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St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zum 3. Ostersonntag

Guten Tag zusammen,

die zusammenfassenden Schlussgedanken des Johannes-Evangeliums habe ich als Einstieg in die Sitzung des Pfarrgemeinderates genommen, an dem erstmals auch Mitglieder der Ortsauschüsse und der indischen Gemeinde in Frechen teilgenommen haben.

  • „Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“ (Joh 20,30-31)
  • „Dies ist der Jünger, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles einzeln aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die dann geschriebenen Bücher nicht fassen.“ (Joh 21,24-25)

Früher habe ich die Aussage, dass die ganze Welt die Bücher nicht fassen könnte, als stark übertrieben angesehen. Heute denke ich: Ja, stimmt! Die Begegnungen vieler Menschen mit dem Auferstandenen gehen bis auf den heutigen Tag weiter...

  • … und so haben die Teilnehmenden unterschiedliche Erfahrungen der vergangenen Kar- und Ostertage genannt, wo sie dies persönlich erfahren haben! Bei den Gottesdienten und anschl. Begegnungen, bei Aktionen der Messdiener u.v.a.m.
  • Und es ist belebend und bereichernd, wenn die Ortsauschüsse im PGR dabei sind, mitarbeiten und sich einbringen! Das Treffen Ende März trägt erste Früchte! Oder, biblischer ausgedrückt:
  • Ja, Christus lebt! Mehr erfahren Sie demnächst im ECHO der Pfarrnachrichten!
  • Am Freitag, 15. Mai, wird Weihbischof Ansgar Puff, um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Ulrich, Buschbell, unter dem Motto „Leo und Ansgar. Option für die Armen“ einen Impulsvortrag halten und danach ein offenes Gespräch anbieten. Das erste apostolische Schreiben von Papst Leo XIV. ist eine leidenschaftliche geistliche Ermahnung, die die Liebe zu den Armen ins Zentrum stellt. Herzliche Einladung an alle!

Der Referent aus Köln spricht nicht über die Armen und die Armut! Sein Herz schlägt für sie und das drückt er auch durch seinen Lebensstil aus: er verzichtet auf einen Fahrer und fährt selbst zu seinen Terminen, wie wir bei der Firmung im vergangenen November in St. Ulrich erleben konnten, wo er vertretungsweise eingesprungen war und mit seiner charismatisch-spirituellen Art Jugendliche und Erwachsene mit seiner Predigt begeisterte.  

Für Ansgar Puff war es eine lange Suche. Radikale Vorbilder haben ihn angezogen, darunter Charles de Foucaud oder Franziskus. Er hat in Brudergemeinschaften in Obdachlosensiedlungen gewohnt, auf der Baustelle gearbeitet, Soziale Arbeit studiert und später seine Heimat in der Gemeindearbeit gefunden. Weihbischof Ansgar Puff, 1956 geboren, am 26. Juni 1987 zum Priester geweiht, war zunächst als Kaplan in verschiedenen Kölner Pfarreien und ab 1996 Leitender Pfarrer in Düsseldorf. Er versuchte seinen alten Beruf als Sozialarbeiter in sein Wirken zu integrieren. So organisierte er in Düsseldorf-Bilk Essen für die Familien, die am Monatsende nicht mehr genug Geld für einen Topf Nudeln hatten. Er war auch bekannt für ganz unkonventionelle Angebote. Regelmäßig saß er auf den Treppenstufen seiner Kirche, eine Art offene Sprechstunde, für alle, die sich dazu setzen wollten. Dies führte er Jahre später auch vor dem Kölner Dom fort.

Für gut ein Jahr war er Personalchef für den Einsatz, die Berufseinführung und Weiterbildung von Priestern, Diakonen, Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten.

Ansgar Puff wurde am 21. September 2013 zum Weihbischof in Köln geweiht. Als Weihbischof ist er im Pastoralbezirk Süd des Erzbistums Köln tätig (Bonn, Euskirchen, Altenkirchen Rhein-Sieg- und Rheinisch-Bergischen Kreis und Oberbergischen Kreis). Als Bischofsvikar ist er für die Armen und die Caritas zuständig sowie für die Geistlichen Gemeinschaften und für den Diözesanrat. 

  • Freuen Sie sich auf diesen Abend: 15. Mai um 19.30 Uhr in St. Ulrich – und laden Sie andere ein, mitzukommen! Es lohnt sich!

Am vergangenen Mittwoch gab es ein großes ökumenisches Treffen von 15 katholischen, evangelischen und neuapostolischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern aus 5 christlichen Gemeinden, die in Frechen zuhause sind:

  • katholische Pfarreiengemeinschaft mit den (noch) acht Kirchengemeinden,
  • Evangelische Gemeinde Frechen,
  • die 2025 fusionierte Evangelische Christusgemeinde an der Glessener Höhe, zu der Königsdorf gehört,
  • die zu Jahresbeginn fusionierte Evangelische Melanchton-Gemeinde Kerpen, zu der Habbelrath gehört,
  • sowie die neuapostolische Gemeinde, deren Kirche an der Dürener Straße liegt.

