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St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zum 10. Sonntag im Jahreskreis

Guten Tag zusammen,

die Festmesse zu Fronleichnam fand erstmals seit Einführung der gemeinsamen Feier in der Pfarreiengemeinschaft Frechen 2009 aufgrund der schlechten Wetterprognose in St. Audomar statt. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, beeindruckend die 48 Messdienerinnen und Messdiener im Chorraum der Kirche und die zahlreichen Kommunionkinder in ihrer Festkleidung! Die rund 500 Teilnehmenden - von 0 bis fast 100 Jahren (!) – konnten trockenen Fußes die Prozession mit der Monstranz durch die Innenstadt gehen und so öffentlich Zeugnis geben von Jesus, „dem lebendigen Brot, das vom Himmel kommt“. Der Vormittag klang mit Suppe, gespendeten Kuchen und Kaffee aus. Danke an alle, die mitvorbereitet und an der gemeinschaftsstiftenden Durchführung in der Kirche, auf der Straße und im Pfarrsaal mitgeholfen haben. So hat sich für alle erlebbar gezeigt, was das diesjährige Motto bedeutet: „Ihr seid meine Freunde.“    

Hier zeigt sich wie Nachfolge Jesu gelebt und erlebt werden kann als Ermutigung und Stärkung des Glaubens in bewegten Zeiten.  

„Folge mir nach!“ sagt Jesus im heutigen Sonntags-Evangelium, das in diesem Lesejahr A meistens aus dem Matthäus-Evangelium genommen ist.

„Der Ruf ergeht, und ohne jede weitere Vermittlung folgt die gehorsame Tat des Gerufenen. Die Antwort des Jüngers ist nicht ein gesprochenes Bekenntnis des Glaubens an Jesus, sondern das gehorsame Tun. Wie ist dieses unmittelbare Gegenüber von Ruf und Gehorsam möglich? (…) Jesus ist es, der ruft. Darum folgt der Zöllner. Die unbedingte, unvermittelte und unbegründbare Autorität Jesu wird in dieser Begegnung bezeugt. (…) Jesus ruft in die Nachfolge, nicht als Lehrer und Vorbild, sondern als der Christus, der Sohn Gottes.“ (Dietrich Boenhoeffer in „Nachfolge “ (1935-37)

  • Was bedeutet für Sie Nachfolge Jesu?

Für mich als Priester und leitender Pfarrer bedeutet Nachfolge Jesu in dieser Zeit der Veränderungen der Strukturen (Fusion, Notwendige Sparmaßnahmen, Schwerpunktsetzung usw.) den seit über 20 Jahren eingeschlagenen Weg des Miteinanders mit dem Seelsorgeteam, zahlreichen haupt- und ehrenamtlich Engagierten und der Gemeinden in die Zukunft der Kirche-in-Frechen weiterzugehen.

Dabei möchte ich die Freude am Glauben und am Leben mit den Menschen in unserer Stadt behalten, auch wenn die Herausforderungen und auch manche Zumutung dies schwer machen! Mit der Fronleichnamsfeier habe ich Eingangs ein positives Beispiel benannt.

  • „Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!“ mahnt Jesus

Barmherzigkeit hat Papst Franziskus gelebt in der Nachfolge Jesu und oft davon gesprochen. An Papst Leo XIV. liegt es nun, die oft spontanen Gesten und Worte in kirchliche Gesetze und Strukturen zu bringen!

  • Was bedeutet heute: „Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“ - Mir fallen wieder die Armen ein und die Gedanken, die durch das Gespräch mit Weihbischof Ansgar Puff aufgekommen sind. In den Pfarrnachrichten finden Sie dazu das angekündigte Echo und O-Töne aus dem Pfarrgemeinderat.
  • Unser Diakon Hartmut Engbroks hat zum Evangelium folgende Meditation formuliert:

Folge mir nach!

Hast Du gehört?

Folge mir nach! Hat Jesus zu dir gesagt.

Reflexartig kommt deine Antwort:

Moment mal, ich doch nicht,

ich kann mein Leben nicht loslassen,

meine Familie,

alles, was ich mir erarbeitet habe,

meine Firma braucht mich,

was sollen die Leute sagen?

Die Freunde, die Kollegen, der Chef,

wenn ich dir nachfolge?

Nein, im Ernst, das geht nun wirklich nicht,

das musst du verstehen.

