Guten Tag zusammen,
allen ein dreifach kräftiges Alaaf! Und schöne Karnevalszüge in Königsdorf, Bachem, Grefrath, Frechen und Habbelrath - bei hoffentlich trockenem Wetter! Viel Spaß und Freud!
Auf der Titelseite der neuen Pfarrnachrichten – Sonderausgabe „Ostern entgegen“ ist ein kleines Bild mit einer Straße und einem Verkehrshinweisschild. Es stehen keine Ortsangaben darauf, so wie wir das aus dem Alltag kennen. Stattdessen heißt es:
„Mach‘s wie immer“ - Der Pfeil geht gerade aus. Oder: „Mach’s mal anders“ - Der Pfeil zeigt auf Abbiegung
Der Untertitel lautet: „Lust auf Fastenzeit: die Trau-dich-Zeit“!
Ich finde, das ist eine gute Beschreibung für die vor uns liegende Fastenzeit und darüber hinaus auch für den Weg zur Fusion zu einer Pfarrgemeinde St. Frechen (und darüber hinaus für die Zukunft der Kirche-in-Frechen).
- Machen wir weiter wie immer?
- Oder machen wir es mal anders?
In den kommenden Wochen können wir das im persönlichen und in der Gemeinschaft einüben, was in den kommenden Monaten durch die Entscheidungen des Erzbischofs und „seiner Männer“ auf uns in allen Gemeinden – pardon, das heißt nun „Pastorale Einheiten“ – auf uns zu kommen wird: drastische Sparmaßnahmen, die zum andersmachen zwingen werden! Dann wird konkret, was in der letzten Zeit wortreich von den vielen neuen Abteilungen des Erzbistums angekündigt wird („Transformationsprozess“).
Mach’s anders: wir werden in unseren Kirchengemeinden nicht weitermachen können wie bisher! Das gilt allerdings auch für unsere Stadt, unsere Gesellschaft und die Welt insgesamt… ein weites Thema, um das wir gerne einen Bogen machen…
- Konkret zu den vor uns liegenden Wochen:
Freuen Sie sich auf Fastenpredigtreihen, Familienmessen für größere und kleinere Kinder, Tauferinnerungsgottesdienste, besonders gestaltete Gottesdienste auch an Werktagen wie Früh- und Spätschichten (in St. Antonius und St. Mariä Himmelfahrt); Bibelgespräche und Sofagottesdienste für Jugendliche (In St. Severin); Taizé-Gebete (in St. Maria Königin) Marienmessen mit Andachten zu den 7 Schmerzen Mariens; mit Bonhoeffer-Texten anlässlich seines 120. Geburtstages oder in der Krankenhauskapelle; Impulse zum MISEREOR- Hungertuch „Gemeinsam träumen – Liebe sei Tat“ in allen Kirchen; Bußgottesdienste, Kreuzwegandachten, Krankensalbung und Krankenkommunion, Beichtgelegenheit u.a.m.
- Alle Gottesdienste finden sie unter Pfarrnachrichten. Suchen Sie sich aus, was Sie anspricht und nutzen die Vielfalt (auch in Kirchen, die Ihnen nicht so vertraut sind)!
„Am Aschermittwoch ist alles vorbei…“, auch wenn uns die alten und neuen Karnevalslieder noch in den Ohren klingen. Aber: Ist wirklich „Alles“ vorbei? Immer nur dasselbe wird auf Dauer langweilig. So ist es gut, dass nach dem Feiern, Lachen und Fröhlichsein etwas anderes beginnt: die Fastenzeit oder österliche Bußzeit. Sie beginnt mitten in der Woche, mitten im Alltag, eben am Aschermittwoch.
Konfettiwolken und Kostümierung sind dann vorüber. Es kommt das nachdenklich machende Aschenkreuz. Die 7 Wochen bis zum Fest des Lebens (Ostern) sind eine Chance und Einladung, durch Verzicht, Gebet und Gutes tun für sich selbst und die Gemeinschaft neue Wege zu erkennen und zu gehen! Jesus lädt uns ein: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ (Mt 4,4 / Evangelium des 1. Fastensonntags)
- Das Aschekreuz ist ein äußeres Zeichen, das zum Nachdenken und zur Innerlichkeit ermutigt. So wie das Verkleiden und Schminken Zeichen der Lebensfreude und des „mal anders sein“ ist!
Im Sonntags-Evangelium gibt Jesus uns - wiederum aus der Bergpredigt (Mt 5-7) - eine Reihe von Hinweisen, das Leben mit seinen Augen zu sehen und danach zu handeln. Die Regeln sind auch ein guter Einstieg in die österliche Vorbereitungszeit!
