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St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zum 12. Sonntag im Jahreskreis

Guten Tag zusammen, 

„In jedem Fall handelt es sich um Menschen, und wir müssen Menschen menschlich behandeln – nicht schlechter als Tiere.“, sagte Papst Leo XIV. auf den Kanaren zum Umgang mit Migranten. 

Diesen Satz, den alle auch in Deutschland beherzigen sollten, gilt besonders denjenigen, die Macht haben Kriege zu beginnen (wie der Papst formuliert)! Da sähe die Welt anders aus: ohne Kriege und Leid! Dann gäbe es Menschlichkeit und Frieden! Aber:  

Eine Meldung hat im schon fast 4 ½ Jahre dauernden aggressiven Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und die freie Welt hat in dieser Woche aufgeschreckt, auch wenn wir uns praktisch an die täglichen Raketen- und Drohnenangriffe ohnmächtig gewöhnt haben. Das Dach der Hauptkathedrale des berühmten ukrainischen Klosters brannte nach einem russischen Angriff lichterloh! Der menschenverachtende Putin scheut nicht einmal zurück christliches Weltkulturerbe zu achten! Und der Moskauer Patriarch schweigt! 

  • Die Kölner Schauspielerin Gaby Köster (64 Jahre), die seit ihrem Schlaganfall 2008 im Rollstuhl sitzt, hat neulich diese politische Botschaft verbreitet: 

„An alle AfDler: 80 Prozent der pflegenden Menschen sind Ausländer – freut euch schon mal darauf. Außerdem rät sie allen Politikern, mal auf eine Intensiv- oder Pflegestation zu gehen um zu erleben, „welche Knochenjob das im Dreischicht-Betrieb“ bedeutet.

  • Das kann ich allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes empfehlen. Dann würde wahrscheinlich manche Unzufriedenheit und das ständige Gejammere und das gegen alles Demonstrieren und Klagen verschwinden!? 

Themenwechsel: ein erster Blick auf die biblischen Lesungen des Sonntags (Jeremia 20,10-13), Römer 5,12-15 und Matthäus 10,26-33.  

Unser Kaplan Sebastian Andrady schreibt im „Wort der Woche“ der Pfarrnachrichten: „Am 12. Sonntag im Jahreskreis spricht Gott 3-mal zu uns: Durch Jeremia, durch Paulus und durch Jesus selbst. Und alle 3 Lesungen haben ein Thema: Hab keine Angst. Gott ist bei dir, auch wenn es schwer wird. (…) Der Prophet Jeremia hatte Angst, aber er vertraute. Paulus sagt: Gnade ist stärker als Angst. Jesus sagt: Ich bin bei dir, hab keine Angst. Herr, öffne unsere Ohren für dein Wort. Nimm uns die Angst und schenk uns Vertrauen. Lass uns spüren: Du bist der starke Held an unserer Seite. Amen.“ 

Letzte Woche habe ich die Entwicklung der Gemeindemitglieder in Frechen seit 1983 aufgeschrieben, wie sie im Dekret des Erzbischofs zur Fusion benannt, die jetzt auch in den Pfarrnachrichten und auf der Internetseite nachzulesen sind.    

Heute möchte ich aus der Begründung zitieren und zum Nachdenken anregen.  Deshalb ein paar persönliche Anmerkungen dazu. Im Deket heißt es zunächst:                                                                        

„Eine Pfarrei stellt eine Gemeinschaft von Gläubigen dar, die einem Pfarrer als eigenem Hirten anvertraut ist und in der sich die Sendung der Kirche verwirklicht. Sie ist damit nicht eine bloß festgelegte und bestimmte Ansammlung von Gläubigen. Sie ist vielmehr ein Ort, an dem der Auftrag der Kirche, das Wort Gottes zu verkünden und auf dieses zu hören, die Sakramente zu feiern und die christliche Nächstenliebe zu leben, erfüllt wird.