Das Kennenlernen in den neuen Zusammensetzungen war für mich eine lebendige und bereichernde Erfahrung: „Nicht destruktiv in die Vergangenheit schauen, sondern konstruktiv Zukunft gestalten“ nannte es ein Teilnehmer.  

Die territorialen Unterschiede machen die Zusammenarbeit nicht einfach. Die Probleme (weniger Seelsorger, weniger Gläubige, weniger Geld, Gebäudekonzepte u.a.m.) sind ähnlich herausfordernd, obwohl die Strukturen ganz unterschiedlich sind.

  • In Fortsetzung der guten ökumenischen Zusammenarbeit der drei Konfessionen in der Stadt Frechen (Aktionstag, Aktionswoche u.a.) feiern wir am Pfingstmontag, 25. Mai, um 11.00 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst, der die eine Taufe und den gemeinsamen Glauben an den dreifaltigen Gott ausdrückt.

Zu Beginn habe ich eine Erfahrung aus der PGR-Sitzung dieser Woche benannt und das Treffen am 28. März erwähnt. Darauf komme ich nun noch einmal zurück.

Der Bericht aus dem Pfarrgemeinderat, den Sie ganz in den Pfarrnachrichten finden, steht unter dem Gedanken „Geh fort … Aufbruch ins Ungewisse?“ Darin heißt es: „Wir müssen zum Glück nicht eine derart herausfordernde Entscheidung treffen – wir dürfen bleiben, wo wir sind und uns gemütlich eingerichtet haben. Aber das, was für manche von uns teilweise seit Jahrzehnten im Gemeindeleben, im kirchlichen Umfeld, an Gewohnheiten vertraut war, das kann nicht bleiben, wie es immer war. Etliches ist schon anders geworden und wir schauen lieber klagend in die Vergangenheit („früher war mehr Lametta“), als dass wir versuchen, die Chancen zu sehen und zu ergreifen, die sich durch die Veränderungen der tatsächlichen Grundlagen ergeben. Sicher ist manches für uns ungewiss und beängstigend, aber wir können uns auch aktiv gestaltend einbringen. Abraham hat uns ein Beispiel gegeben: Im Vertrauen auf die Zusage Gottes – wenn sie auch hinsichtlich der Details ziemlich unklar scheint – macht er sich mit seiner Frau auf den Weg, und das auch noch im hohen Alter.

Auch wir sind auf dem Weg. Unsere Herausforderungen bestehen darin, die Zukunft der Kirche in Frechen so zu gestalten, dass sie unter den gegebenen Voraussetzungen Heimat für alle Menschen in Frechen bieten kann. Wie das bei uns im Einzelnen gehen kann, das werden die zukünftigen Treffen sowohl in den Ortsausschüssen und im Pfarrgemeinderat als auch im Zusammenwirken dieser Gremien untereinander erarbeiten.“

Und im ECHO werden folgende Stimmen u.a. zitiert:

  • „Veränderung ist nötig, um Kirche frischer und moderner zu gestalten und wieder mehr Menschen für die Kirche zu begeistern! Ich bin bereit dafür und auch bereit, daran mitzuwirken!“
  • „Mein Verstand weiß, dass Veränderung nötig ist. Mein Herz will das aber nicht wahrhaben! Veränderung lässt sich nicht aufhalten, daher blicke ich ihr positiv entgegen. Dinge, die dann nicht klappen, müssen zum Wohle aller angegangen werden.“

Kirche lebt vom Mittun der Menschen. Im Namen des Seelsorgeteams darf ich unseren Dank und eine Einladung zu einer empfehlenswerten Veranstaltung aussprechen: „Das ehrenamtliche Engagement ist in unserer Pfarreiengemeinschaft bunt und von unschätzbarem Wert. Nur so ist und bleibt das kirchliche Leben vielfältig und einladend. Als kleines Zeichen des Dankes und der Anerkennung sind alle Engagierten vorab für eine frühzeitige Ticketsicherung für das Theaterstück: „Öztürks - Die Traumhochzeit“ im Stadtsaal am Samstag, 27. Juni, um 19.30 Uhr eingeladen. Ab sofort können alle Engagierten kostenfrei Tickets für sich und Begleitung zu den Öffnungszeiten im Pastoralbüro (Kölner Str. 3) abholen.

Das Ziel dieses Theaters ist neben dem Dank für das ehrenamtliche Engagement, gemeinsam mit dem Give e.V., Menschen unterschiedlicher Kulturen zu diesem Theater einzuladen, zusammen zu lachen und insbesondere im Anschluss des Theaters ein interkultureller Austausch und ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen. Wir freuen uns viele Engagierte bei dieser besonderen Veranstaltung begrüßen zu dürfen!“

Heute möchte ich nur kurz über den „Frechener Tellerrand“ hinausschauen.

