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St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zu Palmsonntag und der Karwoche

Guten Tag zusammen,

„Wir können die Welt nicht über Nacht verändern, aber wir können Hoffnung säen – jeden Tag ein bisschen. Und wer Hoffnung sät, wird irgendwann Vertrauen ernten.“, sagt der Leiter der christlichen Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem, Dietrich Bäumer.

Die Karwoche und Ostern sind in diesem Jahr in Jerusalem außergewöhnlich. Statt dem üblichen Trubel ist die Altstadt fast menschenleer, die heiligen Stätten der Juden, Christen und Muslime sind geschlossen – auch die Grabeskirche! 

  • Der Lateinische Patriarch Kardinal Pizzaballa hat dazu aufgerufen für den Frieden zu beten - „jeder von uns an seinem eigenen Ort.“
  • Es kann zum Beispiel auch das Gebet von Missio für den Frieden im Nahen Osten sein: „Hoffnung in Zeiten des Krieges“.

O Jesus,

wenn im Nahen Osten die Hoffnung zerbricht,

wenn Nachbarn zu Feinden werden,

wenn Angst den Alltag bestimmt

und Herzen sich verhärten,

wäre es leichter zu gehen als zu bleiben.

Doch du sagst: Ihr seid das Salz der Erde.

 

Sei bei allen, die dennoch ausharren —

bei Müttern und Vätern,

bei Kindern, die sich nach Frieden sehnen,

bei denen, die Wunden verbinden

und Brücken bauen zwischen verfeindeten Seiten.

Denn sie wissen: Wir sind das Salz der Erde.

 

Sei bei den Menschen in Israel und Palästina,

im Libanon, in Syrien, im Iran und in Jordanien,

die unter Hass und Zerstörung leiden.

Lass dein Licht aufgehen über ihren Städten und Dörfern,

wo Trauer wohnt und die Sehnsucht nach Versöhnung.

Denn gemeinsam: Sind sie das Salz der Erde.

 

Hilf uns zu verstehen, dass Frieden im Kleinen beginnt:

in einem guten Wort, in einer ausgestreckten Hand.

Im Vertrauen auf dich strecken wir gemeinsam unsere Hände aus

und sind bereit für deinen Frieden in der Welt.

Denn: Wir alle sind das Salz der Erde.

Ayline Plachta, Teamleitung Spiritualität, © missio Aachen, 2026

Der Nahost-Experte und Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp befürchtet einen weiteren Christen-Exodus aus dem Heiligen Land: „Die Gefahr ist gegeben". Gemeinsam mit dem Paderborner Erzbischof Udo-Markus Bentz hat er im Januar Israel besucht. Hier einige Zitate zu seinen Eindrücken und Einschätzungen (nach katholisch.de):

  • „Die Situation ist deshalb anders, weil durch die verschiedenen Luftangriffe – ob Richtung Nordisrael oder in Zentralisrael, Jerusalem, Tel Aviv und dem Iran – die Leute oftmals in Schutzräumen sein müssen. Das ist anders als im normalen Alltag, in dem es vielleicht eine gewisse Unsicherheit gibt, aber man sich nicht in Schutzbunkern aufhalten muss. Das ist sehr belastend für die Menschen vor Ort.“
  • „Der Haram al-Sharif, der uns als Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee bekannt ist, ist ein heiliger Ort des gesamten Islams. Auch wenn die Schiiten dort keine Präsenz haben, ist dieser wichtige Ort in der Geschichte Mohameds auch dem Regime in Teheran heilig. 

Deshalb glaube ich nicht, dass Jerusalem größere Angriffe befürchten muss. Blindgänger gibt es aber immer und deswegen bleibt diese Unsicherheit, dass der Krieg plötzlich auch über die Religion hinauswächst und eine Gefährdung darstellen kann.“

  • „Die Angriffe, die die Hisbollah aus dem Libanon gegen Israel führt, sind eine große Gefahr für Nordisrael und ebenso die Angriffe aus dem Iran. Egal ob wir an Tabgha denken, Nazareth oder viele andere christliche Stätten in Nordisrael – die Gefahr ist groß. Wir können nur hoffen, dass bald ein Waffenstillstand eintritt, wie Papst Leo XIV. gefordert hat. Nur ein Waffenstillstand kann eine Grundsicherheit für die Bevölkerung ermöglichen.“
  • „Die Gefahr eines weiteren, schleichenden oder sogar eklatanten Christen-Exodus ist gegeben. Was ich gut verstehen kann, denn wenn ich in dieser Gefahrensituation bin und abhauen könnte, würde ich es wahrscheinlich tun. 

