St. Antonius von Padua

Sonntagsgruß zum 2. Sonntag im Jahreskreis (16.1.2022)

Guten Tag zusammen!

  • Wie ist es Ihnen in den zurückliegenden Tagen ergangen? Was hat sie gefreut? Was war schwierig? Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie?

Meine vergangene Woche ist von der Krankheit und vom Tod unseres langjährigen Subsidiars, Pfarrer i.R. Karl-Bernd Mouchard, geprägt. Am vergangenen Samstag wurde ich informiert, dass er mit dem Notarzt in unser Frechener Krankenhaus gekommen ist. In seinen letzten Tagen dort durfte ich ihn begleiten, die Krankensalbung spenden und von ihm Abschied nehmen. Bewegende, unwiederbringliche und nicht wiederholbare Stunden! Sein Sterben hat mich innerlich berührt, da er meine gesamte Zeit in Frechen als Priester (seit 1996) begleitet hat. Besonders für die Gemeinden in Habbelrath und Grefrath, wo er seit 1994 tätig war, ist es ein Verlust. Auch das St. Augustinus-Heim in Königsdorf gehört in den vergangenen Jahren zu seinem priesterlichen Wirken dazu.

Nach dem Tod von (Krankenhaus-) Pfarrer Michael Nolten (8. Juni) und Pfarrer i.R. Johannes Sürth (12. August) ist K.B. Mouchard der dritte Priester innerhalb weniger Monate, deren Tod wir in Frechen betrauern. Eine tiefe Frömmigkeit, die innere Verbundenheit mit seiner Kirche, die Liebe zur Kirchenmusik (er spielte auch selbst Orgel) sowie sein großes Allgemeinwissen prägten Mouchards seelsorgliches Wirken und werden auch mir unvergessen bleiben. Auch sein „Markenzeichen“ – seine sprichwörtliche Unpünktlichkeit – können wir rückblickend wohlwollend umschreiben: er wurde „manches Mal - vermutlich ungewollt - als ein Trainer für die Tugend der Geduld empfunden“! Wie wahr ist diese Feststellung in einem Kondolenzschreiben!

Beim Tod eines nahestehenden Menschen stellt sich für mich immer die Frage: War das alles? Und meine Antwort lautet „Nein“! Ich vertraue darauf, dass Gott, der HERR, Karl-Bernd Mouchard nun Anteil gibt am ewigen Leben des Himmels! Möge er nun seinen Frieden haben!

  • Nehmen Sie sich Zeit um an liebe Verstorbene zu denken und den Fragen nachzugehen: Was macht einen Menschen aus? Was bleibt von einem Menschen?

Heute hören wir im Gottesdienst bekannte Texte aus der Bibel; von den verschiedenen Gaben, Diensten und Kräften, die im selben Geist Gottes wirken - sowie von der Hochzeit zu Kana.

Den Lesungstext – vom Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth – nehme ich bewusst mit auf. Er ist ein Grundlagentext für Gemeinde und Kirche. Und kann Impulse geben für den Weg in die Zukunft.

  • Welche Gnadengaben, auch Charismen genannt, fallen Ihnen ein, wenn Sie an (Pfarr-) Gemeinde und Gemeinschaft denken? - Wir sprechen eher von Fähigkeiten, die für das Miteinander eingesetzt werden (können), gemeint ist dasselbe.
  • Welche Dienste und Kräfte wirken in unserer Gesellschaft / in den Kirchen positiv?

„Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.“ heißt es heute abschließend. Einheit und Vielfalt. Mit den verschiedenen Gaben, Diensten und Kräften wird die Vielfalt lebendig, die allerdings immer wieder auch gegeneinander und nicht zum Wohl des Ganzen, der Einheit und des Miteinanders, wirken. Das kennen wir zu genüge in der Kirche und in der Gesellschaft und erfahren oft wie schwer es ist, diese Spannung auszuhalten!   

  • Wie sehen Sie diesen Zusammenhang und die damit verbundenen möglichen Differenzen und Auseinandersetzungen?

Aus dem Johannes-Evangelium hören wir heute vom ersten Zeichen, das Jesus tut. Wir sprechen gerne von „Wunder“, weil wir uns wundern, wie das denn geht: aus 600 Litern Wasser werden 600 Liter guter Wein! Johannes spricht vom Zeichen, das Jesus vollbringt, ein Zeichen für das kommende Reich Gottes. Zeichen müssen gedeutet und verstanden werden…

  • Wie bewerten Sie das Geschehen in Kana? Was bedeutet „Zeichen“ für Sie in diesem Zusammenhang? Oder wie „erklären“ Sie sich das Wunder?

Maria ist diejenige, die den entscheidenden Anstoß gibt: „Was er euch sagt, das tut!“, nachdem sie von ihrem Sohn zurückgewiesen wurde: „Was willst du von mir, Frau?

Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“

  • Wie wirkt das auf Sie? - Was hätten Sie getan, wenn Maria zu Ihnen gesprochen hätte?
  • Kennen Sie das Gefühl des Scheiterns („Sie haben keinen Wein mehr“) - Und doch gibt es ein Happy end? („Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.“)

Durch eine Frau kommt Bewegung in die verfahrene Situation der Hochzeitsgesellschaft!

  • Was bewegen Frauen heute in der Kirche, in unseren Gemeinden? Und was könnte noch alles geschehen? - Maria als Vorbild und Ansporn! Biblisch, grundlegend!

Jesus tat sein 1. Zeichen und gibt so „Leben in Fülle“; er lässt uns aus dem Vollen schöpfen!

  • Hinter dieser theologischen Aussage steht die Frage: Wer ist dieser Jesus (aus Nazareth) für mich?

Die umfassende Antwort gibt es erst nach seinem Tod und seiner Auferstehung: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“

Mit einem guten Getränk – es muss nicht Wein sein! - wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag und eine gute Woche!

Ihr Christof Dürig.

 

 

Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 12,4-11):

Ein und derselbe Geist teilt einem jeden seine besondere Gabe zu, wie er will

Schwestern und Brüder,

4 Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.

5 Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.

6 Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott:

Er bewirkt alles in allen.

7 Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.

8 Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen,

dem anderen durch denselben Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln,

9 einem anderen in demselben Geist Glaubenskraft,

einem anderen - immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen,

10 einem anderen Kräfte, Machttaten zu wirken,

einem anderen prophetisches Reden,

einem anderen die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden,

 wieder einem anderen verschiedene Arten von Zungenrede,

 einem anderen schließlich die Gabe, sie zu übersetzen.

11 Das alles bewirkt ein und derselbe Geist;

einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.

 

 

Johannes 2,1-11: So tat Jesus sein erstes Zeichen – in Kana in Galiläa

1 Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt

und die Mutter Jesu war dabei.

2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.

3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm:

Sie haben keinen Wein mehr.

4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau?

Meine Stunde ist noch nicht gekommen.

5 Seine Mutter sagte zu den Dienern:

Was er euch sagt, das tut!

6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge,

wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach;

jeder fasste ungefähr hundert Liter.

7 Jesus sagte zu den Dienern:

Füllt die Krüge mit Wasser!

Und sie füllten sie bis zum Rand.

8 Er sagte zu ihnen:

Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist!

Sie brachten es ihm.

9 Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.

Er wusste nicht, woher der Wein kam;

die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es.

Da ließ er den Bräutigam rufen

10 und sagte zu ihm:

Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst,

wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten.

Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.

11 So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa,

und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.