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St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zum 2. Fastensonntag

Guten Tag zusammen,

heute (24. Februar) jährt sich zum 2. Mal der unsägliche Krieg des menschenverachtenden Diktators Wladimir Putin gegen die Ukraine und die freie Welt!

Als wir vor 2 Jahren aufwachten, konnten wir nicht glauben, was wir in den Nachrichten hörten und sahen: KRIEG IN EUROPA! 

Der Tod des mutigen Alexey Nawalny zeigt, dass dieses Regime nicht einmal auf das Leben der eigene Bevölkerung Rücksicht nimmt und jede Meinungsfreiheit brutal unterdrückt!

2 Jahre Krieg! Tag und Nacht Angst, Schmerz, Flucht, Trauer, Tod!

Vor 2 Jahren und einem Tag schien das noch unvorstellbar!

In einem Gebet, das das Erzbistum Köln veröffentlicht hat, heißt es:

Zu dir, Gott, kommen wir, müde und verzagt:

wo bleiben die Liebe und der Frieden in der Welt?

Was taugt unser Gebt, was bringt unser Tun?

Wir klagen dir die Toten und Verletzten, Gott.

Wir denken an die ukrainischen Frauen, Männer und Kinder.

Sie kämpfen, sie hoffen, sie lieben.

Gott, zeig uns deine Wege zum Frieden. Amen

In Bibel heute, 3/2022, einer Quartalszeitschrift des katholischen Bibelwerkes, stand der nachfolgende Impuls, der nichts an Aktualität verloren hat.

  • Offener Brief an Gott:

„Wenn es dich gibt, warum greifst du nicht ein?

Nein, warte, das soll gar keine Frage sein, weil jetzt nicht die Zeit für philosophische Gedankenspiele ist. Wenn es dich gibt, dann tu was. Fall Herrn Putin in den Arm und seinen Ministern auch. Du kannst einwenden, dass meine Bitte spät kommt, Kriege gibt es auf der Welt, solange ich lebe. Du hast Recht. Aber ich bin – im Gegensatz zu dir ein Mensch.  Je näher das Unfassbare kommt, desto fassungsloser macht es mich. Ich habe kluge Bücher gelesen und mir Antworten zurechtgelegt, warum du das tust: nichts tun. Das du nicht kannst, ist so ein verstörender Gedanke. Wenn nicht mal du – wie dann wir? Ich wage nicht, um Trost zu bitten, weil andere den viel dringender brauchen. Jede Bitte kommt mir falsch vor, weil hinter allen Bitten die eigentliche steht: Mach dem Töten ein Ende.

Ich fühle, dass es dich gibt. Ist das alles? Frage auch (gerade auf Flügeln der Morgenröte unterwegs)        Susanne Niemeyer“

Gott, angeklagt und auch um Fassung ringend und das schon durch Jahrtausende hindurch – was würde Gott antworten können auf diese Klage: Warum tust du nichts?

„Liebe Susanne,

ich weiß dein Herz brennt, wie das vieler, und ihr es eigentlich nicht mehr aushaltet, fassungslos seid, wie du schreibst.  Mir geht es auch so, obwohl ich durch die Jahrtausende schon so viele Kriege miterlebt und durchlitten habe. Und wie du ahnst, schicke ich alle Engel, die ich habe. Sie versuchen Tag und Nacht die Herzen zu erreichen, die Kriegstreiber aufzuschrecken, die Lüge zu entlarven. Aber meine Engel können keine Arme festhalten oder Münder verschließen. Und ich kann es auch nicht, weil ich mir und der Welt versprochen habe: ich lasse euch nicht los, aber ich halte euch auch nicht fest, gebe euch die Verantwortung Miteinander.

Nein, ich habe mich nicht aus der Verantwortung oder gar aus der Welt entlassen. Ich sitze in den Luftschutzkellern und den U-Bahnschächten. Ich liege unter Trümmern und blute auf Straßen. Ich werde angeschossen und ans Kreuz geschlagen.

Aber das ist das Ende nicht. Und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen über die Kriegsherren und den Herren aller Kriegsherren, den Tod.

… so könnte vielleicht Gott antworten, dachte ich. Aber natürlich ist das mein Denken und ich ringe genauso wie du liebe Susanne, mit Gott um eine heilvolle Welt.