Daher der große Respekt für die Christinnen und Christen, die im Land bleiben. Sie hoffen, dass sie am Aufbau der Zivilgesellschaft in Israel, Palästina, Syrien, Jordanien und im Libanon mitwirken können. Trotzdem ist die Gefahr, zwischen die Fronten zu geraten, größer denn je.“

Die Christen sind im Heiligen Land eine kleine Minderheit. Genaue Zahlen sind schwer zu benennen, auch angesichts des Wegzugs vieler Christen in den vergangenen Jahren. In Israel sind es rund zwei Prozent von rund 8,7 Millionen Bürgern; viele von ihnen sind Araber.

Traditionell ist die Palmsonntagskollekte für das Heilige Land. Die deutschen Bischöfe schreiben dazu: „Die andauernde Gewalt im Nahen Osten fordert nicht nur zahllose Menschenleben. Sie reißt auch die ohnehin tiefen gesellschaftlichen Gräben immer weiter auf. Die politische Realität scheint die Hoffnung auf Frieden und Versöhnung erstickt zu haben. Doch inmitten von Resignation und Polarisierung gibt es Juden, Christen und Muslime, die unbeirrt an der Vision eines friedlichen Miteinanders festhalten.

„Hoffnung säen“ – so lautet das Motto der diesjährigen Palmsonntagskollekte. Mit dem Ertrag der Sammlung werden Projekte und Initiativen des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande und der Franziskaner im Heiligen Land unterstützt. Ihre Spende trägt dazu bei, dass die Hoffnung auf Frieden, Versöhnung und eine bessere Zukunft aufrechterhalten wird. Bitte begleiten Sie die Christen im Heiligen Land mit Ihrem Gebet und Ihrer Spende. Dafür sagen wir Ihnen herzlichen Dank. Die Palmsonntagskollekte am 28./29. März ist für die Christen im Heiligen Land bestimmt. Mit der Kollekte unterstützen der Deutsche Verein vom Heiligen Lande und die dortigen Franziskaner christliche Initiativen und Projekte, die sich vor Ort für Versöhnung und Frieden einsetzen.“

In der Weihnachtsbotschaft des Lukas heißt es: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. (Lk 2,11)

Die 2. Lesung des Palmsonntags ein urchristlicher Hymnus, den Paulus aufgreift, endet damit, dass „alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen / vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: / Jesus Christus ist der Herr / zur Ehre Gottes, des Vaters.“ (Phil 2,1-11)

Wenn wir den Bogen schlagen von der Geburt Jesu zu seinem Tod und der Auferstehung wird deutlich, welcher HERR er ist! Nicht ein mächtiger Herrscher, sondern ein demütiger Diener. Kein König mit einem Hofstaat und einem gewaltigen Heer, sondern ein Friedensbote auf einem Esel.

  • Und wer ihm nahe sein und ihm nachfolgen will, muss genau diesen Weg gehen: „Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, / hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, wurde den Menschen gleich.“

Bischof Heiner Wilmer war vor einigen Wochen in der Öffentlichkeit sehr präsent. Er wurde Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Am Donnerstag war es schon wieder soweit: der Hildesheimer Bischof wechselt nach Münster, der mittlerweile größten Diözese Deutschlands. (Das war bis vor kurzem Köln. Die hohen Austrittszahlen zeigen auch da ihre Auswirkungen.)

Bischof Michael Gerber von Fulda, Wilmers Stellvertreter in der Bischofskonferenz, schrieb: „Ich bin mir sicher, dass Du mit Perspektive und Geschick, mit Positionierung und klaren Worten, mit dem mutigen Blick nach vorne und dem gleichzeitigen Blick für das Ganze die vor Dir liegenden Aufgaben gut bewältigen wirst." Wilmers tiefe geistliche Grundhaltung sei ein großer Schatz, der seinen Weg im Bistum Münster und der Bischofskonferenz entscheidend prägen werde. Er sei den Herausforderungen als Bischof von Hildesheim wie der Bewältigung der Corona-Pandemie und dem Umgang mit sexuellem Missbrauch mit Umsicht und Weitsicht begegnet.