In den zurückliegenden Jahren ist immer deutlicher geworden, dass die gegenwärtige Pfarreistruktur im Gebiet der Pfarreien St. Antonius in Frechen-Habbelrath, St. Sebastianus in Frechen-Königsdorf, St. Ulrich in Frechen-Buschbell, Heilig Geist in Frechen-Bachem, St. Mariä Himmelfahrt in Frechen-Grefrath, St. Audomar in Frechen, St. Maria Königin in Frechen sowie St. Severin in Frechen immer weniger in der Lage sind, den Rahmen für den Auftrag der Kirche zu bieten und dabei insbesondere den Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche sicherzustellen und dauerhaft zu ermöglichen.“

Dann folgen für die jeweils die Zahl der Katholiken in den Pfarreien, die „sich in den letzten Jahrzehnten wie folgt nahezu stetig rückläufig entwickelt“ hat. 

Unser wachsendes Miteinander und die Zusammenarbeit werden wertschätzend angeführt. Das dürfen wir dankbar zur Kenntnis nehmen! Und ich bin froh mit so vielen Menschen dabei mitgewirkt zu haben und weiter mitzuwirken.    

„Die genannten Pfarreien, die seit dem 1. September 2023 eine Pastorale Einheit bilden, verfügen über langjährige Erfahrungen in der Zusammenarbeit: Bereits seit über 20 Jahren arbeiten die Pfarreien im gemeinsamen Kirchengemeindeverband zusammen. Seit 2009 bestehen ein gemeinsames Seelsorgeteam und ein Pfarrgemeinderat, unterstützt durch Ortsausschüsse. Veranstaltungen wie der „Aktionstag der Frechener Kirchen“ verdeutlichen die gewachsene Kooperation. Seit Anfang 2025 arbeiten die Kirchenvorstände der acht Pfarreien gemeinsam mit Pastoralteam, Pfarrgemeinderat und Verwaltung an der Vorbereitung gemeinsamer Strukturen.“

Aber, und nun kommt ein Aber, dass ich ganz nachvollziehen kann:  

„Nichtsdestotrotz – und bei allem Positiven, die Kräfte auf diese Weise auf die Verwirklichung der Sendung der Kirche zu konzentrieren – können diese Formen lediglich als Mittel zum Zusammenwachsen der Pfarreien … innerhalb einer solchen Einheit verstanden werden. Es besteht die berechtigte Erwartung und auch der rechtliche Anspruch der Gläubigen, dass in der eigenen Pfarrei weiterhin alles geleistet wird, was Inhalt einer umfassenden pfarrlichen Seelsorge ist (vgl. can. 528 und can. 529 CIC). Eine Fusion verstetigt die seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit der Frechener Pfarreien und stellt sie auf eine verbindliche Grundlage.“

  • Was in den Canones (Paragrafen) 528 und 529 des weltweiten Kirchenrechts (CIC) steht, „verrate“ ich Ihnen nächste Woche… Sie können es natürlich auch selbst Googlen!   

Weiter heißt es: „Aufgrund zurückgehender Ressourcen und zur Förderung des pastoralen Wirkens wurde bereits im November 2008 Pfr. Christof Dürig leitender Pfarrer aller Pfarreien, die nun zusammengelegt werden. In jüngerer Vergangenheit ist es zudem immer schwerer geworden, in den bestehenden Pfarreistrukturen ausreichend Engagierte für die Verantwortung in den obligatorischen Gremien Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand zu finden.“ 

  • Ob die Suche nach KV-Mitgliedern (und weiteren Mitgliedern in den Sach- und Vor-Ort-Verantwortlichen) in einer fusionierten Pfarrei einfacher ist, muss sich noch zeigen! 
  • Ich lade jedenfalls alle ein, sich zu engagieren für den Fortbestand des christlichen Lebens und der Kirche-in-Frechen! Wenn wir es nicht in Frechen schaffen… Andere machen es jedenfalls nicht für uns! Und klagen über „Köln“ hilft am Ende auch nicht!