Matthias Simon“

  • Beten Sie für den Frieden überall dort, wo Krieg, Gewalt, Terror, Folter, Vertreibung und ungerechte Verurteilung herrschen und auch für die Freilassung der Geiseln der Hamas, für das Ende der Gewalt in Israel und Palästina und überall auf der Erde!

Der Münchner Kardinal Marx hat die Kirche mit deutlichen Worten zum Einsatz für die Demokratie aufgerufen. Die Kirche habe an der Seite der Freiheit zu stehen. Demokratie und Religion bräuchten einander, sagte Marx in einem Gottesdienst im Rahmen der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz: „Mag sein, dass die Freiheit bedroht ist, aber dann haben wir als Kirche an der Seite der Freiheit zu stehen. - Nicht auf der Seite von autoritären Regimen, nicht von denen, die von der Vergangenheit träumen, AfD-Träume träumen oder Putin-Träume träumen oder Kyrill-Träume träumen", so der Erzbischof von München und Freising mit Blick unter anderem auf den orthodoxen Moskauer Patriarchen, der den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützt.

Selten klar und eindeutig hat sich die Deutsche Bischofskonferenz in einer Erklärung einstimmig gegen den wachsenden Rechtsextremismus in unserem Land gewandt:

„Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“.

Ich zitiere bewusst ausführlicher um die sachlichen Argumente nachvollziehen zu können - und sie in Gespräche mit anderen - eventuell Sympathisanten – einzubringen: „Das klare Votum gegen jede Form des Rechtsextremismus bedeutet in keiner Weise, dass die Kirche sich dem Dialog mit jenen Menschen entziehen wird, die für diese Ideologie empfänglich, aber gesprächswillig sind.“ Den gesamten Wortlaut finden Sie hier.

"Deutschland durchlebt eine turbulente Zeit. Die Stimmung ist aufgewühlt und die Gesellschaft polarisiert. Ein wachsender Teil der Bevölkerung lässt sich von rechtsextremistischen oder rechtspopulistischen Bewegungen ansprechen. Im rechtsextremen Milieu wird unter dem Schlagwort „Remigration“ darüber diskutiert, Menschen mit Migrationshintergrund aus dem Land zu drängen. Dass sich dagegen auf den deutschen Straßen eine lebhafte und starke Protestbewegung Gehör verschafft, unterstützen wir Bischöfe ausdrücklich. Wer aus demokratischem, freiheitlichem und menschenfreundlichem Geist heraus seinen Widerstand gegen die Machenschaften der Rechtsextremisten bekundet, verdient unser aller Unterstützung und Respekt. Gut, dass zahlreiche Christinnen und Christen so engagiert mitwirken und sich für Menschenwürde, Menschenrechte und Demokratie einsetzen!“

„Deutschland und Europa haben im 20. Jahrhundert den Aufstieg und Fall mehrerer extremistischer Ideologien und Bewegungen erlebt. Deren katastrophale Folgen mahnen auch heute zur Wachsamkeit.“

„Die Vielzahl der Krisen darf aber nicht zum Nährboden für die Erosion des zivilen demokratischen Bewusstseins und für das Anschwellen extremistischer Positionen werden. Die Kirche weist deshalb alle Formen des Extremismus mit Nachdruck zurück. Sie sind unverantwortliche Gefährdungen des Gemeinwohls und der freiheitlichen Ordnung. Gegenwärtig stellt der Rechtsextremismus die größte Bedrohung extremistischer Art für unser Land und für Europa dar.

Rechtsextremistische Gesinnungen und Konzepte zielen fundamental auf Ab- und Ausgrenzung. In diesem radikalisierten Denken wird die gleiche Würde aller Menschen entweder geleugnet oder relativiert und somit zu einem für das politische Handeln irrelevanten Konzept erklärt. Für die Kirche aber ist klar: Jeder Mensch besitzt eine unantastbare und unverfügbare Würde. Sie gründet in der Gottebenbildlichkeit aller Menschen und ist die Basis der Menschenrechte.“

„Die Sicht der Kirche ist … Politisch, religiös oder rassistisch Verfolgte und Kriegsflüchtlinge müssen in unserem Land auch weiterhin Aufnahme finden. Und: Der Begriff des Gemeinwohls hat für die Kirche stets einen universalen Horizont. Daher treten wir für multilaterale Zusammenarbeit und Solidarität ein – auf Ebene der Europäischen Union ebenso wie weltweit.

