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St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zum 1. Adventssonntag

Guten Tag zusammen,

herzlich begrüße ich Sie im neuen Kirchenjahr 2025 / 2026 und wünsche einen gesegneten Advent!

„Advent feiern heißt warten können“, sagt Dietrich Bonhoeffer.

  • Wie geht das in unserer Zeit, in der der Advent zur Vorweihnachtszeit gewandelt wurde mit hektischen Besorgungen, Verpflichtungen und zahlreichen Essensterminen – meist „Weihnachtsfeiern“ genannt?

„Wachet auf, ruft uns die Stimme“, heißt es in einem Lied, das wir gerne im Advent singen, auch wenn es im Gotteslob unter der Rubrik „Himmlische Stadt“ abgedruckt ist (GL 554).

Zu diesem Blickwinkel passt gut das Evangelium des ersten Adventssonntags: „Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.“

Und der Herr kommt mit großem Getöse, gewissermaßen in einem Weltuntergangs-szenarium: „Die Sonne wird sich verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden!“

Für Krippenleute in den Kirchen ist das meistens eine ungeliebte Herausforderung zu dieser Bibelstelle eine bildliche Darstellung aufzubauen.

Herausfordernd finde ich diese Texte auch persönlich, anderseits sind sie realistisch: Im Kleinen wie im Großen!

  • „Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.“ Das ist auch heute eine Mahnung! Ein „Hallo, wach!“ von Jesus; denn wir wissen ja nicht, wann unsere Stunde schlagen wird.

Pater Matthäus ist für uns in Frechen sicher das bekannteste Beispiel in diesem Jahr. Und von Menschen Abschied nehmen zu müssen, habe ich in Familie und Freundeskreis auch sehr nah erlebt.

  • Wie geht es Ihnen bei diesen Gedanken? Mit diesen Jesus-Worten: „Seid wachsam!“

Hören möchte ich es nicht so gerne, aber es ist wahr: „Haltet auch ihr euch bereit!

Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.“

Es hilft oft, die großen Themen des Lebens ins Alltägliche zu übersetzen, denn wir können nicht ständig über das Wesentliche philosophieren. Anderseits schreibt Paulus an die Gemeinde in Rom (2. Lesung): „Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, als wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe.“ (Röm 13,11f)

„Die Stunde ist gekommen“ sagt uns Paulus, „verliert keine Zeit!“

Zeit für ein freundliches Wort
Zeit für ein klärendes Gespräch
Zeit, ein Problem zu lösen
Zeit, über mich selbst nachzudenken
Zeit, meine Schwerpunkte neu zu bewerten
Zeit, um Zeit neu einzuteilen
Zeit, Zeit zu schenken
Zeit, zuzuhören
Zeit, aufzuhören
Zeit, auf Gott zu hören
Zeit, mit Gott zu reden
Warum damit auf morgen zu warten?
Jetzt ist die Zeit!

Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens! Lautet ein weiser Spruch. Oder anders ausgedrückt: jeden Tag kommen wir dem Ende des Lebens einen Tag näher - und auch dem ewigen Leben!

  • Glauben wir das – und hilft es uns das Leben anders zu gewichten?

Es gilt auch die ermutigende Zusage Jesu: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“

Daran können wir uns festhalten in aller Wirrnis und Dunkelheiten unseres Lebens.

Und noch einmal etwas Konkretes!

Am Gedenktag der heiligen Barbara, dem 4. Dezember, werden nach altem Brauch Barbarazweige gesegnet. Diese Zweige, von winterlichen Bäumen geschnitten, begleiten durch die Adventszeit. In warmen Räumen werden sich die Knospen öffnen und Weihnachten blühen, Barbarazweige sind Zeichen der Hoffnung und unseres Glaubens an das neue Leben, das Gott uns schenkt. Dazu habe ich in der Zeitschrift „Gottesdienst“ ein Gebet und ein Lied gefunden.

Segensgebet

Gott, du bist für uns da, immer bist du zugegen.
In dunklen und kalten Zeiten bist du unsere Hoffnung.
In Leiden und Sterben bist du neues Leben.
Darauf hat die Heilige Barbara fest vertraut.
Wir bitten dich: segne diese Zweige.
Ihr Aufblühen werde uns in diesen Tagen des Advents
zum Zeichen für dein Wirken in der Welt.
Schenke den Verzagten Zuversicht und lass neu erblühen, was kraftlos ist –
durch Jesus Christus, dessen Kommen wir erwarten. Amen.

Barbara-Lied (Text von Peter Gerloff; Melodie GL 231 O Heiland, reiß die Himmel auf)

  1. Du Freundin Gottes, Barbara,
    sei uns in dunklen Zeiten nah
    dem Bergmann, das er wiederkehrt,
    dem Herzen, dass es Christus hört.
  2. Im Turmverlies schloss man dich
    ein, fern von Musik und Sonnenschein.
    Doch aus der Zelle klang dein Lied,
    wenn ein Zweiglein im Winter blüht.
  3. Du bliebst dem Ruf des Herzens treu.
    Umringt von Mauern warst du frei.
    Dich hielt kein Turm, dich brach kein Zorn.
    Dein Leben gleicht einem Weizenkorn.
  4. Gib unserem Glauben neue Kraft,
    wenn er in kalter Zeit erschlafft.
    Hilf, dass uns Christus Geist berührt,
    damit im Winter Frühling wird.