„Mit großer Freude habe ich die Ernennung von Heiner Wilmer zum Bischof von Münster aufgenommen", erklärte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße. Auch er verwies auf die nun doppelte Verantwortung Wilmers. Der Dienst als Vorsitzender der Bischofskonferenz erfordere in dieser Zeit eine besondere Orientierung. „Ich bin überzeugt, dass er beide Aufgaben mit großer Umsicht und klarem Blick wahrnehmen wird", so Heße, der in Bergheim Kaplan und Generalvikar in Köln war.

  • Beten wir für Bischof Wilmer und seine neuen großen Aufgaben. Die anderen Bischöfe dürfen wir ins Gebet einschließen - wie es im Hochgebet der Messfeier immer geschieht und so die sakramentale Gestalt der katholischen Kirche zum Ausdruck kommt.

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. Zu den unterschiedlichen Gottesdiensten sind Sie herzlich eingeladen. Orte und Zeiten finden Sie hier: https://www.kirche-in-frechen.de/aktuelles/news/Ostertermine-in-Frechen/ oder in den Pfarrnachrichten, die in den Kirchen ausliegen und den Sozialen Medien.

Das österliche Triduum (Gründonnerstag, Karfreitag, Osternacht) ist der Höhepunkt des Kirchenjahres. Wir feiern die Mitte unseres Glaubens: Tod und Auferstehung Jesu. Diese drei Gottesdienste bilden eine Einheit; sozusagen ein Dreiteiler! Deshalb gibt es am Ende der Abendmahlfeier und der Karfreitagsliturgie keinen Segen! (Denn: Fortsetzung folgt am nächsten Tag!) Wir feiern sie verteilt auf die Pfarreiengemeinschaft: im Bereich der Innenstadt in St. Audomar sowie in den Außenbezirken Königsdorf in der Hildeboldkirche und Habbelrath/Grefrath in St. Mariä Himmelfahrt.

Der gemeinsame Ortsausschuss der beiden Gemeinden hat – mitten im kalten Winter - angeregt in diesem Jahr bei diesen zentralen Gottesdiensten von Habbelrath nach Grefrath zu wechseln, da nach der Kündigung der Fernwärme durch Rheinbraun aufgrund der Richtlinien des Erzbistums keine neue Heizung in St. Antonius eingebaut werden darf! Das gilt übrigens für alle Kirchen im Erzbistum (wie seit längerem auch schon in St. Mauritius, Bachem, wo es nur eine Sitzheizung gibt).

Die österliche Gemeinschaft wird nach den Gottesdiensten fortgesetzt im Beisammensein.

In St. Audomar und in der Hildeboldkirche findet am Samstag, 4. April, um 21.30 Uhr jeweils eine Osternachtfeier mit anschließender Agape statt. In St. Mariä Himmelfahrt feiern wir am Sonntag, 5. April, um 6.00 Uhr eine Auferstehungsmesse. Anschließend sind alle zum Osterfrühstück eingeladen.

  • Achtung: der Palmsonntag hat dieses Jahr nur 23 Stunden! Denn in der Nacht wird die Uhr eine Stunde vorgestellt! Schlafen Sie also etwas schneller, aber hoffentlich gut!

„Wir können die Welt nicht über Nacht verändern, aber wir können Hoffnung säen – jeden Tag ein bisschen. Und wer Hoffnung sät, wird irgendwann Vertrauen ernten.“

So wünsche ich Ihnen und denen, die Ihnen nahe sind, eine gesegnete Karwoche!

Ihr und euer Christof Dürig

 

Matthäus 21,1-11: Der Einzug in Jerusalem

1 Als sie sich Jerusalem näherten und nach Betfage am Ölberg kamen,

schickte Jesus zwei Jünger aus

2 und sagte zu ihnen:

Geht in das Dorf, das vor euch liegt;

dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr.

Bindet sie los und bringt sie zu mir!

3 Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt:

Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen.

4 Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist:

5 Sagt der Tochter Zion: /

Siehe, dein König kommt zu dir. /

Er ist sanftmütig /

und er reitet auf einer Eselin /

und auf einem Fohlen, /

dem Jungen eines Lasttiers.

6 Die Jünger gingen und taten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte.

7 Sie brachten die Eselin und das Fohlen,

legten ihre Kleider auf sie und er setzte sich darauf.

8 Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus,

andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.

9 Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen:

Hosanna dem Sohn Davids! /

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. /

Hosanna in der Höhe!

10 Als er in Jerusalem einzog, erbebte die ganze Stadt und man fragte:

Wer ist dieser?

11 Die Leute sagten:

Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.