Rechtsextremismus hat es in Deutschland und Europa auch nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben. In den vergangenen Jahren haben sich rechtsextreme Haltungen in der Gesellschaft jedoch stark verbreitet, sie sind „sagbar“ geworden und gewinnen an Einfluss.“

„Nach mehreren Radikalisierungsschüben dominiert inzwischen vor allem in der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) eine völkisch-nationalistische Gesinnung. Die AfD changiert zwischen einem echten Rechtsextremismus, den der Verfassungsschutz einigen Landesverbänden und der Jugendorganisation der Partei attestiert, und einem Rechtspopulismus, der weniger radikal und grundsätzlich daherkommt. Der Rechtspopulismus ist der schillernde Rand des Rechtsextremismus, von dem er ideologisch aufgeladen wird. In beiden Fällen wird stereotypen Ressentiments freie Bahn verschafft: gegen Geflüchtete und Migranten, gegen Muslime, gegen die vermeintliche Verschwörung der sogenannten globalen Eliten, immer stärker auch wieder gegen Jüdinnen und Juden.

Wir sagen mit aller Klarheit: Völkischer Nationalismus ist mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar. Rechtsextreme Parteien und solche, die am Rande dieser Ideologie wuchern, können für Christinnen und Christen daher kein Ort ihrer politischen Betätigung sein und sind auch nicht wählbar.“

„Wir appellieren an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, auch an jene, die unseren Glauben nicht teilen, die politischen Angebote von Rechtsaußen abzulehnen und zurückzuweisen. Wer in einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft leben will, kann in diesem Gedankengut keine Heimat finden. Wer Parteien wählt, die mindestens in Teilen vom Verfassungsschutz als „erwiesen rechtsextremistisch“ eingeschätzt werden, der stellt sich gegen die Grundwerte des menschlichen Zusammenlebens und der Demokratie in unserem Land.“

Soweit Auszüge aus der Erklärung der Bischöfe zum Rechtsextremismus.

Das Evangelium des 2. Fastensonntags ist ein Lichtblick, ein Hoffnungsschimmer, der vom Himmel kommt und auch uns heute in allen Dunkelheiten Mut machen kann. Jesus wurde vor den drei Jünger Petrus, Johannes und Jakobus verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann.“

  • Welche Lichtblicke, welche „Erleuchtung“ hatten Sie in der vergangenen Woche? Wo gab es ein (kleines) Tabor-Erlebnis mitten in Ihrem Alltag?

Elija und Mose – zwei große Persönlichkeiten der Bibel – Vertreter der Propheten und der Weisung Gottes (der Gebote und Gesetze Gottes) sprechen mit Jesus.

  • Was bedeuten Ihnen Mose und Elija, für die Petrus auch eine Hütte bauen will (damit sie bleiben)?
  • Wenn Sie Interesse an einem Predigt-Nachgespräch haben, kommen Sie nach St. Antonius um 9.30 Uhr: anschließend im Café Klein gegenüber.

Eine Übersicht über alle besonderen Gottesdienste in dieser Woche finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Pfarrnachrichten.
Schauen Sie mal rein und gehen Sie dann dorthin! Herzliche Einladung!

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche in der Erwartung des Osterfestes!

Ihr und euer Christof Dürig

 

Markus 9,2-10: Die Verklärung Jesu

2 Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite

und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein.

Und er wurde vor ihnen verwandelt;

3 seine Kleider wurden strahlend weiß,

so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann.

4 Da erschien ihnen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus.

5 Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind.

Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.

6 Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte;

denn sie waren vor Furcht ganz benommen.

7 Da kam eine Wolke und überschattete sie

und es erscholl eine Stimme aus der Wolke:

Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.

8 Als sie dann um sich blickten,

sahen sie auf einmal niemanden mehr bei sich außer Jesus.

9 Während sie den Berg hinabstiegen,

gebot er ihnen, niemandem zu erzählen,

was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.

10 Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei:

von den Toten auferstehen.