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St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zu Ostern

Guten Tag zusammen,

Jesus lebt! Christus ist auferstanden! – Christus ist das Alpha und das Omega – das Licht in aller Dunkelheit des Schreckens, der Todesängste, der Kriege, des Todes!

Der Mond spielt in dieser Woche eine „Doppelrolle“: zum einen kündigt der erste Frühlingsvollmond das Osterfest an, zum anderen sind Menschen wirklich hinter dem Mond – im wahrsten Sinn des Wortes! Nach 54 Jahren soll mit Artemis 2 eine neue Ära eingeleitet werden – auf dem Mond!

  • Zwischenruf: Haben wir nicht genug zu tun, um unsere Erde für die nächsten Generationen zu erhalten – und ein bisschen mehr Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen?
  • Mit Ostern - Christus ist auferstanden und lebt – dürfen wir jedenfalls aus dem Glauben schöpfen und müssen die Hoffnung nicht aufgeben, dass Gott-mit-uns (Immanuel) ist!

Zunächst möchte ich mit Ihnen nach Jerusalem gehen, wo die Erlösung der Welt durch die grenzenlose Liebe Jesu, die Schuld und Tod besiegt hat, stattgefunden hat. Am Rande der Jerusalemer Altstadt lebt eine Gruppe (deutscher) Benediktiner, die wir auf der Pilgerreise 2019 besucht haben. Abt Nikodemus, von dem ich vor 14 Tagen, am 5. Fastensonntag berichtet habe, möchte ich auch heute zu Wort kommen lassen.

„Ostern im Krieg, und was nun? Hallo, hier ist Abt Nikodemus aus der Dormitio-Abtei. Ich melde mich aus der Unterkirche, aus unserer Krypta, aus dem schönsten Bunker Jerusalems. Das ist der Ort, an dem wir jetzt alle unsere Gottesdienste feiern. Es ist eigentlich der Ort, an den die Pilgerinnen und Pilger hinströmen, um der Entschlafung Mariens zu gedenken und wo wir Mönche die Komplet, das Gebet zur Nacht, beten. Sonst ist eigentlich oben unser Gottesdienstraum. Aber hier sind wir unter der Erde, wo es keine Fenster gibt. Das ist jetzt der Ort, an dem wir Mönche bleiben und mit den verbliebenen Gemeindemitgliedern unserer Gemeinde im Gebet ausharren.

Es ist eine Heilige Woche, die wir uns anders gewünscht hätten, so wie sich die Muslime einen anderen Ramadan und wie sich die Juden ein anderes Pessach gewünscht hätten. Aber das ist die Realität. Wir bleiben hier im Gebet. 

Und es gibt so vieles, bei dem man irre werden könnte, an dem man verzweifeln könnte. Aber der Karmontag wirkt in mir nach. Ich durfte den ganzen Tag mit der Caritas Jerusalem in Bethlehem bei unseren Glaubensgeschwistern sein. Ich habe insbesondere Frauen kennenlernen dürfen, die als Heldinnen des Alltags gesagt haben, dass sie nicht auswandern und nicht verzweifeln, sondern versuchen, Hoffnung zu geben: wie die erste Schäferin Betlehems oder eine Frau, die einen Friseursalon aufgemacht hat oder eine Studentin, die jetzt Lebensmittelpakete packt, und, und, und.

Ich dachte: „Wow, welcher Lebenswille, welcher Hoffnungswille da ist." Da wir doch alle österliche Menschen sind, stelle ich die Frage: „Wo ist deine Hoffnungsquelle? Wo ist der Grund, aus dem du lebst und aus dem du sagst, dass du zum Licht und zur Hoffnung für andere werden möchtest?"

Ich lade dich ganz konkret ein. Wenn du möchtest, dass wir als Mönche besonders in dieser Osterzeit zum Licht für andere werden, dann mach mit bei unserer Aktion "Osterlicht". Feiere hier durch deine Osterkerze mit uns die Osternacht. Unterstütze uns, dass wir weiter das sein können, was wir in diesen Kriegstagen sind: eine Hoffnungsinsel in diesem Ozean von Leid für alle Menschen, die hier sind. Unterstütze uns, dass wir weiter da sein können. 

