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St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zum 2. Advent

Guten Tag zusammen,

mit dem hoffnungsvollen Bild des Propheten Jesaja, das „aus dem Baumstumpf Isais ein junger Trieb hervorsprießt“, grüße ich Sie zum 2. Advent. Dazu gehört die Zusage, dass Gottes Geist auf ihm ruht: „der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.“ Aus diesem göttlichen Zuspruch werden die 7 Gaben des Heiligen Geistes abgeleitet, indem zur Gottesfrucht die Frömmigkeit als weiterer Aspekt des Geistes beigestellt wird.

  • Welche Gabe des Heiligen Geistes spricht Sie besonders an?

Ein paar Anregungen zum Weiterdenken, denn wir alle haben in Taufe und Firmung Gottes Geist geschenkt bekommen! Was unserer Welt und Zeit gerade jetzt gut und Not tut und was jede/r schenken kann sind Anteilnahme, Rücksicht, Freundlichkeit, Toleranz, Einladen statt Ausgrenzen, verbales Abrüsten, Achtsamkeit, Nachdenklichkeit …

  • Was fällt Ihnen dazu ein?

Die Folgen dieses Handelns sind paradiesische Zustände, ein erstaunliches friedliches Miteinander von Tieren, die eigentlich „wie Hund und Katze“ sind. Somit wird indirekt auch Kritik am Königtum geübt: Wolf und Lamm / Panther und Ziege / Kalb und Löwe / Kuh und Bärin / Löwe und Rind / Säugling und Natter / Kind und Schlange

  • Welches „Paar“ spricht Sie an? Wie würden Sie die paradiesischen Zustände ausdrücken? Wie malen oder beschreiben Sie die Zukunft?
  • An die Erfahrung von Gottes Geist können wir in der vergangenen Woche gut anknüpfen. In zwei Gottesdiensten in St. Severin und St. Audomar wurden 36 junge Menschen gefirmt. Es war bewegend, wie Jugendliche und junge Erwachsene Ja zum Glauben sagen und sich mit ihren Patinnen und Paten auf den Weg machen. Ihnen wurde persönlich zugesprochen: „N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist!“ und die Antwort der Gefirmten: Amen! So ist es, das glaube ich!
  • Beten wir darum, dass sie (und alle Getauften) die ihnen geschenkten Gaben für das Miteinander der Menschen einbringen.

Zu den vielen Krisen dieser Welt gesellt sich nun noch eine weitere! Die sehr umstrittene Fußball-WM ist für die deutsche Mannschaft (erwartungsgemäß, wie ich meine) früh beendet! 80 Millionen Bundestrainer werden dies analysieren und unzählige Kommentare abgeben! Die Proteste und Zeichen ein paar Tage vorher waren ziemlicher Aktivismus, der wohl auch die Spieler von der Konzentration auf die Vorbereitung abgelenkt hat… Für viele Sportbegeisterte hat sich aufgrund der Menschrechtslage in Katar der Spagat – „Schaue ich oder schaue ich nicht?“ - erledigt! Bemerkenswert finde ich in einer Fußnote, dass gerade in diesem Land eine Frau zum ersten Mal ein WM-Männer-Fußball-Spiel geleitet hat! 

Zurück zur Bibel. Neben Jesaja ist der Advent auch die Zeit für Johannes den Täufer, den Wegbereiter Jesu: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Stimme eines Rufers in der Wüste: / Bereitet den Weg des Herrn! / Macht gerade seine Straßen!“

  • Was kann das heute bedeuten?

Ein paar Anregungen möchte ich auflisten, die Sie beliebig ergänzen können: 

  • das Gespräch suchen / Parolen des Hasses und der Ausgrenzung zurückweisen / die Hand zur Versöhnung ausstrecken / Probleme um des lieben Friedens willen nicht unter den Teppich kehren / nicht Konflikte durch böse Worte verschärfen / der und dem anderen zuhören / die Sicht der Anderen einnehmen und gemeinsam eine Lösung suchen, mit der sich beide Seiten anfreunden können / Gesten der Entschuldigung können zur befreienden und frohmachenden Erfahrung werden / kein halbherziger Händedruck oder beiläufige Floskeln / Verständnis ausdrücken und für faire Chancen werben bei Meinungsverschiedenheiten die Gegenseite nicht herabsetzen / …

Auch Johannes gibt einen klaren Hinweis auf den Heiligen Geist, der ihn fundamental von Jesus unterscheidet: „Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich und ich bin es nicht wert, ihm die Sandalen auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“

