Guten Tag zusammen,
in der Hoffnung, dass Sie mit dem Aschermittwoch „die Wende“ vom Karneval zur Vorbereitung auf Ostern gefunden haben, grüße ich Sie herzlich und wünsche ihnen alles Gute und die Erfahrung von Gottes Wegbegleitung im oft so unruhigen und nervigen Alltag!
Ein erster Anlass zum Innehalten ist der 1. Todestag von unserem Pater Matthäus, der am 21. Februar 2025 plötzlich und völlig unerwartet aus dem irdischen Leben gerissen wurde.
An diesem Samstag (21.2) gedenken wir in der Vorabendmesse um 17.00 Uhr in St. Audomar für Kaplan Matthäus das 1. Jahrgedächtnis. Die anderen Messen fallen aus.
- Ein Jahr – lang, ein Jahr kurz. Was hat sich alles getan?
- Ein kurzes, dankbares und gleichzeitig trauriges Innehalte lohnt sich immer wieder (nicht nur zur beginnenden Fastenzeit)
In diesem Jahr begann die christliche Fastenzeit und der islamische Fastenmonat Ramadan fast zeitgleich (am Mittwoch bzw. Donnerstag). Es ist ein Grund auf Verbindendes zu schauen, meint der Limburger Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Er sieht im nahezu gleichzeitigen Beginn von Fastenzeit und Ramadan ein schönes Zeichen und schreibt in einem Grußwort an muslimische Gläubige: „Diese seltene Übereinstimmung lädt uns dazu ein, mit wachem Sinn all das wahrzunehmen, was uns miteinander verbindet."
Er erinnerte an die Situation von Juden, Christen und Muslimen im Heiligen Land, die von Frieden weit entfernt seien. Während seines Besuchs am Jahresende sei ihm schmerzlich bewusst geworden: „Eine gerechte Friedensordnung, die die Menschenwürde von Israelis und Palästinensern gleichermaßen schützt, ist in weite Ferne gerückt." Die Gewalt habe äußerlich wie innerlich tiefe Wunden geschlagen. Doch inmitten der Verwüstungen sei der Wunsch nach Frieden allgegenwärtig.
Bätzing verwies auf die Friedensbotschaft von Papst Leo XIV. zum 1. Januar. Wer durch das Gebet Herz und Verstand weite, öffne seine Augen für das Leid der Mitmenschen. So würden Menschen fähig, solidarisch zu handeln, Brücken zu bauen und die Würde jedes Menschen zu achten. „Dann ist Religion auch keine Barriere, sondern eine Ressource für den Frieden." Dazu trage Fasten bei, das mehr sei als materieller Verzicht und körperliche Askese. Vielmehr könne dadurch die Beziehung zu Gott vertieft und zugleich eine größere Achtsamkeit gegenüber Mitgeschöpfen entwickelt werden.
Der scheidende Konferenzvorsitzende rief dazu auf, sich „jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzustellen, sei es Rassismus, Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit". Gerade in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Polarisierung dürfe man sich nicht entmutigen lassen, sondern sei aufgerufen, Zeugnis für Gerechtigkeit und Versöhnung abzulegen.
- Das gemeinsame Fastenbrechen in der Mitte unserer Fastenzeit, am Sonntag „Laetare“ am 15. März in St. Audomar, ist ein kleiner, aber wichtiger Baustein in diesem Sinn.
Auch die katholischen (Erz-)Bistümer und die evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben ebenfalls ein Grußwort an muslimische Gläubige gerichtet. Sowohl Islam als auch Christentum wüssten von der Bedeutung großer Gemeinschaften über Grenzen hinweg. Insofern wüssten auch beide um ihre Verantwortung für ein gelingendes Zusammenleben in der Gesellschaft. Christen und Muslime seien gefordert, zu einer lebendigen Demokratie und zum Wachsen von Vertrauen beizutragen.
Wo Glaube frei und verbindlich praktiziert und Gemeinschaft offen und respektvoll gelebt werde, entstünden Räume, „in denen Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Vielfalt wertzuschätzen und Konflikte mit Respekt auszutragen“. Gerade in Zeiten, in denen demokratische Grundwerte unter Druck geraten, seien spirituelle und soziale Ressourcen unverzichtbar.
- Beten wir für ein gutes Miteinander der unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen in unserem Land!
- Und nehmen wir auch unsere Bischofskonferenz in unser Gebet, denn am Dienstag wählen die deutschen Bischöfe einen neuen Vorsitzenden.
Der bisherige Amtsinhaber Georg Bätzing sagt in einem Bilanz-Interview, dass er eine gewisse Zeit noch weitergemacht hätte. Er hadere nicht mit seiner Entscheidung, nach der regulären Amtszeit von sechs Jahren den Vorsitz der Bischofskonferenz abzugeben, sagte er der „Zeit“ und fügte jedoch hinzu, zwei weitere Jahre hätte er gerne noch drangehängt, „um ein paar Dinge festzuzurren. Aber mal ehrlich, nach einer weiteren Amtszeit wäre ich 70 oder 71. Das muss nicht sein!" Er selbst freue sich darauf, künftig mehr Zeit zu haben.
Auch im Urlaub und am Sonntag jederzeit erreichbar zu sein, werde er nicht vermissen. Mehr als verständlich, meine ich!
