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St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zum 20. Sonntag im Jahreskreis

Guten Tag zusammen,

aus dem erholsamen und sonnigen (!) Sommerurlaub zurück, grüße ich Sie herzlich! Ich hoffe, es geht Ihnen gut!

In den Sommerferien durfte ich auch einen Abstecher nach Straßburg machen, einer der europäischen Hauptstädte. Es ist ein beglückendes Gefühl, über eine Brücke von einer Stadt, von einem Land in ein anderes zugehen. Ohne Kontrollen, ohne sichtbare Grenze. Der Rhein – keine Trennlinie, sondern eine Verbindung zweier traditionsreicher Kulturen und Gesellschaften. Für uns ist das heute selbstverständlich. Das war es aber nicht immer! Im christlichen Geist haben die großen Staatsmänner Charles de Gaulle und Konrad Adenauer dieses Miteinander in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts geschaffen.  Der verbrecherische Putin-Krieg gegen ein Nachbar- und „Bruderland“ zeigt, dass dies nicht so selbstverständlich ist wie wir lange Zeit meinten! Nationalistische Tendenzen in Frankreich wie in Deutschland sollten uns ebenfalls wachsam sein lassen!

Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen, Kulturen und Gesellschaften ist eine große Bereicherung, auch wenn es manchmal ganz schön anstrengend sein kann! – Nur mit Toleranz und Akzeptanz kann ein friedliches und gerechtes Leben für alle möglich sein. Im Miteinander. Und nicht im Gegeneinander! Oder - wie singen die kölschen „Höhner“? „Einfach levve un levve losse, denn mir sitze he all em selve Boot. Nit nur nemme, och jünne künne. Dann köm keiner vun uns he je zo koot!“

Naja, der Urlaub ist vorbei. Auf „meinem“ Schreibtisch im Pastoralbüro, aber auch im „Homeoffice“ hat sich jede Menge Arbeit gestaut. Zahlreiche Briefe und Emails, Anfragen u.v.a.m. Wie das halt so nach dem Urlaub ist. Viele von Ihnen kennen das auch…

Allen, die nun wieder mit dem Alltag begonnen haben, wünsche ich einen guten Start! Mit Pfarrerin Almuth Koch-Torjuul sowie den Schulneulingen und ihren Familien in St. Mariä Himmelfahrt (Grefrather Grundschule) und St. Severin (Lindenschule) durfte ich unter dem Motto „Von Gott beschirmt und behütet“ - in Anlehnung an ein Wort aus dem Buch der Psalmen - lebendige ökumenische Gottesdienste feiern. Der bunte Regenschirm trug zum Gelingen genauso bei wie der fröhliche Gesang der Kinder und Erwachsenen! Ein guter Start – und ein Kontrastpunkt zur öffentlichen Wahrnehmung von Kirche unserer Zeit!

Die Krisen und Probleme in Welt und Kirche sind noch lange nicht vorbei. Es sind große und bleibende Herausforderungen für alle, die Verantwortung tragen. Wir können nur wünschen – und vor allem selbst dazu beitragen -, dass wir gemeinsam Wege in allen Herausforderungen und not-wendenden Veränderungen finden!

Leider ist das in unserem Erzbistum auch noch nicht abzusehen! Mit der Kritik der drei Stadtdechanten von Köln, Bonn und Wuppertal an der umstrittenen PR-Strategie ist inhaltlich alles gesagt. Der neue Generalvikar wiederum findet dies nicht gut und schiebt den „schwarzen Peter“ zu denen, die offen und mutig das aussprechen, was viele denken und empfinden: „Zu glauben, dass man nicht miteinander, sondern übereinander in den Medien reden muss, ist nicht zielführend und sehr unerfreulich.“ Mag sein.

  • Aber warum greifen diese besonnenen und engagierten Geistlichen in herausgehobenen Leitungsämtern zu solcher Kritik?

Wann wird der Bistumsleitung klar, dass es so nicht weitergehen kann? Was haben die PR-Berater denn dem Erzbischof geraten, was er tun soll? Für 820.000 Euro können wir wohl von Kommunikations-Fachleuten ein paar Ratschläge und Tipps erwarten! Oder?