  • Am Montag hat Kardinal Woelki seinen 5. Generalvikar innerhalb seiner knapp 12jährigen Amtszeit als Kölner Erzbischof ernannt: den leitender Pfarrer Tobias Hopmann aus der gerade erst zu Jahresbeginn aus 16 Kirchengemeinden fusionierten Großgemeinde Euskirchen, meiner Heimatstadt. Gottes Segen und ein gutes Händchen kann ich ihm nur wünschen und auch Dompropst Guido Assmann. Er hat als Generalvikar diese Aufgabe zusätzlich im Rahmen der durch die Strukturreformen eng gesteckten Möglichkeiten pastoral gut ausgefüllt. Danke! Rund um das Thema „Eintrittsgeld in den Kölner Dom“ hat er sicher mehr als genug zu tun…!
  • Kardinal Rainer Maria Woelki ruft Christen dazu auf, die am Wochenende in vier Großstädten geplanten Demos für erneuerbare Energien zu unterstützen. „Als Katholische Kirche tragen wir Verantwortung für das Geschenk der Schöpfung. Dazu gehört auch ein planmäßiger und gerechter Ausstieg aus den fossilen Energien, die den Klimawandel mit seinen zum Teil lebensbedrohlichen Folgen weiter antreiben."

Soweit, so gut. Das zur „Strategie der Evangelisierung“ dann auch gehört, dass die Kirchen zunehmend eiskalt sind und die Gläubigen frieren müssen, weil keine neuen Heizungen eingebaut werden dürfen, kann ich nicht nachvollziehen und erst recht nicht unterstützen! In zwei unserer Kirchen (St. Mauritius und St. Antonius) ist das bereits so und in der zukünftigen Pfarrkirche von „St. Frechen“, in St. Audomar, konnten wir das über Ostern ja auch schon mal testen…

  • Der „irrlichtende alte Mann“ (Kirchenzeitung), der sich selbst (KI-gesteuert) vergöttert und die Welt in immer größeres Chaos stürzt, mit seinem planlosen Agieren die Kriegskassen Russlands füllt und viele zur Verzweiflung treibt, scheut sich nicht auch seinen Landsmann Papst Leo XIV. zu verunglimpfen. Widerlich!
  • Der Papst, der mit seiner Afrika-Reise eigene Akzente setzt, reagiert souverän und gelassen: „Wir müssen immer Wege finden, um Frieden und Versöhnung zu fördern. "Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung und scheue mich nicht, die Botschaft des Evangeliums laut zu verkünden. Diese Botschaft sei sehr klar: „Gesegnet sind die Friedensstifter!"
  • Beten wir für den Papst – und den Frieden in der Welt. - Ob das bei Trump auch hilft?

Erfreulich, dass die Ungarn klar für Demokratie, Freiheit und Europa gestimmt haben – und gegen die Verräter, die dem Feind sogar interne Informationen haben zukommen lassen!

  • Zum 1. Jahrgedächtnis sind wir eingeladen in diesen Tagen für Papst Franziskus zu beten, der die Barmherzigkeit Gottes durch sein konkretes Reden und Handeln für die Schwächsten und am Rande Stehenden bleibend in den Mittelpunkt gerückt hat und die Synodalität der Kirche praktiziert hat – auch für Deutschland!

Im heutigen Evangelium begegnet der Auferstandene zum dritten Mal den Jüngern. Sie erkennen ihn daran, dass außergewöhnliches geschieht: am helllichten Tag fangen sie so viele Fische wie nie zu vor!  Vertrauen wir ebenso wie die Jünger auf den Herrn der Kirche – und das ist Jesus Christus! – in all den Veränderungen der Kirche und unserer Gemeinden!

In diesem Sinn: gesegneten Sonntag und eine gute Woche!

Ihr und euer Christof Dürig

 

Johannes 21,1-14: Die Erscheinung Jesu am See von Tiberias

21 1 Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias,

und er offenbarte sich in folgender Weise.

2 Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus, Natanaël aus Kana in Galiläa,

die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.

3 Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm:

Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot.

Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.

4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.

Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.

5 Jesus sagte zu ihnen:

Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?

Sie antworteten ihm: Nein.

6 Er aber sagte zu ihnen:

Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden.

Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.

7 Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr!

Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um,

weil er nackt war, und sprang in den See.

8 Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot –

sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen –

und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.

9 Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer

und darauf Fisch und Brot liegen.

10 Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!

11 Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land.

Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt,

und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.

12 Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst!

Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du?

Denn sie wussten, dass es der Herr war.

13 Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.

14 Dies war schon das dritte Mal,

dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.