Eigentlich hat er ja recht.

Mein Herz ist voll von Dingen,

die irgendwann ihre Bedeutung und ihren Sinn verlieren,

und nicht erst auf dem Friedhof,

schon manches habe ich zurückgelassen,

das hat mich frei gemacht.

Für Gott war mehr Platz in mir.

Seine Liebe trägt, die wird nicht unmodern,

die lässt nicht nach.

Ich will es versuchen,

hinter Jesus her,

so handeln wie er an meiner Stelle.

Mein Leben wird ein Fest.

Noch ein ganz anderer Aspekt zur Nachfolge:

Am 5. Juni 754 erlitt der „Apostel der Deutschen“ Bischof Bonifatius den Martertod. Heute - – 1272 Jahre später – stehen wir in unserem Land vor einem epochalen Umbruch der Kirche. Das Tagesgebet des Heiligengedenktages kann ein Gebet auch für uns sein:

„Herr, unser Gott, erhöre die Bitten deiner Gemeinde, die heute das Fest des heiligen Bonifatius feiert. Auf seine Fürsprache schenke uns deine Hilfe, damit wir den Glauben treu bewahren, den er unseren Vätern (und Müttern, dürfen wir ergänzen!) gepredigt und mit seinem Blut besiegelt hat. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.“

  • Die konkreten Veränderungen in Frechen nehmen Schritt für Schritt Gestalt an.

Im neuesten Amtsblatt des Erzbistums Köln (Juni 2026) sind die Dekrete zur sog. Anschlussfusion zum1.1.2027 veröffentlicht. Dies beinhaltet die Aufhebung der Pfarreien und Kirchengemeinden St. Mariä Himmelfahrt, St. Maria Königin, St. Severin, Heilig-Geist, St. Ulrich, St. Sebstianus und St. Antonius sowie die Erweiterung der Pfarrei und Kirchengemeinde St. Audomar mit den rechtlichen Veränderungen. Zur Begründung heißt es: „In den zurückliegenden Jahren ist immer deutlicher geworden, dass die gegenwärtige Pfarreistruktur (in Frechen) immer weniger in der Lage ist, den Rahmen für den Auftrag der Kirche zu bieten und dabei insbesondere den Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche sicherzustellen und dauerhaft zu ermöglichen.“ Insbesondere wird auf stetig rückläufige Zahl der Katholiken verwiesen.

Es gibt bei allem Rückgang immer wieder neue Pflänzchen des Miteinanders. So findet wieder ein Austausch zu einem wichtigen Thema unserer Zeit statt: „Rassismus aus christlicher und islamischer Sicht“. Im Pfarrheim St. Antonius, Habbelrath, 19. Juni von 18.00 – 20.00 Uhr. Im Rahmen des Tags der offenen Gesellschaft. Zwei Impulsvorträge aus christlicher und islamischer Perspektive öffnen den Abend. Im Anschluss laden wir zu einer moderierten Diskussion ein – bei Getränken und Snacks. Offen für alle Interessierten! Anmeldung und Information bei m.gehringer@kirche-in-frechen.de oder bei give.ev.kerpen@gmail.com (Murat Gök)

In dieser Woche wurde bekannt gegeben, dass ab 1. Juli 2027 die Besichtigung des Kölner Doms 12 Euro Eintritt kostet. Allerdings mit zahlreichen Ausnahmen - um das Soziale zu betonen. Bei allem Engagement des Domkapitels die vielfach geäußerte Kritik abzumildern, stellen sich mir dazu zwei Fragen:

Wird mit der Reglung und den Ausnahmen kirchlicherseits (wie zurzeit leider oft zu beobachten) die Bürokratie aufgebauscht und die Einnahmen sind doch nicht so hoch wie gedacht? 

Dompropst Gudio Assamn schreibt jedenfalls an die Pfarrer: „Uns allen ist bewusst: Die Einführung einer Besichtigungsgebühr am Kölner Dom ist ein historischer Schritt und für viele Menschen emotional mit Fragen und Kritik verbunden. Gleichzeitig bedeutet diese Veränderung auch für uns alle Neuland. Viele Abläufe werden sich verändern, manches wird sich erst im laufenden Betrieb bewähren müssen. - Rückmeldungen aus dem Alltag werden in den kommenden Monaten besonders wertvoll sein.“

Na denn, wir werden sehen…

Alarmierend ist der anhaltende Trend zur AfD! Dazu auch heute wieder ein Beitrag.