Danke dir und ein gesegnetes Triduum. Dein Abt Nikodemus.“

  • Wir werden in der Osternachtsfeiern in St. Audomar, in der Hildboldkirche und in St. Mariä Himmelfahrt im Geist mit den Mönchen auf dem Zion und am Ufer des Sees Gennesaret verbunden sein und mit allen Christen und Christinnen im Nahen Osten und überall auf der Erde, die unter Krieg und Gewalt leiden müssen! Durch das Licht der Osternacht feiern wir die Nacht aller Nächte und erleuchten die Dunkelheiten unserer Tage mit dem Licht unseres auferstandenen HERRN!

„Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ Diese Botschaft des Engels an Maria Magdalena und die anderen Frauen wird auch 2026 in der Osternacht und am Ostersonntag verkündet!

Die „Apostelin der Apostel“ Maria aus Magdala – eine Frau (!) - teilt diese umwerfende und weltverändernde Neuigkeit auch den Jüngern mit, die sich am Kreuz davongestohlen haben! Dann breitet sich nach Pfingsten, als Gottes Geist die junge Gemeinschaft beflügelt, diese Frohe Botschaft – DAS EVANGELIUM – in Zeit und Welt aus! Bis heute und immer – trotz allem Gegenwind!

  • In der katholischen Kirche wird um Reformen in Deutschland gerungen.
  • Die evangelischen Kirchen sind ebenfalls von großen Einschnitten betroffen.
  • Die rückläufigen Kirchensteuereinnahmen führen zu umfassenden Strukturveränderungen nicht nur in der Verwaltung des Erzbistums Köln…
  • Große Umwälzungen und notwendige Einsparungen – auch in Frechen – werden unsere Gemeinden radikal verändern und so die Haupt- und Ehrenamtlichen stark herausfordern. Viel zu viele Menschen sind auch im vergangenen Jahr aus den Kirchen ausgetreten.
  • Die Hälfte der Bevölkerung ist mittlerweile religiös gleichgültig, die auch ohne Gott glücklich ist.

Auch in diesen Zeiten wird Ostern die Botschaft von der Auferstehung Jesu und dem neuen Leben wieder verkündet und gefeiert!

Ja, zur Zeit Jesu waren – bis in unsere Zeit – die Menschen religiös und glaubten an Gott! Aber Jesus war auch in seiner Zeit umstritten. Sonst wäre er nicht hingerichtet worden! Nicht nur Kirchenspaltungen und Christenverfolgung bis auf den heutigen Tag zeigen, dass Jesus immer in der Diskussion und der Glaube an ihn nie selbstverständlich war!

Die österliche Botschaft „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ ist gleichzeitig immer aktuell und eine Einladung, das eigene Leben darauf auszurichten und so Perspektive und Hoffnung zu haben - über den Tod hinaus! Das trägt und ermutigt mich.

  • Teilen wir diesen Glauben! Feiern wir mit anderen in den Ostergottesdiensten unserer Pfarreiengemeinschaft, wozu ich im Namen des Seelsorgeteams herzlich einlade!
  • Lesetipp: Den lesenswerten Artikel „Karfreitag und die Wut. Wie weiterleben, ohne alles anzuzünden?“ finden Sie unter gotteswort-weiblich.de von der Theologin Annette Jantzen.

Viele, die mich kennen, wissen, dass mir das Emmaus-Evangelium, das am Ostermontag vorgelesen wird, besonders am Herzen liegt. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass der neue Bischof von Münster, Dr. Heiner Wilmer SCJ, in seiner Vorstellungsrede am 26. März sich zunächst mit Gedanken aus dem Emmaus-Evangelium an seine neuen Mitchristen gewendet.

 

„Brannte nicht unser Herz?“

zwei Menschen sind unterwegs.
Sie gehen von Jerusalem nach Emmaus.
Verunsichert. Enttäuscht. Ratlos.