Alles ist nach wie vor verschleiernd. Der Vorwurf aus dem Betroffenbeirat, er sei instrumentalisiert worden, ist nicht neu und sollte ernstgenommen werden. Er wurde bereits im Herbst 2020 erhoben.

  • Was meinen Sie?
  • Wer schafft es, den Verantwortlichen in Rom und Köln klarzumachen, dass immer wieder auf unterschiedlichen Ebenen aneinander vorbeigeredet wird? Und das so kein Vertrauen in der Kirche entstehen kann?

Am Beispiel des Rücktrittsangebots von Kardinal Woelki wird das offensichtlich. Der Erzbischof hat erklärt, er habe den Rücktritt angeboten. Das stimmt, aber der Papst hat ihn vorher dazu aufgefordert. Also passt das zusammen, sagt die erzbischöfliche Mitteilung dazu. Es wird aber von vielen als das genaue Gegenteil wahrgenommen!

Um Entscheidung geht es auch im heutigen Sonntags-Evangelium. „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ Feuer vernichtet (wie die Waldbrände auch in diesem Sommer zeigen).

  • Was meint Jesus mit dieser aufschreckenden „frohen Botschaft“. Feuer auf die Erde werfen. Und dann fügt er auch noch hinzu: Ich muss mit einer Taufe getauft werden und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist.“
  • Hierin können wir einen Hinweis auf Pfingsten (Feuerzungen) und den Tod und die Auferstehung Jesu sehen (seine Taufe, nicht am Jordan durch Johannes, sondern durch Gott).

Der nun anschließende Satz: „Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen?“ steht im Widerspruch (!?) - oder treffender - in Spannung, dass Jesus z.B. am Ostertag den Jüngern seinen Frieden zusagt: „Friede sei mit euch“!

  • Wie erleben Sie diesen Kontrast? Ist es wirklich einer?

Friedlich ist es in der Welt nicht. Und da ist die Ukraine leider nur ein Beispiel. - Friedlich geht es oft auch in den Familien nicht zu: „Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.“

  • Sie werden schmerzhaft auch solche Beispiele kennen oder erleiden! Es geht dabei nicht immer um den Glauben…
  • Wer sich für Jesus und seine Nachfolge entscheidet, stößt nicht nur auf Zustimmung. Auch das erfahren Sie immer wieder…!?
  • Wo kommt für Sie das „Feuer“ (die Begeisterung, der Antrieb, …) her, weiterhin christlich zu leben, „in der Kirche“ mitzumachen?

Die Schulferien sind vorbei, die Urlaubzeit ist für viele zu Ende. Für andere – ohne schulpflichtige Kinder – beginnt sie erst.

Allen wünsche ich eine gesegnete Zeit: einen Sonntag, an dem Sie ein kühles Plätzchen finden oder wenigstens ein Eis. Und eine gute Woche, die uns hoffentlich den nötigen Regen bringt.

Am Montag, 15. August ist übrigens Mariä Himmelfahrt. Die Grefrather Gemeinde feiert um 19.00 Uhr ihr Patrozinium mit Kräuterweihe und anschließender Begegnung im Innenhof. Herzliche Einladung an alle! Der Himmel und die Gemeinschaft mit der Gottesmutter und den Heiligen ist übrigens aus christlicher Weltsicht das Ziel des Lebens! Wir feiern an diesem Tag auch unsere eigene Hoffnung und Zukunft!

Und am Freitag, 19. August ist um 18.30 Uhr wieder Hl. Messe auf dem Papsthügel – in Erinnerung an den unvergessenen Weltjugendtag (mit Weihbischof Ansgar Puff).

Herzliche Sommergrüße

Ihr und euer Christof Dürig

 

Lukas 12,49-53: Der Ruf zur Entscheidung im Glauben:

„Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern Spaltung“

 

Jesus sprach:

49 Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen.

Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!

50 Ich muss mit einer Taufe getauft werden

und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist.

51 Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen?

Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.

52 Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben:

Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei;

53 der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater,

die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter,

die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter

und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.