Der 4. Dezember ist auch der Gedenktag des aus Kerpen stammenden Seligen Adolf Kolping. Die Frechener Kolping-Familie kommt daher am 1. Advent zur Heiligen Messe nach St. Antonius zur „Gemeinschaftskommunion“.

Am 6. Dezember ist dann der beliebte Bischof Nikolaus an der Reihe, der so manchen Kindergarten und öffentliche Veranstaltungen besucht. Dieser große Heilige, der in Myra in der heutigen Türkei gelebt hat und in Bari in Süditalien begraben wurde, verbindet Ost – und Westkirche (orthodox und katholisch) und erinnert an die christliche Geschichte in Kleinasien, die durch den Apostel Paulus grundgelegt wurde. In der heutigen Weltlage wird meistens vergessen, dass dort in Vorderasien eine Wiege der Christenheit liegt!  

  • Welche Erinnerungen haben Sie an den Heiligen Nikolaus (und eventuell seinen Hausbesuch)?

In diesen Tagen ist Papst Leo XIV. anlässlich von 1700 Jahre Konzil von Nicäa, wo das Glaubensbekenntnis verfasst wurde, in der Türkei zu Gast. Seine 1. Auslandsreise erinnert bei allen Spaltungen der Christenheit an die Einheit der einen Kirche Jesu Christi an das, was uns im Tiefsten durch Taufe und Glaube verbindet! Das gemeinsame Sprechen des Credos von Papst Leo XIV. und Patriarch Bartholomaios I. war ein eindrucksvolles Glaubenszeugnis!

  • Beten und bitten wir um die Einheit der Kirche und auch für die wenigen Christen in der Türkei und im gesamten Nahen Osten, die es in vielfacher Hinsicht schwer haben und in einer extremen Diaspora-Situation leben.

Nun beginnt die Adventszeit. Vielfältige Gottesdienste und weitere Angebote gibt es in unserer Pfarreiengemeinschaft. 12 Seiten Sonderausgabe der Pfarrnachrichten informieren ausführlich und laden zum Mitmachen ein: Rorate-Messen, Bibelgespräche, Sofaandachten (ab 13 Jahre), Frühschichten, Ökumenisches Friedensgebet und Adventsandacht, Familienmessen, Taizé-Gebet, Singen an der Krippe; Bußgottesdienste und Beichtgelegenheiten -- … und natürlich die „normalen Sonntags- und Werktags-Gottesdienste. Das ist ein reichhaltiges Angebot. Und bestimmt habe ich etwas vergessen.

  • Schauen Sie selbst auf die Internetseite oder eben in die Pfarrnachrichten! Dort finden Sie auch weitere Informationen zur Advents- und Weihnachtszeit – und natürlich auch die Weihnachtsgottesdienste!

Eine besondere Freude ist es mit teilen zu dürfen, dass am 1. Dezember das Ebru- und Kalligrafie-Team des Give e.V. (Gesellschaft für interkulturelle Verständigung e.V.)

in einen Raum des Pfarrzentrums St. Antonius, die ehemalige Bücherei, einzieht. „Hierbei wird der interreligiöse und -kulturelle Dialog greif- und sichtbar. Es ist schön zu sehen, dass durch Kunst Brücken gebaut werden, um Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen an einem Ort zu verbinden und interreligiöse Begegnungen zu schaffen. Um die Räumlichkeiten zu eröffnen, lädt das Team, auch anlässlich des 60. Jahrestages von Nostra Aetate, zur offiziellen Eröffnung des Ebru- und Kalligrafie-Raums am Sonntag, 7. Dezember, von 10.30 bis 12.30 Uhr in den Pfarrsaal St. Antonius nach Habbelrath ein. Es erwartet Sie ein Frühstücksbuffet und die Möglichkeit das Team kennenzulernen, gemeinsam kreativ zu werden und ins Gespräch zu kommen.“ Heißt es in der Einladung von Murat Gök, dem Vorsitzenden des Give e.V.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben eine gesegnete Adventszeit!

Ihr und euer Christof Dürig

 

Matthäus 24,29-44: Das Kommen des Menschensohnes

29 Sofort nach den Tagen der großen Drangsal

wird die Sonne verfinstert werden und der Mond wird nicht mehr scheinen;

die Sterne werden vom Himmel fallen

und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

30 Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen;

dann werden alle Völker der Erde wehklagen

und man wird den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen,

mit großer Kraft und Herrlichkeit.

31 Er wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden

und sie werden die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, von einem Ende des Himmels bis zum andern.

32 Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum!

Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben,

erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.

33 So erkennt auch ihr, wenn ihr das alles seht,

dass das Ende der Welt nahe ist.

34 Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen,

bis das alles geschieht.

35 Himmel und Erde werden vergehen,

aber meine Worte werden nicht vergehen.

36 Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand,

auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn,

sondern nur der Vater.

37 Denn wie es in den Tagen des Noach war,

so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.

38 Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut aßen und tranken,

heirateten und sich heiraten ließen, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging,

39 und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte,

so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.

40 Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten,

einer mitgenommen und einer zurückgelassen.

41 Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen,

wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.

42 Seid also wachsam!

Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

43 Bedenkt dies:

Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt,

würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.

44 Darum haltet auch ihr euch bereit!

Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.