Sie wissen nicht mehr, wie es weitergeht.
Was sie geglaubt haben, scheint zerbrochen.
Was sie getragen hat, ist ihnen entglitten.

Und mitten in diese Bewegung hinein tritt einer.
Er geht mit.
Er hört zu.
Er fragt nach.
Er deutet ihr Leben.

Sie erkennen ihn nicht.
Und doch geschieht etwas.

Am Ende sagen sie:
„Brannte nicht unser Herz, als er unterwegs mit uns sprach?“

Ist das nicht eine Geschichte für unsere postmoderne Zeit?
Auch wir sind unterwegs.
Auch wir suchen.
Auch wir fragen:
Was trägt? Was bleibt? Was gibt Sinn?

Vielleicht ist das der Weg der Kirche heute:
aufsuchen, zuhören, verstehen – und dann vorangehen.

Nicht alles wissen.
Nicht alles erklären können.
Aber unterwegs sein.

Und darauf vertrauen:
Gott begegnet uns – oft unerkannt, oft leise, aber immer wirklich.“

Das „Emmaus-Evangelium“ finden Sie bei Lukas 24,13-35. Gehen Sie mit Kleopas – und entdecken Sie bei diesem Osterspaziergang Ihren heutigen Platz in dieser Glaubensgeschichte! 

In der Sonderausgabe der Pfarrnachrichten „Von Ostern bis Pfingsten 2026“ finden Sie nicht nur die Namen der diesjährigen Erstkommunionkinder, sondern auch Hinweise zu besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen der Osterzeit. Zwei greife ich heraus.

Unter dem Motto „Leo & Ansgar. Option für die Armen!“ spricht Weihbischof Ansgar Puff Am Freitag, 15. Mai, um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Ulrich, Buschbell über das erste apostolische Schreiben „Dilexi te“ von Papst Leo XIV. Es ist eine leidenschaftliche geistliche Ermahnung, die die Liebe zu den Armen ins Zentrum stellt.

In Fortsetzung der guten ökumenischen Zusammenarbeit von evangelischer, neuapostolischer und katholischer Kirche in der Stadt Frechen (Aktionstag, Aktionswoche u.a.) feiern wir am Pfingstmontag, 25. Mai, um 11.00 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst, der den gemeinsamen Glauben an den dreifaltigen Gott ausdrückt.

  • Merken Sie sich diese Termine vor („Save the date“) und sagen Sie dies anderen weiter!

Wie die doch Zeit vergeht. Am Ostermontag 2025 (21. April) starb Papst Franziskus, der mit seiner unkomplizierten, menschenfreundlichen und barmherzigen Art und die Betonung der Synodalität so viel Bewegung in die katholische Kirche gebracht hat, gleichzeitig aber auch viel Enttäuschung über nicht umgesetzte Reformen erzeugt hat. – Und so ist es nun das erste Ostern mit Papst Leo VXIV., der am Karfreitag beim Kreuzweg im Kolosseum den gesamten Weg das Holzkreuz selbst getragen hat. Bewegende Momente, die hoffentlich nicht nur Symbolik bedeuten! Der eine möge seinen ewigen Frieden haben, der andere vom österlichen Geist getragen die Weltkirche gut leiten.

Ich wünsche Ihnen und allen, die Ihnen nahe sind die Erfahrung, dass Gott – bei allen Fragen, Zweifeln und Herausforderungen – mit uns ist! Frohe und gesegnete Ostern!

Ihr und euer Christof Dürig

 

 

Matthäus 28,1-10: Die Frauen am leeren Grab

1 Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche,

kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.

2 Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben;

denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab,

wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.

3 Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee.

4 Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot.

5 Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht!

Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten.

6 Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.

Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag!

7 Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen:

Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa,

dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

8 Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude

und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

9 Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte:

Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.

10 Da sagte Jesus zu ihnen:

Fürchtet euch nicht!

Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen

und dort werden sie mich sehen.