Bischof Bätzing hält an einer klaren Abgrenzung zur AfD fest. „Die Brandmauer muss halten. Sie ist das Signal, dass die AfD nicht mitregieren darf, das würde die Demokratie gefährden." Das Parteiprogramm für Sachsen-Anhalt zeige, was die Partei vorhabe: „Die AfD steht für völkischen Nationalismus, und der ist mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar. So etwas wollen wir nicht an der Regierung."
Dabei verwies er auch auf die Position der Bischofskonferenz. Man könne nicht als AfD-Mitglied menschenverachtende Positionen vertreten und gleichzeitig in der Kirche eine Funktion haben: „Das passt nicht zusammen. Da bleibe ich hart." – „Mein Rat an die AfD-Wähler: Schauen Sie genau hin."
Kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine rief Bätzing zur Solidarität mit dem Land auf.
„Wir erleben die Rückkehr der Autokraten. Der Universalismus wird verdrängt von Nationalismus und Imperialismus", beklagte der Bischof. Das dürfe nicht die Zukunft sein. Beispielhaft verwies Bätzing auf die Opfer des Krieges gegen die Ukraine. Er verwies auch auf die Hilfe der Caritas und dem Osteuropa-Hilfswerk Renovabis, die sich dafür einsetzen, dass die Menschen den Winter überleben: „Wir müssen ihren Widerstandswillen stärken."
„Auch in Deutschland können wir helfen, indem wir die Solidarität mit den geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern aufrechterhalten. Wir bringen sie jetzt vermehrt in Arbeit, damit sie Geld verdienen und Steuern zahlen, denn das stärkt sie selbst – und verhindert, dass die Stimmung der Bevölkerung kippt." So Bätzing.
Ein viele Jahrzehnte unvorstellbarer Krieg in Europa dauert nun schon vier lange Jahre! Das bedeutet täglich unvorstellbares Leid für Millionen Menschen - seit dem 24. Februar 2022, als russische Truppen in die Ukraine einmarschierten!
- Vergessen wir die unter Gewalt Leidenden nicht – in der Ukraine und in vielen Ländern der Erde, die nicht im Focus der Weltöffentlichkeit stehen, z.B. im Osten des Kongo, im Sudan und Südsudan und und und…!
Die Fastenzeit ist eine Chance, sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen:
- Was zählt für mich im Leben?
- Was ist notwendig?
- Was ist wichtig?
- Worauf kann ich getrost verzichten?
Und damit sind wir bei den Versuchungen, die auch Jesus erlebt – und meistert! Er widersteht. Unser heutiger Text folgt auf die Taufe Jesu, bei der Gott sich zeigt: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“
Jesu Argumente, die er dem Widersacher Gottes, dem Versucher, dem Teufel, dem Bösen entgegenhält:
- „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“
- „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“
- „Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.
- Wie sehen Sie diese Gedanken der Schrift, die Jesus zitiert?
„Klare Ansage“ nennt Diakon Hartmut Engbrocks seinen Mediationstext zum heutigen Sonntag:
Der Versucher braucht eine klare Ansage.
Deshalb sagt Jesus:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.
Du sollst den Herrn, deinen Gott,
nicht auf die Probe stellen.
Weg mit dir Satan!
Den Herrn, deinen Gott sollst du anbeten
Und ihm allein dienen.
Mit anderen Worten:
Bewundert werden, Einfluss haben, reich sein,
alles das trägt nicht auf Dauer.
Gott bietet uns mehr, seine Liebe übersteigt alles.
Mit der Frage „„Hast Du acht Minuten Zeit für mich?“ lädt der Kölner Erzbischof Kardinal Woelki mit seinem Fastenhirtenbrief zum Nachdenken ein. Sie finden dieses Schreiben auch auf unserer Internetseite:
https://www.kirche-in-frechen.de/aktuelles/news/Hast-Du-acht-Minuten-Zeit-fuer-mich
- Übrigens: wie lange die Fastenzeit noch dauert, können Sie jederzeit auf unserer Internetseite ablesen:
https://www.kirche-in-frechen.de/start/
Zum Schluss: die Matthias-Pilger treffen sich am Freitag, 27. Februar, beginnend mit der Hl. Messe um 18.00 Uhr in St. Mauritius und anschließend zur Vorbereitung für die diesjährige Wallfahrt nach Trier zum Grab des Apostels Matthias im Pfarrzentrum Haus Burggraben. Das Leitwort zur Wallfahrt lautet: „Meine Freude in euch“. – Neue Pilgernde und Interessierte sind willkommen!
Ich wünsche Ihnen gute neue Erfahrungen in der österlichen Vorbereitungszeit und grüße Sie herzlich
Ihr und euer Christof Dürig
Matthäus 4,1-11: Die Versuchungen Jesu
1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt;
dort sollte er vom Teufel versucht werden.
2 Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.
3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte:
Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.
4 Er aber antwortete: In der Schrift heißt es:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort,
das aus Gottes Mund kommt.
5 Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt,
stellte ihn oben auf den Tempel
6 und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab;
denn es heißt in der Schrift:
Seinen Engeln befiehlt er um deinetwillen, /
und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, / damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.
7 Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.
8 Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg;
er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht
9 und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben,
wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.
10 Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan!
Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.
11 Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel und dienten ihm.