Die zum Teil hart anmutenden Gedanken Jesu lassen sich nur einordnen und verstehen mit dem Beginn der Bergpredigt, die wir an den vergangenen Sonntagen gehört haben (Mt 5,1-16). Gemeint sind die Seligpreisungen und die Zusage Jesu, dass wir als Getaufte, die zu ihm gehören, Salz der Erde und Licht der Welt sind.
„Ihr seid glücklich – lateinisch „beati“ -, selig – das heißt, ihr habt ein Glück wie es nur Gott selbst schenken kann.“ So beschreibt es der Kreisdechant des Oberbergischen, Christoph Bersch neulich in der Schriftauslegung der Kölner Kirchenzeitung. „Von dieser Glückperspektive können wir für unser Leben gar nicht genug bekommen.“
„Vertraut auf den Gott Jesu Christi! Setzt eure Hoffnung auf ihn. Und das nicht, weil er vor allen Finsternissen des Lebens bewahrt. Er hat sie selbst durchlebt, bis ans Kreuz. Erst dann – und gerade dann! Hat er gezeigt, dass die Heilsbotschaft der Seligpreisungen keine Utopie sind, kein leeres Versprechen ist. Sie der Grund auf den wir verlässlich unser Leben bauen können!“ So Pfarrer Bersch.
In diesem Sinn dürfen wir als Salz der Erde und Licht der Welt an der Zukunft unserer Gemeinden und der Gesellschaft insgesamt mitwirken, es eben mal anders machen!
Nun ein paar Schlaglichter zu Kirche und Gesellschaft:
- Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat die Kirche davor gewarnt, sich allzu sehr mit sich selbst zu beschäftigen.
Sie müsse „die evangelisierende Kraft dieser Botschaft zu den Menschen tragen, das heißt, sich nicht abschotten, Kirche nicht für die Sakristei, sondern Kirche inmitten der Gesellschaft, inmitten des Lebens" sein. Dafür brauche es eine prophetische Grundhaltung. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir nicht für uns selbst da sind“. „Die Werte des Evangeliums hineinzutragen in die Gesellschaft, das ist unser Part." Deshalb spiele die Kirche auch eine Rolle bei der Verteidigung der Demokratie. Diese lebe auch davon, dass Werte gelebt würden, die die Demokratie stark machten. Christliche Werte seien da „wesentliche Werte, von denen das Grundgesetz lebt und auf denen unsere freiheitliche Grundordnung aufbaut".
Mit Blick auf den völkischen Nationalismus sagte Erzbischof Bentz: „Wenn jemand ein Parteimandat in der AfD innehabe und damit für ein Gedankengut steht, das eben nicht vereinbar ist mit dem christlichen Glauben. Die unantastbare Menschenwürde ist die Grundlage unseres freiheitlichen Zusammenlebens, das ist der Glutkern unseres christlichen Glaubens."
- In einem Kommentar auf katholisch.de wird die Teilnahme von AfD-Politikern in Talkshows kritisiert.
Es lohnt sich, so meine ich, über die gängige Praxis nachzudenken. Denn die lauernden Gefahren dieser rechtsextremistischen Populisten-Partei ist groß für Demokratie und Freiheit!
Jede Talkshow-Einladung an AfD-Politiker trägt dazu bei, eine Partei als normalen Teil des demokratischen Meinungsspektrums zu präsentieren, die in wesentlichen Teilen genau dieses Spektrum verlässt.
„Natürlich gilt Meinungsfreiheit auch für Populisten. Doch Talkshows sind keine neutralen Marktplätze, sondern stark inszenierte Bühnen. Wer dort sitzt, erhält Aufmerksamkeit, Deutungsmacht und den Anschein politischer Legitimität. Für eine mindestens in Teilen rechtsextreme Partei, deren führende Vertreter regelmäßig Menschen abwerten, Ängste schüren und Grundrechte relativieren, ist das ein strategischer Gewinn. Und genau hier liegt das Problem.