Wieder Themenwechsel. Das Erzbistum Köln hat - wie angekündigt - zum 1. Advent, die Neuordnung der „Pastoralen Einheiten“ bekanntgegeben. Hier finden Sie die zukünftige Landkarte, die zum 1.9.2023 errichtet werden. - Die örtlichen Medien haben bereits darüber berichtet: für die Seelsorgebereiche Hürth und Frechen ist noch keine Entscheidung getroffen! In der Veröffentlichung heißt es: „Aufgrund der Alternativvorschläge aus einzelnen Seelsorgebereichen ergibt sich in einigen Fällen noch kein stimmiger Zuschnitt. Deshalb hat das Koordinierungsteam empfohlen, hier noch Gespräche zu führen, um bestenfalls zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.“ Das betrifft im Rhein-Erft-Kreis uns! In Wuppertal gibt es eine vergleichbare Situation. - „In den allermeisten Fällen folgt der geografische Zuschnitt der zukünftigen Pastoralen Einheiten den Voten der Seelsorgebereiche“, schreibt der Leiter des diözesanen Koordinierungsteams zu #ZusammenFinden, Msgr. Markus Bosbach. Noch bleibt die Hoffnung, dass nach den angekündigten Gesprächen dies auch für Hürth/Frechen gilt! Kardinal Meisner hat diese „Pastorale Einheit“ (wie es heute heißt, damals nannte man es Pfarrverband) schon vor 20 Jahren auf unseren Wunsch gegründet. Wir arbeiten in den acht Frechener Pfarrgemeinden gut und erfolgreich seitdem zusammen. Für andere Kommunen wie Pulheim, Erftstadt oder Bergheim ist das noch „Zukunftsmusik“!!

Soweit meine Gedanken zum 2. Advent. Wiederum mit der herzlichen Einladung zu den (besonderen) Gottesdiensten in der kommenden Woche. Zeiten und Orte finden Sie in den Pfarrnachrichten.

Zur Einstimmung auf den 3. Advent findet das nächste Bibelgespräch aus dem Propheten Jesaja am kommenden Freitag, 9. Dezember, in St. Severin statt: „Gott selbst kommt und wird euch retten.“ (Jes 35,1-6b.10)

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten 2. Adventssonntag und eine gute und vom Geist geprägte Woche der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest.

Ihr Christof Dürig

Jesaja 11,1-10: Geistbegabung und Herrschaft des Sprosses Isais (1. Lesung)

11 1 Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, /

ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.

2 Der Geist des HERRN ruht auf ihm: /

der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, /

der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.

3 Und er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des HERRN. /

Er richtet nicht nach dem Augenschein /

und nach dem Hörensagen entscheidet er nicht,

4 sondern er richtet die Geringen in Gerechtigkeit /

und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist.

Er schlägt das Land / mit dem Stock seines Mundes

und tötet den Frevler / mit dem Hauch seiner Lippen.

5 Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften / und die Treue der Gürtel um seine Lenden.

6 Der Wolf findet Schutz beim Lamm, / der Panther liegt beim Böcklein.

Kalb und Löwe weiden zusammen, / ein kleiner Junge leitet sie.

7 Kuh und Bärin nähren sich zusammen, / ihre Jungen liegen beieinander. /

Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.

8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter /

und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus.

9 Man tut nichts Böses / und begeht kein Verbrechen / auf meinem ganzen heiligen Berg;

denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des HERRN, /

so wie die Wasser das Meer bedecken.

Die Sammlung des Rests aus der Zerstreuung:

10 An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, /

der dasteht als Feldzeichen für die Völker;

die Nationen werden nach ihm fragen / und seine Ruhe wird herrlich sein

 

Matthäus 3,1-12: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe (Evangelium)

3 1 In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa:

2 Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

3 Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat:

Stimme eines Rufers in der Wüste: /

Bereitet den Weg des Herrn! /

Macht gerade seine Straßen!

4 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren

und einen ledernen Gürtel um seine Hüften;

Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung.

5 Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa

und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus;

6 sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.

7 Als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen,

sagte er zu ihnen:

Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt,

dass ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt?

8 Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt,

9 und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben Abraham zum Vater.

Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken.

10 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt;

jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.

11 Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr.

Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich

und ich bin es nicht wert, ihm die Sandalen auszuziehen.

Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

12 Schon hält er die Schaufel in der Hand; und er wird seine Tenne reinigen

und den Weizen in seine Scheune sammeln;

die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.