„Die bestehenden Strukturen erfordern für ihren Erhalt einen verhältnismäßig immer größer werdenden Einsatz von Finanzmitteln und insbesondere Verwaltungspersonal. Diese Ressourcen können nach Aufhebung der Pfarreien (…) und ihrem Anschluss an die Pfarrei St. Audomar, Frechen und der dadurch erreichten Effizienzsteigerung in höherem Maße der Seelsorge und dem missionarischen Aufbruch zugutekommen.“ 

  •  Automatisch funktioniert das jedenfalls nicht! Und ob eine fusionierte „Großpfarrei“ zur „Effizienzsteigerung der Seelsorge“ und „einem missionarischen Aufbruch“ führt, wenn gleichzeitig die Zahl der Seelsorgerinnen und Seelsorger sinkt, wie bei uns mit dem ersatzlosen Weggang von Diakon Gregor Hergarten und Pastoralreferent Kai Schockemöhle im vergangenen Jahr schon geschehen, wage ich nach 40 Jahren Gemeinde-Erfahrung stark zu bezweifeln! Da haben offensichtlich Kirchenrechtler und Theoretiker die Vorlagen für den Erzbischof geschrieben!!!

„Zudem können durch die Zusammenführung nicht nur personelle, und finanzielle, sondern auch organisatorische Ressourcen gezielter eingesetzt und Doppelstrukturen vermieden werden. Dies führt zu einer effizienteren Verwaltung und entlastet sowohl ehrenamtlich Engagierte als auch Hauptamtliche. Es entstehen zusätzliche Kapazitäten für die seelsorglichen und missionarischen Aufgaben in Frechen.“

  • Ob die aufgeschriebene Vermutung und die Wirklichkeit zusammenfinden, bleibt zumindest offen! Die Fusion ist eine strukturelle Veränderung, die die Menschen, die nicht „im Innersten“ (z.B. PGR oder KV) engagieren, kaum spüren… Und wenn wir erleben, wie die Verwaltung im Erzbistum aufgebaut (aufgebläht?) wird, habe ich ernste Zweifel, dass das gelingt. Und an die angebliche Kostenersparnis in diesem Bereich kann ich noch nicht glauben… 

Das gilt auch für den folgenden Satz: „Zugleich bietet die Fusion die Möglichkeit, gemeinsame Projekte in Liturgie, Katechese, Caritas oder Ökumene stärker zu koordinieren und dadurch nachhaltiger wirken zu lassen.“ 

  • Naja, wie sehen Sie das? 

Noch einmal zitiere ich staunend das Dekret in seiner Begründung der Fusion. „Der Erzbischof muss eine Pfarrei als eine bestimmte Gemeinschaft von Gläubigen der Hirtensorge eines Pfarrers als ihrem eigenen Hirten anvertrauen (vgl. can. 515 CIC). Dieser spezifische Hirtendienst setzt seitens des Pfarrers Bereitschaft und Befähigung voraus. Es ist dabei unbedingt eine funktionalistische Auffassung dieses Amtes zu vermeiden. 

Die durch die Aufhebung der Pfarrei St. N. … und ihren Anschluss mit den weiteren oben genannten Pfarreien an die Pfarrei St. Audomar, Frechen erreichte strukturelle Veränderung ermöglicht es, dass der ernannte kanonische Pfarrer, so wie es can. 526 § 1 CIC vorsieht, nur für eine Pfarrei die pfarrliche Sorge trägt und dabei von anderen Priestern, Diakonen und Laien unterstützt werden kann.“

  • Kirchenrechtlich stimmt es dann überein: eine Pfarrei – ein Pfarrer. Aber manchmal ist das Kirchenrecht zwar in sich schlüssig, aber nicht so ganz bei der Wirklichkeit der Menschen. Weil es eben nicht nur schwarz oder weiß im Leben gibt!

„Letztendlich trägt nur die Aufhebung der Pfarreien N. und die Zusammenführung mit den anderen Pfarreien zur Pfarrei St. Audomar, Frechen den Gegebenheiten Rechnung.“

  • „Schau mer mal“, würde Franz Beckenbauer sagen. Wir dürfen allerdings dankbar sein, dass Hürth zum 1. September 2026 einen neuen Leitenden Pfarrer bekommt. Und wir unseren Weg der Fusion und der Veränderungen in Frechen weitergehen dürfen! Vergleiche die oben genannten Worte der Anerkennung.  

