschen miteinander verbindet. Und weil jeder von uns mit seinem Tun dazu beitragen kann, dass unsere Welt ein bisschen besser wird.“
- Dem ist nichts hinzuzufügen! Danke an alle, auch an diejenigen, die die schwierigen Transformationsprozesse in unseren Gemeinden mitgestalten oder in der Caritasarbeit im Dienst an den vielfältig Notleidenden sich engagieren.
Dazu passt der Aufruf der deutschen Bischöfe zum heutigen Caritas-Sonntag unter dem Leitwort: „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ heißt es: „Wenn die Erfahrungen der Älteren und die Perspektiven der Jüngeren zusammenkommen, wächst die Wahrscheinlichkeit tragfähiger Innovationen und es gewinnen Verständnis, Solidarität und faire Chancen. Die Caritas unterstützt Menschen in allen Lebensphasen und stärkt Begegnungen und Beziehungen zwischen den Generationen. - Unterstützen Sie die vielfältige Arbeit der Caritas mit Ihrer großherzigen Spende.“
- Natürlich ist die Kollekte an diesem Wochenende auch in Frechen für die Caritas…
Ich freue mich auf den Betriebsausflug mit dem Seelsorgeteam, den Pfarramtssekretärinnen, Küstern und Kirchenmusikern am Dienstag, ein kleines Dankeschön an die Mitarbeitenden und die Möglichkeit der Begegnung und des Miteinanders!
Am kommenden Sonntag beginnt – wie bekannt – die „Woche des Gebetes“ in allen acht Gemeinden unter dem Motto „Mehr als Brot und Wein“.
Der Beginn ist dieses Jahr in St. Severin mit der Abendmesse um 18.30 Uhr. Darin integriert ist das Bibelgespräch „Emmaus – Wandlung erfahren“ zu dem bekannten Evangelium Lukas 24,13-35. Dabei zeigt sich wie viel wir davon in jeder Eucharistiefeier erleben können!
Am 30. September ist die Kevelaer-Wallfahrt, die in Bachem startet. Es werden kurz entschlossene Mitfahrende aus allen Gemeinden und darüber hinaus gesucht, damit sie stattfinden kann. Melden Sie sich deshalb bitte Anfang der Woche im Pastoralbüro oder im Internet an!
Nun wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!
Ihr und euer Christof Dürig
P.S.: Weitere Informationen über Gottesdienste, Veranstaltungen und die Pfarreiengemeinschaft allgemein finden Sie jederzeit im Internet, den Sozialen Medien, in den Pfarrnachrichten und den Schaukästen.
Matthäus 20,1-16: Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg
1 Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer,
der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben.
2 Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag
und schickte sie in seinen Weinberg.
3 Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus
und sah andere auf dem Markt stehen, die keine Arbeit hatten.
4 Er sagte zu ihnen:
Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Ich werde euch geben, was recht ist.
5 Und sie gingen.
Um die sechste und um die neunte Stunde
ging der Gutsherr wieder hinaus und machte es ebenso.
6 Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging,
traf er wieder einige, die dort standen.
Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig?
7 Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben.
Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
8 Als es nun Abend geworden war,
sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter:
Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus,
angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten!
9 Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte,
und jeder erhielt einen Denar.
10 Als dann die Ersten kamen, glaubten sie, mehr zu bekommen.
Aber auch sie erhielten einen Denar.
11 Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn
12 und sagten:
Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt.
Wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen.
13 Da erwiderte er einem von ihnen:
Freund, dir geschieht kein Unrecht.
Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart?
14 Nimm dein Geld und geh!
Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.
15 Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will?
Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?
16 So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.