Aus christlicher Sicht kann es keine Neutralität gegenüber Menschenfeindlichkeit geben. Das christliche Menschenbild stellt die Würde jedes Einzelnen ins Zentrum – unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebensweise. Wo diese Würde infrage gestellt wird, kann man nicht so tun, als handele es sich um eine weitere legitime Position im Meinungsspektrum. Wer Hass und Ausgrenzung rhetorisch verpackt, darf nicht allein deshalb eingeladen werden, weil er gewählt wurde oder gute Umfragewerte aufweist.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk trägt eine besondere Verantwortung. Sein Auftrag ist nicht bloß Abbildung politischer Kräfteverhältnisse, sondern Orientierung im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Dazu gehört auch die klare Grenzziehung gegenüber Ideologien, die diese Ordnung aushöhlen. Kritische Berichterstattung über die AfD ist notwendig – mit Talkshow-Sesseln und ritualisierten Schlagabtauschen, die vor allem Aufmerksamkeit für die Partei erzeugen, wird diese Aufgabe in aller Regel nicht erfüllt.“
- Der Münchener Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, wendet sich einem anderen Thema zu und hat sich gegen die Instrumentalisierung von Religion für Politik, Gewalt und Krieg gewandt und den russischen Patriarchen Kyrill I. scharf kritisiert.
„Was der Patriarch von Moskau sagt, ist Häresie." Der orthodoxe Patriarch Kyrill I. hatte sich wiederholt hinter die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putins gestellt und den Ukraine-Krieg als "Heiligen Krieg" bezeichnet. „Wir sehen überall eine Instrumentalisierung von Religion, manche religiöse Führer lieben die Nähe zur Macht. … Religion darf nicht an der Seite der Mächtigen stehen, sondern muss an der Seite der Schwachen und Opfer stehen."
Kardinal Marx stellte außerdem Parallelen zwischen russischer Propaganda und Äußerungen in der US-Politik fest. In beiden fänden sich vermehrt antiliberale, Freiheit oder Solidarität unterminierende Tendenzen. Er forderte, Europa müsse sich dagegen neu auf seine Werte besinnen: „Wir brauchen eine Erneuerung unserer Position, unserer Ideen, eine Verständigung auf unsere gemeinsamen Werte."
Zurück nach Frechen:
- Am nächsten Samstag, 21. Februar, jährt sich der Todestag von Kaplan Matthäus Pazheveettil zum ersten Mal. Um 17.00 Uhr feiern wir das 1. Jahrgedächtnis in der Hl. Messe in St. Audomar. Anschließend sind alle zu einem Beisammensein ins Pfarrheim St. Audomar eingeladen. (Die Hl. Messen um 18.30 Uhr in Hl. Geist und St. Mariä Himmelfahrt fallen an diesem Samstag aus.)
- Unsere Fastenzeit und der islamische Ramadan fallen 2026 in dieselbe Zeit, so dass wir gemeinsam als Termin für das interreligiöse Ramadan-Fastenbrechen den 4. Fastensonntag gewählt haben. Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen kommen am Sonntag, 15. März zu einem gemeinsamen Ramadan-Fastenbrechen am ab 17.45 Uhr ins Pfarrheim St. Audomar zusammen. In einer wertschätzenden Atmosphäre stehen der Austausch, das gegenseitige Kennenlernen und der interreligiöse Dialog im Mittelpunkt. Ein besonderer Programmpunkt des Abends ist eine Stand-up-Darbietung, die auf humorvolle und zugleich nachdenkliche Weise Denkanstöße gibt und den Dialog zwischen den Teilnehmenden anregen soll. Anmeldung unter: ev.kerpen@gmail.com
Ich wünsche Ihnen frohe Karnevalstage und mit dem Aschermittwoch einen guten Start in die Fastenzeit. Alaaf!
Herzliche Grüße
Ihr und euer Christof Dürig
Matthäus 5,17-37:
Zu den Alten ist gesagt worden – ich aber sage euch
Jesus sagt:
17 Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben!
Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
18 Amen, ich sage euch:
Bis Himmel und Erde vergehen,
wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt
und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein.
Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
20 Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit
nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer,
werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten;
wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt,
soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt:
Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein;
wer aber zu ihm sagt:
Du Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
23 Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt,
dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
24 so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen;
geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder,
dann komm und opfere deine Gabe!
25 Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner,
solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist!
Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen.
26 Amen, ich sage dir:
Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.
27 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
28 Ich aber sage euch:
Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren,
hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
29 Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg!
Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht,
als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
30 Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt,
dann hau sie ab und wirf sie weg!
Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht,
als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.
31 Ferner ist gesagt worden:
Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.
32 Ich aber sage euch:
Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt,
liefert sie dem Ehebruch aus;
und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.
33 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist:
Du sollst keinen Meineid schwören, und:
Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.
34 Ich aber sage euch:
Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,
35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße,
noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs!
36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören;
denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
37 Eure Rede sei:
Ja ja, nein nein;
was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.