Nun habe ich ausführlich über die offizielle Begründung der Fusion berichtet und kommentiert. Dabei fällt auf, dass der Rückgang der Gläubigen mit den Statistiken benannt wird, aber nicht der dramatische zahlenmäßige Rückgang der Priester. Das ist letztlich der entscheidende Faktor für die Zusammenlegungen! 

  • Die Dekrete für alle acht Gemeinden finden Sie im Amtsblatt des Erzbistums Juni 2026.  

Kehren wir in den aktuellen Alltag zurück. Mit ein paar Tipps möchte ich auf einige Aktivitäten in unserer Pfarreiengemeinschaft aufmerksam machen.  

  • Die „Engel auf Rädern“ mit der Ape sind mittlerweile in Frechen bekannt – und fast jedem Freitag auf dem Wochenmarkt.

Das meint konkret: das mobile Gesprächscafé und eine erlebbare Gemeinschaft mit offenem Ohr, ehrenamtliche Hilfe in kleinen nachbarschaftlichen Bereichen (z.B. Einkäufe – gerne auch telefonisch)

  • Seit dem Frühjahr gibt es ein weiteres Fahrzeug, das Freude bereitet: für 2 Personen bot dies bei der Fronleichnamsprozession eine unbeschwerte Teilnahme an der Prozession. Von Markus Gehringer persönlich gefahren! Manche ahnen es: ich meine die „Senioren-Rikscha“. 

Eine Gruppe Engagierter hat sich bereit erklärt und eine Schulung absolviert und wart auf einen Einsatz! Herzliche Einladung – zu einer entspannten und kostenlosen Rikscha-Fahrt für Senioren und bewegungseingeschränkte Menschen, mit Spaßfaktor und frischem Wind durch die Haare. Einfach Anrufen und Fahrt vereinbaren unter: 0176 22 11 44 66 oder engel@kirche-in-frechen.de.  

  • Familien-Wochenende „Prima Klima“: 

Wie können wir gut mit Gottes wunderbarer Schöpfung umgehen? Wie gestalten wir unser Leben nachhaltig und klimagerecht? Was können wir bei uns vor Ort bewirken? Mit Action im Wald, interessanten Workshops, nachhaltige Life-Hacks, klimafreundliches Kochen, Spielen, Basteln, Lagerfeuer und vielem mehr, werden wir diesen Fragen nachgehen. Vom 4. bis 6. September geht es nach Gemünd in das Haus „Auszeit“. Kosten: Erwachsene 45€, Kinder ab 3 Jahren 20€. Anmeldung über www.kirche-in-frechen.de, dort auch weitere Infos.

Das dreimalige „Fürchtet euch nicht“ im heutigen Evangelium ist top-aktuell in unserer Zeit – angesichts der Herausforderungen und Veränderungen in Welt, Gesellschaft und Kirche – und auch vor Ort und im persönlichen Leben!  

Mit Kaplan Albert habe ich mich über das Tor und den 1. WM-Punkt des Kongo gefreut! Freuen wir uns auf weitere spannende Fußballspiele, auch wenn die Bedingungen für manche Spieler und viele ausgeschlossene Fans alles andere ist, als „zu Gast bei Freunden“! 

Mit oder ohne Fußball wünsche ich ein schattiges Plätzchen, ein kühles Getränk - und eine gute Woche!

Ihr und euer Christof Dürig

Matthäus 10,26-33: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten

In jener Zeit sprach Jesu zu seinen Aposteln:

26 Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! 

Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, 

und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.

27 Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, 

und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern!

28 Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten,

die Seele aber nicht töten können, 

sondern fürchtet euch eher vor dem, 

der Seele und Leib in der Hölle verderben kann!

29 Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? 

Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.

30 Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.

31 Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

32 Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, 

zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.

33 Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, 

den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.