Der Umgang der DDR-Diktatur mit den Kirchen und jener der AfD mit diesen lässt sich nach den Worten des Bischofs von Magdeburg, Gerhard Feige, nicht direkt vergleichen. Die aktuelle Lage beschrieb der 74-jährige Kirchenmann, der in der DDR aufgewachsen ist, der "Süddeutschen Zeitung" folgendermaßen:

„Wir werden beschimpft, lächerlich gemacht und unter Druck gesetzt." Er bekomme zum Teil unverschämte E-Mails und Briefe, anonym, aber auch mit Klarnamen. „Während die AfD versucht, christliche Werte zu vereinnahmen und zu instrumentalisieren, und gleichzeitig uns Kirchen als von Gott abgefallen diffamiert, war das DDR-Regime dagegen unverhohlen atheistisch geprägt", sagte Feige. Die AfD vermittle mit ihrer Drohung, Staatsleistungen für die Amtskirchen streichen zu wollen, zugleich den Eindruck, als ob man diese domestizieren wollte.

„Wenn wir artig sind, bekommen wir Geld. Und wenn wir andere Positionen beziehen als die AfD, dann nichts oder weniger", fasste der Bischof zusammen. Die Kirchen würden von dieser Partei als Teil des Establishments bekämpft. Den Grund für die hohen Zustimmungswerte der AfD in Sachsen-Anhalt sieht Feige darin, dass beispielsweise die Wirtschaftslage, Corona und die Impfdiskussion und der Krieg in der Ukraine die Menschen verunsichert hätten. Sie suchten Halt und folgten markigen Parolen.

„Die AfD schafft es, den Bauch anzusprechen, die Instinkte und die Ängste", erklärte Feige. „Wir hingegen versuchen, dem mit rationalen Argumenten beizukommen, aber Hirn und Bauch, das trifft sich dann nicht." Im Moment herrsche eine schwierige politische und gesellschaftliche Lage. Politiker könnten natürlich keine Wunder vollbringen. „Aber wenn in Wirtschaft und Politik andere Lösungen zustande kämen, wäre auch die Stimmung eine andere. Wenn aber nur Parteiengezänk wahrgenommen wird, ist das ein Problem."

„Wir wollen Orientierung geben – nicht parteipolitisch, sondern wertebasiert", sagte der Bischof Feige bei der Vorstellung einer Kampagne der katholischen Kirche in Sachsen-Anhalt „Bewusst wählen“. Das heißt: menschlich und verantwortungsbewusst zu wählen, so der Leitgedanke der Kampagne. Der Magdeburger Bischof erklärte, es sei Aufgabe der Kirche, sich für Menschenwürde, Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Solidarität einzusetzen.

„Besonders herausgefordert sind wir dann, wenn Hass und Hetze sowie populistische oder extremistische Positionen zunehmend salonfähig werden." Dies beobachte er immer stärker. Zugleich betonte er: „Wir arbeiten uns hier nicht an einer Partei ab." Sondern es gehe darum, den Zusammenhalt der Gesellschaft wieder zu stärken, der durch geschürtes Misstrauen gezielt untergraben werde.

  • Hoffentlich kommen genügend Menschen nicht nur in den östlichen Bundesländern zur Vernunft und wählen bei aller berechtigten (und oft auch überzogenen und unberechtigten) Kritik demokratische Parteien!

Wir können die Welt nicht retten, wir sind nicht die Mächtigen, aber es gilt auch:

„Man könnte, man sollte, man müsste, sagen manche. Ein Lächeln verschenken oder ein nettes Wort aussprechen ist viel mehr wert!“

In diesem Sinn wünsche ich allen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!

Ihr und euer Christof Dürig

 

 

Matthäus 9,9-13: Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, nicht Sünder

(Nachfolge und Mahl)

9 Als Jesus weiterging,

sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm:

Folge mir nach!

Und Matthäus stand auf und folgte ihm nach.

10 Und als Jesus in seinem Haus bei Tisch war,

siehe, viele Zöllner und Sünder kamen und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.

11 Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern:

Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?

12 Er hörte es und sagte:

Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.

13 Geht und lernt, was es heißt:

Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!

Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.